Die Fahrzeuge von Laurin & Klement beherrschten von 1910 bis 1914 alle fünf Auflagen der Österreichischen Alpenfahrt.

Die bis zu 2.932 Kilometer langen Fahrten fanden auf unbefestigten und kurvigen Passstraßen vor der traumhaften Kulisse der Alpen statt.

rste Auflage der Österreichischen Alpenfahrt (26. bis 29. Juni 1910) Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky, Otto Hieronimus und Graf Paul Drašković konnten für Laurin & Klement den begehrten Teampreis gewinnen.

rste Auflage der Österreichischen Alpenfahrt (26. bis 29. Juni 1910) Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky, Otto Hieronimus und Graf Paul Drašković konnten für Laurin & Klement den begehrten Teampreis gewinnen.

Die erste Alpenfahrt 1910

Am 26. Juni 1910 starteten 23 Teilnehmer von Wien aus Richtung Niederösterreich. Von dort ging es weiter durch die Steiermark, Kärnten und das Salzburger Land. Nach drei Tagen und 867 Kilometern, unter anderem wurde der Katschberg-Pass überquert, kamen nur 14 Fahrzeuge ins Ziel.

Das Team aus Mladá Boleslav ging war mit drei Markt-Tourenwagen Laurin & Klement à 20 PS 95 x 130 am Start. Eines dieser Fahrzeuge steuerte Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky. Der in den USA geborene Tscheche ging als Begründer der österreichischen Filmindustrie und Entdecker von Marlene Dietrich in die Geschichte ein. Ihm gelang es, die Alpenfahrt ohne einen einzigen Strafpunkt zu beenden.

Auch die beiden anderen Laurin & Klement Fahrzeuge, gelenkt vom kroatischen Grafen Paul Drašković sowie von Laurin & Klement-Chefkonstrukteur Otto Hieronimus, erreichten das Ziel. Mit diesem großen Erfolg sicherten sich die Recken auch die Teamwertung.

Otto Hieronimus absolvierte die 2.364 Kilometer lange Alpenfahrt 1912 ohne Strafpunkte.

Otto Hieronimus absolvierte die 2.364 Kilometer lange Alpenfahrt 1912 ohne Strafpunkte.

Die zweite Alpenfahrt 1911

1911 trat Laurin & Klement bei der Alpenfahrt an, um den Titel zu verteidigen. Die Distanz betrug bereits 1.421 Kilometer und die Strecke führte über den Loiblpass mit einer Steigung von bis zu 30 Prozent. Trotz strenger Überwachung und einem scharfen Regelwerk, unterwegs durchgeführte Reparaturen wurden mit Strafpunkten belegt, erreichten die fünf Autos von Laurin & Klement ohne jegliche Strafen ins Ziel. Otto Hieronimus gewann die zweite Alpenfahrt und damit das silberne Schild.

Die 1914er-Auflage der Alpenfahrt führte in acht Tagesetappen über eine Gesamtdistanz von 2.932 Kilometern.

Die 1914er-Auflage der Alpenfahrt führte in acht Tagesetappen über eine Gesamtdistanz von 2.932 Kilometern.

1912 und 1913

Auch 1912 fuhr Hieronimus erneut auf den ersten Platz. Das Werksteam, zu dem auch Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky und Paul Drašković gehörten, hatte wieder keinen einzigen Strafpunkt auf dem Konto.

Ein Jahr später führte die Alpenfahrt 1913 über sieben Etappen und eine Gesamtdistanz von 2.667 Kilometern. Laurin & Klement schickte einmal mehr Serienfahrzeuge ins Rennen. Rolls-Royce setzte dagegen auf den sechszylindrigen Silver Ghost, der über ein spezielles Vierganggetriebe mit kürzerer Gesamtübersetzung verfügte. Das englische Team hatte im Jahr zuvor an den steilen Anstiegen passen müssen. Hieronimus gewann einmal mehr die Silberplakette und er und Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky kamen abermals ohne Strafpunkte ins Ziel.

Der große Alpen-Wanderpreis, den Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky für das strafpunktfreie Absolvieren der Alpenfahrten 1912, 1913 und 1914 erhalten hat.

Der große Alpen-Wanderpreis, den Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky für das strafpunktfreie Absolvieren der Alpenfahrten 1912, 1913 und 1914 erhalten hat.

Die letzte Alpenfahrt vor dem Ersten Weltkrieg

Vom 14. bis 23. Juni 1914 standen insgesamt 2.932 Kilometer und 30 Alpenpässe auf dem Programm. Von 75 Startern kamen immerhin 50 Teilnehmer ins Ziel. 19 blieben strafpunktefrei, unter ihnen auch Graf Alexander Kolowrat-Krakowsky.

Diese Leistung machte ihn zu einem von nur fünf Rennfahrern, denen das zum dritten Mal in Folge gelungen war und die damit Anspruch auf den Großen Alpen-Wanderpreis hatten. Die Trophäe von Kolowrat-Krakowsky ist heute im Skoda Museum in Mladá Boleslav zu sehen. Fünf Tage nach der fünften Alpenfahrt fielen in Sarajevo die Schüsse auf den österreichisch-ungarischen Erzherzog Franz Ferdinand und seine Frau.

Erfolge bei der Alpenfahrt konnte Skoda erst wieder Jahrzehnte später feiern. Beispielsweise 1955, als am 17. Juni die Sportausführung des neuen 440 Spartak die Silber- und Bronzemedaille in der Hubraumklasse bis 1,3 Liter einfuhr. 1968 folgte ein weiterer Klassensieg, dieses Mal errungen von einem Modell der neuen Generation mit Heckmotor und Heckantrieb.

Dietmar Stanka
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