Punkte in Flensburg, Führerschein weg – für alles andere gibt es Eurocard. Oder Visa, Amexco oder die Maestro-Karte. Bayerns Polizei kassiert ab sofort bei Verkehrssündern auch bargeldlos.

Die Polizei im Freistaat Bayern geht mit der Zeit. Was im Nachbarland Österreich schon seit Jahren möglich ist, gilt ab dem 11. Dezember 2017 auch zwischen Garmisch und Hof: Verkehrsordnungswidrigkeiten im Verwarnungsbereich bis 55 Euro und Sicherheitsleistungen können bei allen Verkehrspolizeiinspektionen und -stationen der Bayerischen Polizei vor Ort bargeldlos bezahlt werden. Dazu stattete der Freistaat 40 Polizeidienststellen mit rund 140 mobilen Abrechnungsgeräten aus.Die Beamten der Verkehrspolizei werden die Zahlungsterminals im Streifenwagen mitführen.

Die Fahrt zum Bankautomat in Polizeibegleitung entfällt

Interessant ist das bargeldlose Verfahren vor allem für Touristen oder Autofahrer mit ausländischem Wohnsitz, die bei einem Verkehrsverstoß erwischt werden. Diese müssen eine Sicherheitsleistung hinterlegen, bevor sie ihre Fahrt fortsetzen dürfen. Diese Sicherheitsleistung entspricht in ihrer Höhe der zu erwartenden Strafe. Das bedeutet in vielen Fällen, dass die Autofahrer in Polizeibegleitung den nächstgelegenen Bankautomaten aufsuchen müssen.

Der bayerische Innen- und Verkehrsminister  Joachim Herrmann betont in einer Pressemitteilung diese Vorteile für ausländische Verkehrsteilnehmer: „Hier gab es häufig Schwierigkeiten beim Wechseln von Fremdwährungen oder bei der Zahlung von Sicherheitsleistungen“. Insbesondere die Begleitung der ausländischen Verkehrssünder zu einem Geldautomaten sei oftmals sehr zeitaufwändig gewesen, um die Hinterlegung der Sicherheitsleistung zu garantieren. Außerdem verringere sich der Verwaltungsaufwand, beispielsweise durch den Wegfall der aufwändigen Aufbewahrung und Zuordnung der einzelnen Geldbeträge.

Kein Bonus bei der Zahlung mit der Karte

Eine Verpflichtung zur Zahlung mit Karte besteht allerdings nicht. Bei einer Verwarnung kann man diese auch weiterhin in den folgenden Tagen überweisen; in Bayern ist im Gegensatz zu anderen Bundesländern auch die Barzahlung möglich. Allerdings ist nach Hermanns Worten der bürokratische Aufwand geringer, wenn die Überweisung entfällt. Eventuell anfallende Gebühren für die Kartenzahlung übernehme der Freistaat. Dem Bürger entstehen nach Herrmanns Worten keine höheren Kosten  – allerdings gibt es auch keinen Sofortzahlerbonus, wie ihn andere Länder kennen.

Laut Herrmann ist vorgesehen, nach erfolgreicher Einführung bei der Verkehrspolizei mittelfristig auch die anderen Polizeidienststellen mit mobilen Zahlungsterminals auszustatten.

 

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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