Grün muss er sein. Tiefgrün oder auch Highland Green genannt. Insignien von Ford oder dem Mustang-Logo sind Fehlanzeige.

Es muss sein wie 1968, als Lieutenant Frank Bullitt vom San Francisco Police Department, gespielt von Steve McQueen über 10 Minuten und 53 Sekunden ohne jegliche Dialoge die wohl legendärste automobile Verfolgungsjagd der Filmgeschichte zelebriert.

Zur Erinnerung. Frank Bullit verfolgt mit seinem Mustang in diesen Sequenzen, deren Drehzeit insgesamt zwei Wochen in Anspruch nahm, die beiden bösen Buben, die in einem Dodge Charger R/T unterwegs sind. Rauchende und quietschende Reifen, extreme Sprünge über die Hügel der Straßen von San Francisco, funkensprühende Landungen und faszinierende Aufnahmen.

Regisseur Peter Yates besann sich auf wesentliche Aufnahmetechniken. Im Fahrzeuginneren wird der Blick über die Schulter gefilmt, die Hände am Lenkrad oder dem Schaltknüppel, die beiden Autos und die Straßen. Dass im Film allerlei Ungereimtheiten zu sehen sind, sollte zu verschmerzen sein.

Seltsame Ungereimtheiten

So schaltet Steve McQueen während der Jagd 16-mal hörbar rauf, ohne auch nur einmal herunterzuschalten. Zudem wird derselbe grüne VW Käfer, damals ein Kultauto in der Hippie-Metropole, sage und schreibe viermal überholt. Außerdem wird ein Pontiac Firebird überholt, der dem Verfolgerduo eine Szene weiter entgegenkommt.

Zum 50-jährigen Jubiläum des Films legte Ford 2018 das dritte Sondermodell dieses filmhistorischen Modells auf. Interessanterweise  erkannte Ford die Popularität des Bullitt Mustangs erst 2001 und bot damals den Bullitt GT mit verbesserter Ausstattung und mehr Leistung an. 2008 und 2009 wurde nochmals ein Bullitt Mustang Sondermodell angeboten.

Den neuen Mustang Bullit treibt ein 5,0-Liter-V8 mit 464 PS und einem Drehmoment von 529 Nm an. Zur Serienausstattung gehört auch eine Klappen-Auspuffanlage, die das charakteristische V8-Blubbern des Pony-Cars hervorhebt. Wie beim Filmauto hat Ford den Chrom-Zierrat im Exterieur auf schlichte Applikationen um den schwarz angesetzten Kühlergrill und die vorderen Scheiben begrenzt. Nur im Heckbereich macht das Bullitt-Logo deutlich, dass es sich um das Sondermodell handelt.

Der Ur-Bullit

Bei den beiden im Film verwendeten Fahrzeugen handelte es sich um serienmäßige Ford Mustang 390 GT Fastback. Wie auch die beiden Dodge Charger R/T mit 440ci-V8-Motoren, wurden die beiden Fords von Max Balchowsky für die kommenden Stunts modifiziert und getunt. Der eine Mustang war das Jump Car für Stunts, der andere das Hero Car für die Innenaufnahmen. Das Hero Car mit der Nummer 559 ist im Besitz von Sean Kiernan, der in Hendersonville/Tennessee lebt. Sein Vater Bob kaufte es bereits 1974 und erst in diesem Jahr wurde dieses Stück Filmgeschichte auf der Detroit Autoshow der Öffentlichkeit gezeigt.

Steve McQueen als Frank Bullit

Steve McQueen fuhr einige der Stunts tatsächlich selbst. Trotz seines sehr guten Fahrkönnens verschrottete er bei den Dreharbeiten zwei Autos. Deshalb klemmte sich sein Freund und Stuntman Bud Edkins hinters Steuer. Im Film sind die beiden nur durch die Kameraeinstellungen zu unterscheiden. Sieht man die Augen des Fahrers, sitzt McQueen am Lenkrad, ansonsten Ekins.

Tipps für Sammler

Original Mustang Bullit sind entweder die Sondermodelle aus dem Jahr 2001 oder den beiden Jahren 2008/2009. Letztgenannte sind in Europa ab etwa 15.000 Euro erhältlich. Über den Mustang-Club wird eine Kaufberatung angeboten.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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