1967 wurden die ersten Alpine A110 in den Dienst der Französischen Gendarmerie gestellt.

2022 tritt die neue Alpine A110 das Erbe ihrer berühmten Vorgänger an. Das französische Innenministerium fällte seine Entscheidung zu Gunsten des Sportwagens auf Grund seiner Performance und Agilität. Aber erst einmal zurück zu den Anfängen vor 55 Jahren.

Die Alpine A110 in den 1960er Jahren

Ein Renault 4 oder eine Estafette war auf der Autobahn vielen Fahrzeugen unterlegen. Deshalb entschied sich die Französische Gendarmerie für die Anschaffung von Alpine A110.  Richard Filmotte, Schwadronschef der Gendarmerie, kommentiert die damalige Entscheidung: „Die maßgeschneiderten, schnellen Fahrzeuge verschafften unserer Organisation ein moderneres, technologisches Image, das durch den Einsatz der Alpine A110 im Jahr 1967 noch verstärkt wurde“.

Einsatz der Alpine A310 von 1973 bis 1987

Nachdem die berühmte Berlinette 1973 ihren Abschied nahm, wechselte die Gendarmerie zur moderneren Alpine A310. Diese war bis 1987 im Einsatz. Auch danach setzten die Ordnungskräfte immer wieder auf leistungsstarke Renault Modelle, um möglichst zügig unterwegs zu sein.

Zum Einsatz kamen der Renault 18 Turbo (1984 bis 1987), der Renault 21 2-Liter-Turbo (1992-1995), der Renault Mégane II (2001-2006) und der Renault Mégane R.S. (2011-2021). Das von Richard Filmotte geleitete Gendarmerie-Museum in Melun ist im Besitz von jeweils einem Exemplar dieser Fahrzeuge.

Die neue Alpine A110

Jetzt hat die neue Alpine A110 das Erbe ihrer berühmten Vorgänger angetreten. Das französische Innenministerium fällte seine Entscheidung zu Gunsten des Sportwagens auf Grund seiner Performance und Agilität. Neben den Fahrleistungen des 185 kW (252 PS) starken Fahrzeugs mit Mittelmotor waren auch das agile Fahrwerk und das präzise Handling ausschlaggebend für die Wahl. Als Lackierung erhalten die neuen Streifenwagen das für die Gendarmerie typisches dunkle Abysse-Blau.

Nach ihrer Montage in Dieppe in der Normandie werden die insgesamt 26 Alpine A110 an das Spezialunternehmen Durisotti bei Lille übergeben. Dort werden sie zusätzlich zu ihrer Originalausrüstung mit Zubehör wie Blinklichtern und Sirenen sowie mit den entsprechenden Aufklebern und reflektierenden Markierungen ausgestattet.

Nicht jeder darf ans Steuer

„Bei Einsätzen mit Geschwindigkeiten um 230 km/h ist es entscheidend, dass unsere Einsatzfahrer ihrem Fahrzeug vollkommen vertrauen können“, sagt Richard Filmotte. „Die Fahrer durchlaufen eine gründliche medizinische Untersuchung und ihre Fahrkünste werden auf einer Rennstrecke bewertet“, erklärt Richard Filmotte. Anschließend erfolgt ein spezielles Training auf der Rennstrecke von Le Mans-Bugatti, damit sie sich mit den Fahrzeugen vertraut machen und sich ganz auf ihre Aufgabe konzentrieren können.

Alpine A110 Französische Gendarmerie 2022
Dietmar Stanka
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