Die Alpine A310 war 1971 die komfortable Antwort auf die brutal harte A110.

Ein unverwechselbares Merkmal des Sportwagens war die spitz zulaufende Front mit den Scheinwerfern hinter einer Plexiglasabdeckung, die lediglich von einem dünnen Mittelsteg geteilt wurde.

Mit dem Heckmotor, einem Zentralrohrrahmen und einer Kunststoffkarosserie orientierte sich die A310 technisch an der A110. Einzelradaufhängung vorne und Stabilisatoren vorn und hinten sowie Dreiecksquerlenkern versprachen ein gutes Fahrverhalten. Da der Euro-V6 1971 noch nicht serienreif war, durfte der Vierzylinder der A110 mit 115 PS und 210 km/h Spitze den Neuen antreiben.

Erst sechs Jahre fand der ersehnte V6 den Weg in die A310. Der 2,7-Liter leistete 150 PS und bot eine Höchstgeschwindigkeit von 220 km/h und eine Beschleunigung von 0 auf 100 km/h in 7,8 Sekunden.

Optisch unterschieden sich die V6-Modelle in erster Linie durch neue Scheinwerfer. Statt der durchgehenden Lichtbatterie gab es jetzt rechts und links zwei abgegrenzte Leuchtfelder. Die markanten Plexiglasabdeckungen blieben ein unverwechselbarer Bestandteil.

In den 1980er Jahren waren breite Karosserien und riesige Flügel ein Muss bei Sportwagen. Mit extrem verbreiterten Kotflügeln, sowie extra großen Front- und Heckspoiler befriedigte die A310 GT ab 1982 diese Bedürfnisse. Ein Jahr später wurde diese Alpine in Deutschland unter der Bezeichnung A310 S angeboten.

Nachfolger Alpine V6 GT

Die Alpine V6 GT war ab September 1984 das Nachfolgemodell der A310. Das Konstrukt  aus Stahlrohrrahmen, Polyester-Karosserie, zwei plus zwei Sitzen sowie Heckmotor blieb wie gehabt. Die um 8 Zentimeter verlängerte Karosserie ließ den Radstand um sieben Zentimeter wachsen, was sich positiv auf Fahrverhalten und Platzangebot auswirkte.

Mit dem 2,8-Liter des V6 GT mit einer Leistung von 158 PS flitzte der Sportwagen auf 235 km/h Spitze. Nur kurze Zeit später wurde der Saugmotor vom 2,5-Liter-V6-Turbo ersetzt. 200 PS stark wurde die 250-km/h-Marke gerissen. Mit Kat verringerte sich die Power 1987 auf 185 PS, was dem Fahrspaß aber nicht im Wege stand.

Last but not least – Die 610

Die 1991 präsentierte A610 markierte die Rückkehr zur traditionellen Alpine Namensgebung und gleichzeitig das Ende der klassischen Heckmotormodelle. Der V6-Turbo fuhr 265 km/h schnell und beschleunigte aus dem Stand in nur 5,9 Sekunden auf 100 km/h. Anstatt Scheinwerfer hinter Plexiglas erhielt die A610 Klappscheinwerfer. Klima- und HiFi-Anlage waren Serie, auch im oberen Preissegment seiner Zeit keine Selbstverständlichkeit. 1994 endete die Bauzeit dieses Modells. Erst 2017 kam mit der neuen A110 der Sportwagen zurück zu seinen Wurzeln.

Tipps für Sammler

Die Motoren aller Modelle sind durchwegs robust zu nennen. Prinzipiell ist die Teileversorgung, um eine A310 am Leben zu erhalten, als durchaus gut zu bezeichnen. Zudem sind alle Alpine nicht nur verdammt schnell, sondern auch deutlich günstiger als beispielsweise Porsche-Modelle der gleichen Jahrgänge. Gute Ratschläge gibt es beim Alpine-Forum und den Alpine Freunden Hessen.

Motorsport und Jean Ragnotti

Jean Ragnotti, einer der bekanntesten Rennfahrer Frankreichs und 1945 geboren, fuhr zwischen den 1960ern und 1990ern nahezu alle Renault auf Rallyes und Rennstrecken. Darunter natürlich auch die A110 und die A310 beispielsweise bei der Tour de la Réunion und der Tour de Corse.

Alpine A310 V6, Jean Ragnotti, Reims-Juvincourt Rally Cross, 1977
Dietmar Stanka