Moderne Fahrzeuge sind heute mit einer Vielzahl von Assistenzsystemen vollgestopft.

Aber wie funktionieren sie wirklich? Welche Nutzen haben sie? Und was passiert, wenn sie ausfallen? Wir erklären in insgesamt vier Folgen alle im Moment verfügbaren Systeme und erläutern den sinnvollen Umgang damit. In Folge 1 geht es um praktische Helfer im Alltag.

Aufmerksamkeits-Assistent oder Müdigkeitserkennung

Aufmerksamkeits-Assistent oder Müdigkeitserkennung

Aufmerksamkeits-Assistent oder Müdigkeitserkennung

Die Müdigkeitserkennung registriert eine nachlassende Konzentration des Fahrers und warnt ihn mit einem akustischen Signal sowie einer optischen Pausenempfehlung im Kombiinstrument. Wird dieser Hinweis in den nächsten 15 Minuten nicht befolgt, wird die Warnung einmal wiederholt.

So funktioniert es: Gleich zu Beginn einer jeden Fahrt analysiert das System unter anderem das charakteristische Lenkverhalten des Fahrers. Unterwegs wertet die Müdigkeitserkennung permanent Signale wie den Lenkwinkel aus. Ergibt sich hieraus ein Abweichen von dem zu Beginn der Fahrt registrierten Lenkverhalten, erfolgt die optische und akustische Warnung.

Fahrlicht- und Fernlichtassistent

Fahrlicht- und Fernlichtassistent

Fahrlicht- und Fernlichtassistent

Das automatische Fahrlicht schaltet während der Fahrt das Abblendlicht jeweils in Abhängigkeit von den aktuell herrschenden Lichtverhältnissen automatisch ein bzw. aus. Aber Achtung: Die Empfindlichkeit der Sensoren sollte justiert sein, dass sich das Licht schnell selbst aktiviert. Dies kann in einer Werkstatt geprüft werden. Zudem sollte man bei diffusen Lichtverhältnissen wie Nebel das Licht manuell eingeschaltet werden.

Fernlichtassistent schalten in Abhängigkeit der Verkehrssituation selbstständig zwischen Abblend- und Fernlicht hin und her.

So funktioniert es: Bei binären Systemen erkennt eine Kamera entgegenkommende oder vorausfahrende Fahrzeuge. Bei adaptiven Fernlichtassistenten agiert eine Kombination aus einer Kamera zusammen mit einer entsprechenden Bildverarbeitung. Mit den entsprechenden LED-Leuchteinheiten des Scheinwerfers werden andere Verkehrsteilnehmer gezielt ausgeblendet, während der Rest der Umgebung immer perfekt ausgeleuchtet wird.

Nachtsicht-Assistent

Nachtsicht-Assistent

Nachtsicht-Assistent

Im Moment ist der Nachtsicht-Assistent ein Feature, das in Fahrzeugen der gehobenen Preisklasse zu finden ist. Die Vermeidung von Kollisionen mit Fußgängern, Radfahrern und Tieren in der Dunkelheit steht im Fokus dieses Systems.

So funktioniert es: Mittels einer Infrarot-Kamera wird das Geschehen auf der Straße beobachtet und im Kombiinstrument als Bild gezeigt. Zudem wird die Straße in hellerem Licht gezeigt. Mittlerweile können nicht nur warme Objekte, also Menschen und Tiere, sondern auch kalte Hindernisse wie Steine oder verlorene Ladung dargestellt werden.

Tote-Winkel-Warner

Tote-Winkel-Warner

Tote-Winkel-Warner

Wohl eines der sinnvollsten Assistenzsysteme. Schützt es doch bei einem Fahrstreifenwechsel vor einem Zusammenstoß mit einem im toten Winkel befindlichen Fahrzeug.

So funktioniert es: Ultraschallsensoren überwachen den Bereich neben und schräg hinter dem Fahrzeug und decken exakt den toten Winkel ab. Befindet sich ein anderes Fahrzeug im überwachten Bereich, wird der Fahrer, z.B. über ein Leuchtsymbol im Bereich der Seitenspiegel, auf die potentielle Gefahr hingewiesen. Falls der Fahrer diesen Warnhinweis übersieht oder ignoriert und den Blinker betätigt um die Spur zu wechseln, kann der Assistent zusätzlich einen Warnton auslösen.

Verkehrszeichenerkennung

Verkehrszeichenerkennung

Verkehrszeichenerkennung

Die Verkehrszeichenerkennung wird im Regelfall in Verbindung mit einem Navigationssystem angeboten, da die Verkehrszeichen zusätzlich im Display der aktiven Navigation angezeigt werden.

So funktioniert es: Registriert das System via Frontkamera Geschwindigkeitshinweise und Überholverbote, werden diese im Kombiinstrument vor dem Fahrer und im Display des Navigationssystems dargestellt. Zudem können neue Systeme auch Zusatzhinweise einblenden. Beispielsweise temporäre oder nur bei Regen geltende Geschwindigkeitsbegrenzungen.

Aber Achtung: Komplett fehlerfrei arbeitet dieses System nicht immer. Einflüsse wie Witterung oder verdeckte Schilder können falsche Ergebnisse liefern. Also wie bei allen anderen Assistenzsystemen selbstverantwortlich agieren.

Weiter zu Folge 2 – Mehr Sicherheit im Straßenverkehr

Weiter zu Folge 3 – Parken und Rangieren

Weiter zu Folge 4 – Teilautonomes Fahren

 

Dietmar Stanka