Alle sprechen von Elektroautos. Volkswagen auch. Dennoch ist die Nutzung konventioneller Antriebsarten auch in den kommenden Jahren essentiell für die individuelle Mobilität. Und für Volkswagen Ansporn, diese Techniken weiterzuentwickeln und zu optimieren.

Bei einem Workshop in Ehra-Lessien, dem Versuchsgelände der Volkswagen Group in der Nähe von Wolfsburg, erläuterten Experten die einzelnen Entwicklungen.

Der Benziner bei Volkswagen

Die Entwicklungsziele bei modernen Benzinern werden durch die Faktoren Kundenverbrauch, Dynamik, hohes Drehmoment bei niedrigen Drehzahlen, niedrigen Emissionen und durch die Kombination mit Erdgas und Hybrid beeinflusst. Dazu kommt die konsequente Umsetzung des Miller-Brennverfahrens, das eine hohe Verdichtung zulässt und dadurch die Effizienz steigert.

Ein Beispiel ist der neue 1,5-Liter-Motor mit 96 kW (130 PS), der seit Kurzem im VW Golf verfügbar ist. Im Gegensatz zu dem 125-PS-Motor mit 1,4 Litern Hubraum erreicht das neue Triebwerk das Zieldrehmoment 35 Prozent schneller. Der 1,5l TSI evo wird künftig die Basismotorisierung im Volkswagen Konzern sein.

Er erfüllt jetzt bereits die Abgasnorm Euro6-ZD und bringt die Variable Turbinengeometrie (VTG) des Turboladers in die Großserie. Des Weiteren kann dieser Motor nicht nur mit Erdgas, sondern auch mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden. In der Summe erfüllt der TSI evo weltweit die höchsten Emissionsgrenzwerte und ist für Volkswagen die Basis für die zukünftige weltweite Energiestrategie.

Der Diesel bei Volkswagen

Der Selbstzünder lebt weiter. Auch und gerade bei Volkswagen. Unabhängige Messungen belegen, dass die Fahrzeuge des VW-Konzerns mit 146 mg/km NOx den zweitniedrigsten Wert aller Hersteller vorweisen können. Damit dies so bleibt und es sich künftig weiter verbessert, werden weitere Maßnahmen getroffen.

Bei den Monoturbo-Dieseln sind dies im Einzelnen eine modellbasierte, geregelte Verbrennung, die Verwendung eines Saugrohrs mit integriertem Ladeluftkühler, eine motornahe Abgasreinigung mit SCR-Katalysator sowie eine Nieder- und Hochdruck-Abgasreinigung.

Die BiTurbo-Diesel verfügen zusätzlich über ein zweistufiges Aufladekonzept mit variabler Turbinengeometrie, einen Hochleistungszylinderkopf und ein mit 2.500 bar arbeitendes Einspritzsystem.

Mit einem elektrischen Verdichter, der als eine Art Booster bei niedrigen Drehzahlen wirkt, kann die Partikelemission zusätzlich gesenkt und die Elastizität und Leistung gesteigert werden.

CNG – Erdgas

Volkswagen hat im Juni 2017 angekündigt, zusammen mit Partner aus der Industrie die Entwicklung von Erdgas-Fahrzeugen voranzutreiben und gleichzeitig für einen zügigen Ausbau von CNG-Tankstellen Sorge zu tragen.

Beides ist wichtig, um mehr Menschen für mit Erdgas angetriebene Automobile zu begeistern. Und wir reden hier nicht nur von Erdgas, dass aus fossilen Stoffen, sondern von Methan, das aus regenerativer Energie sowie Biomasse gewonnen wird. Ein Beispiel ist das Audi e-gas Projekt mit dem in der Anlage in Werlte mithilfe von Ökostrom per Elektrolyse zunächst Wasserstoff und in einem zweiten Schritt Methan erzeugt wird.

Schon jetzt bietet der Volkswagen-Konzern mit dem up!, dem Polo, dem Golf, dem Caddy sowie weiteren Modellen von Audi, Seat und Skoda ein interessantes Portfolio von CNG-angetriebenen Automobilen an.

Hybridisierung bei Volkswagen

Drei aktuelle Serienmodelle des VW Golf, der Mikro-Hybrid TSI Bluemotion mit Bremsenergierückgewinnung sowie der von uns bereits getesteten Golf GTE und der e-Golf sind Beispiele für den Beginn einer umfangreichen Elektrifizierung und Hybridsierung.

Weitere Ausbaustufen sind Mild Hybride, die mit 48 anstatt 12 Volt versorgt werden. Große Vorteile wie das Segeln mit abgeschalteten Verbrennungsmotor, gesteigerter Bremsenergierückgewinnung und einer Dynamiksteigerung im Anfahrbereich gehen mit deutlich niedrigeren CO2-Werten einher. Mehr noch, je nach Umfang können solche Autos in unteren Lastbereichen elektrisch bewegt werden. Zudem ist eine Traktionsunterstützung an der Hinterachse möglich.

Fazit

Benziner und Diesel sind noch lange nicht weg vom Fenster. Es gibt kein entweder oder, sondern ein großes Miteinander aller Antriebsarten. Volkswagen hat dies schon lange erkannt und entwickelt in alle Richtungen. Klar ist, dass die künftigen Fahrzeuggenerationen immer sauberer werden und zu einem großen Teil auch elektrifiziert werden. Aber auch synthetischen Kraftstoffe und Erdgas werden immer wichtiger.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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