Ein Unwetter mit Blitz, Sturm und Hagel, und schon belaufen sich die Schäden am Auto auf tausende Euro. Ganz zu schweigen von Hochwasser, das leicht den Totalschaden zur Folge haben kann. Gut, wenn die Autoversicherung zahlt.

Wichtig bei den meisten Unwetterschäden: Für die Reparaturkosten tritt die Teilkaskoversicherung ein. Die haben die meisten Autofahrer. Und was ebenfalls positiv ist: Die Selbstbeteiligung beträgt meist nur 150 Euro. Überdies gibt es in der Teilkasko keinen Schadenfreiheitsrabatt, also nach der Regulierung auch keine Rückstufung in der Rabattstufe.

Wann zahlt die Teilkaskoversicherung aber, und wann nicht?

Hagelschaden: Schnell bei der Autoversicherung melden

Wenn Blitz und Hagel einschlagen: Autofahrer erhalten ihren Schaden durch die Teilkasko ersetzt. Zerbrochene Scheiben werden ausgetauscht, Dellen im Blech und Schäden am Lack können inzwischen durch neue Reparaturmethoden kostengünstig behoben werden.

Aber Achtung: Der Schaden sollte schnellstmöglich der Versicherung gemeldet werden. Die meisten Versicherungsbedingungen sehen dafür eine Woche vor. Nach einem kräftigen Hagelschauer sollte man also einmal gründlich nachschauen, ob das Auto Schaden genommen hat.

Ab Windstärke 8 ist der Sturm ein Sturm

Gegen Sturmschäden sind die meisten Autofahrer abgesichert. Vorausgesetzt allerdings, der Wind hat mit mindestens Stärke 8 geblasen. Dann übernimmt die Teilkasko die Kosten für Dellen und Schrammen, etwa durch herumfliegende Äste und Dachziegel. Oder auch dann, wenn der Sturm das komplette Auto verweht und auf die Seite gelegt hat.

Eingeschlossen in den Versicherungsschutz sind sowohl Schäden am parkenden Fahrzeug als auch Kollisionen mit unmittelbar vor das Fahrzeug stürzenden Bäumen oder Ästen.

Der Teufel steckt aber im Detail: Kollidiert der Autofahrer mit einem bereits längere Zeit auf der Straße liegenden Baumstamm, so ist dies keine Sache der Teilkaskopolice mehr. Dann hilft nur noch eine Vollkaskoversicherung. Auch wenn sich der Fahrer während des Unwetters erschrickt und von der Straße abkommt, kann er nicht auf Geld von der Teilkasko hoffen. Solche Folgen übernimmt nur die Vollkasko.

Schwierig wird es für Autobesitzer, deren Fahrzeug überhaupt keine Kaskopolice hat. Sie müssten nachweisen, dass eine Gemeinde, Gartenbesitzer oder ein Straßenbetreiber sich nicht ausreichend um die Sicherheit von Bäumen und kommunalen Flächen gekümmert hat. Wenn eine solche Verletzung der Verkehrssicherungspflicht vorliegt, kann man auf Schadensersatz hoffen.

Kommt das Wasser zum Auto, zahlt die Autoversicherung

Wie ist die Versicherungslage bei Hochwasser? Wenn ein Gewitterguss den nächsten Fluss oder Bach über die Ufer treten lässt und das Auto in der Überschwemmung Schaden nimmt, zitieren Juristen gerne eine Faustregel: „Kommt das Wasser zum Auto, zahlt die Kaskoversicherung, kommt das Auto zum Wasser, hat man meist Pech gehabt.“

Das bedeutet: Wurde das Auto in der Tiefgarage vom Wasser überflutet oder auf der Straße von einer Sturzflut weggespült, tritt die Teilkaskoversicherung ein. Problematisch ist es aber schon, wenn der Autobesitzer sein Fahrzeug auf einem Parkplatz in der Nähe eines Hochwasser führenden Flusses abgestellt hat und trotz Warnungen stehen ließ. Dann gibt es vermutlich kein Geld.

 

Foto: Peter Nimsch/Pixelio

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Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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