Nachtfrost und Schnee sorgen bei Laternenparkern immer wieder für hilflose Versuche, das Auto fit für die winterliche Fahrt zu bekommen: Schneeschaufeln mit der Parkscheibe, Eiskratzen mit der Scheckkarte. Das lässt sich besser und entspannter angehen. Wer dem Einbruch des Winters gelassen entgegensehen will, sorgt vor.

Nicht nur Winterreifen gehören jetzt zur Standardausstattung eines jeden Autos. Eiskratzer sind für Laternenparker ein absolutes Muss. Am besten sind Exemplare mit stabilem Handgriff, einer glatten Kante gegen Eis und Reif und einer gezackten für dicke Eisschichten. Eine zusätzliche Gummilippe dient zum Abziehen nasser oder beschlagener Scheiben. Bequemer, aber auf Dauer nicht ganz billig sind Scheibenenteisersprays. Unbedingt ins Auto gehört ein Handbesen, um Schnee von Dach, Kofferraum und Motorhaube zu entfernen. Wer seine oder die Sicht des Hintermanns durch unnötige Verwehungen behindert, handelt fahrlässig. Empfehlenswert sind auch Handschuhe, damit die Hände beim Eiskratzen und Freischaufeln nicht auskühlen.

Nur ein kleines Guckloch kann teuer werden

Wichtig: Es reicht nicht, ein kleines Guckloch freizukratzen und ansonsten darauf zu vertrauen, dass die Heizung während der Fahrt den Rest erledigt. Passiert ein Unfall, gibt es Probleme mit der Kasko-Versicherung. Da ist eine Kontrolle durch die Polizei günstiger – das Verwarnungsgeld für den Blindflug liegt bei 10 Euro, wer das Autodach nicht vom Schnee befreit hat, zahlt 25 Euro. Aber Achtung: Im Skiurlaub können diese Nachlässigkeiten sehr viel teurer werden. In Österreich kann die Strafe bis zu 5000 Euro betragen. Auch wenn dieser gesetzlich definierte Höchstbetrag im Alltag eher nicht ausgeschöpft wird, muss man mit einer deutlich empfindlicheren Strafe als in Deutschland rechnen. In der Schweiz liegt der Strafrahmen nicht ganz so hoch, dafür aber bestraft die Polizei konsequent. 1000 Franken sind bei solch sicherheitsrelevanten Verstößen gegen das Verkehrsreglement mindestens fällig, hinzu kommt ein einmonatiges Fahrverbot.

Auto nicht im Stand warmlaufen lassen

Billiger (10 Euro) kommt da weg, wer sein Auto beim Kratzen schon mal warmlaufen lässt; dabei ist der größte Effekt dieser morgendlichen Unsitte, dass die Luft mit Abgasen verpestet wird. Nennenswert auf Betriebstemperatur kommt der Motor nicht, deshalb erzeugt die Heizung auch kaum Wärme. Türschlossenteiser sollten nicht im Auto aufbewahrt werden, sie gehören in die Mantel- oder Jackentasche. Vorbeugen ist besser: Schloss mit Graphit oder Kriechöl vorbehandeln, damit eindringende Feuchtigkeit sich nicht festsetzt.

Bei Eis und Schnee: Scheiben am Abend abdecken

Muss man  mit Eis und Schnee rechnen, hilft Vorbeugen. Das Abdecken der Frontscheibe mit einer beschichteten Eisschutzfolie (gibt es für ein paar Euro im Baumarkt, im Teilehandel oder online) am Vorabend beugt vereisten Scheiben vor. Nach dem Abnehmen der Folie sollte man sie gründlich ausschütteln, um nicht zu viel Feuchtigkeit ins Auto zu tragen. Am Abend nach dem Einparken sollte man prinzipiell noch einmal die Scheibenwaschanlage laufen lassen. Dann ist die Scheibe sauber, so dass Schmutzpartikel beim Freikratzen nicht zu kleinen Schlieren führen. Außerdem bindet der Schmutz auf der Scheibe auch Feuchtigkeit – die dann über Nacht gefriert. Wer die Scheibenwischer abends aufstellt, verhindert außerdem, dass der Wischergummi anfriert. Außerdem verdienen die Scheibenwischer einen prüfenden Blick. Ziehen sie Schlieren oder ist die Lippe gar eingerissen, muss Ersatz her.

Gegen beschlagene Scheiben hilft regelmäßiges Putzen

Zur perfekten Sicht gehören auch saubere Scheiben – und zwar von innen. Die Scheiben sollten regelmäßig gereinigt werden, denn verschmutzte Scheiben beschlagen schneller und schlucken enorm viel Licht. Zum Reinigen nimmt man einen einfachen Haushaltsglasreiniger wie Sidolin. Wer im Auto raucht, sollte einmal die Woche zum Putzlappen greifen. Eine Voraussetzung für beschlagfreie Scheiben ist eine gute Entlüftung des Innenraumes. Daher: Laub und andere Fremdkörper aus dem Luftschacht vor dem Lüftungsgebläse entfernen. Gerade im Winterhalbjahr ist nicht nur gutes Sehen lebenswichtig – sondern auch gesehen werden. Deshalb sollte man regelmäßig kontrollieren, ob alle Lampen und Leuchten noch funktionieren. Beim Check der Scheinwerfer auch auf beschädigte Gläser oder beschlagene Reflektoren achten. Zwischendurch an der Tankstelle mit dem Schwamm Scheinwerfer und Heckleuchten sauber zu machen, bringt ein deutliches Sicherheitsplus.

Genug Frostschutz ins Wischwasser

Schnee, Regen, aufgewirbeltes Schmelzwasser von der Straße versetzt mit Streusalz und Dreck: Alle paar Kilometer muss im Winter nun die Scheibenwaschanlage bemüht werden, weil die Windschutzscheibe trübe wird wie Milchglas. Das Scheibenwaschwasser braucht nun einen speziellen Reinigungszusatz mit Frostschutz; den nicht zu sparsam verwenden, denn sonst sind bei knackigen Minusgraden die Scheibenwischerdüsen im Nu eingefroren. Viele Autos warnen mittlerweile vor, wenn der Wasservorrat in der Waschanlage zu Neige geht, aber trotzdem passiert das meist in einem unpassenden Moment. Empfehlenswert ist es deshalb, eine Flasche oder einen kleinen Kanister mit bereits fertig gemischtem Scheibenwaschwasser im Kofferaum zu haben, um im Notfall schnell nachfüllen zu können.

 

 

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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