Mit Fahrrädern startete 1895 die Erfolgsgeschichte von Skoda in Mittelböhmen.

In Mladá Boleslav, bis heute Unternehmenssitz des tschechischen Automobilunternehmens, gründeten Václav Laurin und Václav Klement im Dezember 1895 das nach ihnen benannte Unternehmen Laurin & Klement.

Wie bei Laurin & Klement alles begann

Anfangs wurden Fahrräder produziert und repariert. Schon bald bieten Laurin & Klement eine Vielzahl an Zwei- und Dreirädern in mehreren Dutzend Ausführungen an. Die Fertigung von Motorrädern startete 1899. Die technisch innovativen Modelle sind bald unter anderem in England, einem der anspruchsvollsten Exportmärkte, sehr gefragt.

1905 wurde das erste Automobil von Laurin & Klement vorgestellt. Die L&K Voiturette A eroberte sich bald den Ruf als qualitativ hochwertiges Alltagsfahrzeug mit sehr gutem Preis-Leistungs-Verhältnis.

Im Jahr 1907 gründeten Laurin & Klement wegen der steigenden Nachfrage eine Aktiengesellschaft. Die Produktpalette umfasste inzwischen neben Pkw auch Lkw, Busse, Motorpflüge und Straßenwalzen.

Ein weiterer großer Schritt war die Fusion mit dem Maschinenbauhersteller Skoda aus Pilsen. Dieser war erforderlich, um die Investitionen für die Entwicklung neuer und preisgünstiger Modelle stemmen zu können. Am 27. Juni 1925 wurde der Fusionsvertrag unterzeichnet. Fortan fuhren die produzierten Autos bis Ende der 1920er Jahre mit zwei Logos. Sie trugen sowohl das Emblem von Skoda und den Schriftzug Laurin & Klement auf dem Kühlergrill.

Ein Volkswagen namens Popular

1934 erblickte der Skoda Popular das Licht der Welt. Mit mit dem gewichtssparenden Zentralrohrrahmen sowie einem Transaxle-Getriebe und Einzelradaufhängung bot er bereits in der Einstiegsaufführung S 418 Popular ein ausgezeichnetes Fahrverhalten. Der 902 ccm große Vierzylindermotor leistete 18 PS und verbrauchte lediglich sieben Liter auf 100 km.

Der Skoda Popular erfreute sich unter Autofahrern schnell außerordentlicher Beliebtheit. Auch die Prominente waren im Popular unterwegs. So zum Beispiel die tschechische Fußballnationalelf, die 1934 mit Torwart und Kapitän František Plánička Vizeweltmeister geworden war.

Die herausragenden Eigenschaften wurden zudem mit einer Fernfahrt manifestiert, die am 12. Mai 1934 in Prag startete. Vier Skoda Popular fuhren von der tschechischen Hauptstadt bis in das 11.000 Kilometer entfernte Kalkutta im damaligen Britisch-Indien. Der Rückweg führte das Quartett über Bombay. In Triest ging die Reisegruppe von Bord des Schiffes und kehrte über Italien, Jugoslawien und Österreich in die Heimat zurück, um die 15.000 Kilometer lange Gesamtstrecke abzurunden.

Der große Superb

Ebenfalls 1934, genauer am 22. Oktober 1934, führte Skoda die Modellbezeichnung Superb ein. Mit dem Namen unterstrich die Marke die hohe Qualität und den Komfort ihrer Luxuslimousinen, die bis dahin als Skoda 640 bekannt waren. Die erste Fahrzeuggeneration des Superb wurde bis 1949 produziert.

2001 ließ der tschechische Automobilhersteller die Tradition wiederaufleben und stellte die erste Generation des modernen Superb vor. Aktuell ist dieses Modell in der dritten Generation unterwegs.

Die Generation der Hecktriebler

Im März 1966 feierte der Skoda 1000 MBX De Luxe sein Debüt auf dem Internationalen Automobil-Salon in Genf. Der geräumige Fünfsitzer mit Heckmotor und Heckantrieb ging im Oktober desselben Jahres in Serie und stellte seinerzeit den Höhepunkt der 1,0-Liter-Klasse dar.

Der MBX basierte auf dem Großserien-Viertürer 1000 MB, der sich durch eine für damalige Verhältnisse moderne selbsttragende Karosserie, Hinterradantrieb und Heckmotor auszeichnete. An die Erfolge der zweitürigen Version MBX knüpfte das legendäre Coupé Skoda 110 R an.

Nach dem Mauerfall

Am 17. Oktober 1994 begann in Mladá Boleslav die Produktion des Felicia. Der Nachfolger des Favorit war damals das erste Modell des tschechischen Autoherstellers, das unter dem Dach des Volkswagen Konzerns entwickelt wurde.

Der im Motorsport erfolgreiche Felicia kam auch bei den Kunden hervorragend an. Bis 2001 entstanden in den Werken Mladá Boleslav, Kvasiny und Vrchlabí mehr als 1,4 Millionen Einheiten dieser Modellfamilie, zu der neben der Fließhecklimousine auch die Versionen Combi, Pick-up, Vanplus und Fun zählten.

2020

Sein 125-jähriges Gründungsjubiläum feiert Skoda Auto mit zahlreichen Aktivitäten, Aktionen und Events für die Mitarbeiter des Unternehmens sowie für Fans der Marke und Automobilenthusiasten. So werden beispielsweise unternehmenshistorisch bedeutsame Modelle an Fahrveranstaltungen in China und Indien sowie in weiteren internationalen Märkten teilnehmen. Als Höhepunkt des Festjahres ist ein Sonderkonzert der weltweit renommierten Tschechischen Philharmonie geplant

Dietmar Stanka