Am 1. März beginnt das neue Versicherungsjahr für Zwei- oder Vierräder, die mit einem Versicherungskennzeichen ausgestattet sind. Gültig sind ab 1. März 2018 nur Versicherungskennzeichen mit blauer Beschriftung.

Auf den ersten Blick können Polizeibeamte erkennen, ob der Fahrer eines Mofas, Mopeds oder Rollers, eines Quads oder auch eines E-Bike (S-Pedelec)  eine neue Versicherung für sein Fahrzeug abgeschlossen hat. Nur dann darf er mit seinem Gefährt auf öffentlichen Straßen unterwegs sein. In diesem Jahr muss das alte schwarze Kennzeichen durch das neue blaue ersetzt werden. Wer nach dem 1. März weiter mit dem alten Versicherungskennzeichen fährt, hat keinen Haftpflichtschutz mehr und macht sich strafbar. Es drohen Geldstrafe, Punkte in Flensburg und in schweren Fällen sogar bis zu sechs Monate Freiheitsstrafe.

Preise vergleichen lohnt sich

So langsam gilt es also, sich um einen neuen Versicherungsvertrag zu kümmern – und dabei auf die Preise achten.

Am billigsten ist es, wenn das entsprechende Fahrzeug nur von Fahrern genutzt wird, die schon mindestens 23 Jahre alt sind. So kostet  bei der WGV die reine Haftpflicht für ein Mofa, ein Moped oder einen Roller 37,50 Euro im Jahr. Nutzt ein 15- bis 22-Jähriger das Zweirad, beläuft sich der Haftpflichttarif auf 57 Euro. Für nur wenig mehr, nämlich 64 Euro im Jahr, erhält ein Fahrer über 23 schon Haftpflicht inklusive  Teilkaskoschutz, der im Fall eines Brands oder bei Diebstahl den Schaden ersetzt. Dabei wird jedoch eine Selbstbeteiligung von  150 Euro fällig, bei Diebstahl 300 Euro. Für einen jungen Versicherungskunden beträgt die Jahresprämie inklusive Teilkasko 91 Euro bei der WGV.

Bei der Sparkassenversicherung  liegen die jährlichen Versicherungsprämien auf den ersten Blick spürbar höher. Die Haftpflicht mit 100 Millionen Euro Deckungsschutz kostet ab 66,66 Euro im Jahr, inklusive Teilkasko mit 150 Euro Selbstbeteiligung sind rund 110 Euro fällig, ohne SB sind es etwas mehr als 150 Euro. Allerdings unterscheidet die Sparkassenversicherung auf ihrer Webseite nicht zwischen jungen (15 bis 22 Jahre) und älteren Fahrern ab 23.

Bei der Huk 24  beläuft sich die Versicherungsrechnung  auf 38 Euro für die Haftpflicht und 66 Euro inklusive Teilkasko (150 Euro SB, bei Diebstahl 300 Euro) bei Fahrern ab 23 Jahren. Für jüngere Fahrer ist die Huk aber deutlich teurer, denn dann berechnet die Assekuranz 76 Euro für die Haftpflicht und 125 für Haftpflicht inklusive Teilkasko.

Wer später abschließt, zahlt weniger

Reine Schönwetterfahrer, die ihr Zweirad erst in der richtig warmen Jahreszeit aus der Garage holen, können sich mit dem Versicherungskennzeichen noch ein wenig Zeit lassen und Geld sparen.  Die Prämienhöhe richtet sich in dem Fall nach dem tatsächlichen Nutzungszeitraum. Wer erst ab Mai fährt, zahlt nicht für zwölf sondern für zehn Monate bis zum Ende des laufenden Verkehrsjahrs.

Versicherungskennzeichen: Rabatt für Autofahrer

Je nach Versicherung kann man mit der Mopedversicherung später auch Geld bei der Prämie fürs Auto sparen. So bietet die Sparkassenversicherung die Übertragung des Schadenfreiheitsrabatts an. Wer mit Mofa, Moped, Roller & Co. ein Jahr schaden­frei bleibt und sich danach (maximal elf Monate nach Ende der Zweiradversicherung) ein Auto an­schafft, wird bei der Auto-Haftpflicht mit  63 Prozent eingestuft.

Welche Fahrzeuge brauchen Versicherungskennzeichen?

Versicherungskennzeichen sind unter anderem für Kleinkrafträder wie Mofas, Mopeds und Roller vorgeschrieben. Auch leichte Quads mit nicht mehr als 50 Kubikzentimeter Hubraum und 45 km/h Höchstgeschwindigkeit können mit dem kleinen Nummernschild, wie Biker das Versicherungskennzeichen nennen, bewegt werden. Auch E-Bikes fallen unter die Versicherungspflicht.  S-Pedelecs, bei denen die Motorunterstützung erst bei einer Geschwindigkeit von 45 km/h abgeschaltet und deren Elektromotor eine Leistung von 500 Watt hat, dürfen nur mit Versicherungskennzeichen auf öffentliche Straßen.

 

 

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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