Das Einstiegs-SUV von BMW hat ein leichtes Facelift erhalten.

Woran sich der BMW X1 des Modelljahrgangs 2020 vomVorgänger unterscheidet? Man muss schon sehr genau hinschauen, es sind nur Nuancen.  Unter dem Blech hat sich mehr getan: Alle Diesel beherrschen schon die Abgasnorm Euro 6d, die Benziner 6d-Temp. Ein Plug-in-Hybrid mit 220 PS Systemleistung und rund 50 Kilometern elektrischer Reichweite ergänzt die Palette.  

Der X1 erlebte beim ersten Modellwechsel Ende 2015 einen grundliegenden Wandel: Aus einer – simpel gesagt – hochgesetzten Einser-Reihe wurde  ein richtiges SUV. Etwas kompakter als der X3, und das überzeugte die Kunden. 2018 war der X1 schon das meistverkaufte Auto der Marke weltweit mit fast 290.000 Exemplaren. Aber auch im vierten Jahr des Modellzyklus ließ die Nachfrage nicht nach. 2019 hatte der X1 mit über 36.000 verkauften Autos in Deutschland sein erfolgreichstes Jahr. Trotzdem war es nun nach vier Jahren Laufzeit Zeit für einen LCI, wie eine solche Modellpflege BMW-intern heisst: einen Life Cycle Impulse. 

Vorwiegend optische Kosmetik

Dieser Impuls für den Lebenszyklus (oder ebenso neudeutsch Facelift) kommt auf sehr leisen Sohlen daher. Technisch war auch kein größerer Aufwand von Nöten, sagen die Entwickler der bajuwaischen Marke mit aller Offenheit: Die Käufer der Baureihe attestierten dem Modell rundum sehr gute Qualitäten, deshalb gibt es zum Beispiel im Bereich Fahrwerk keinerleid Modifikationen, wenn man einmal vom einen oder anderen neuen Leichtmetallrad im Format 18- oder 19-Zoll, das ausgewählt werden kann, absieht. 

Vorwiegend reden wir also über optische Kosmetik: eine modifizierte (und selbstverständlich größere) Niere, neues Design für Gitter und Lufteinlässe, neues Stoßfängerdesign, umgestaltete Heckleuchten in LED-Technik. Wenn schon die Vergrößerung der Auspuffendrohr-Durchmesser von 70 auf 90 Millimeter zu den Modellhighlights gehört, dann wurde mit sanfter Hand modernisiert.

Dass von den Außenspiegen per LED-Technk ein X1-Logo auf den Boden projeziert wird, zählt da zu den nützlichen Spielereien, denn so kann man im Dunkeln sehen, wo man beim Aussteigen hintritt. Im Interieur fallen neue Polster und Ziernähte auf, neu ist das 10,25 Zoll große Infodisplay, das mit der optionalen Navigation Plus (2950 Euro)  geliefert wird und sich  über große Kacheln  als Touchscreen, über den iDrive-Controller oder per Sprache bedienen lässt. 

Das kleinste BMW-SUV präsentiert sich als erwachsenes Reiseauto

Mit Abmessungen und vor allem Raumangebot bewegt sich der X1 in jenem Bereich, der von der vorletzten Modellgeneration des inzwischen deutlich grösseren X3 besetzt wurde. 505 Liter Kofferraum stehen für das Reisegepäck zur Verfügung, durch Klappen der Sitze lässt es sich auf 1550 Liter erweitern. 

Damit präsentiert sich das kleinste BMW-SUV als sehr erwachsenes Reiseauto und als sportlicher Vertreter seines Segments. Tadellos bislang schon die Fahrwerksabstimmung, wie oben erwähnt – der X1 lässt sich  sehr direkt durch Kurven lenken, minimale Abstriche beim Federungskomfort bieten als Gegenleistung kaum spürbare Wankbewegungen der Karosserie und ein sehr agiles und sicheres Fahrverhalten. 

Benziner, Diesel und Plug-in-Hybrid von 140 bis 231 PS

Die Motorenpalette für die Baureihe umfasst Drei- und Vierzylindermotoren, die zwischen 140 und 231 PS leisten. Der Einstiegsbenziner X1 18i wird ausschließlich mit Vorderradantrieb angeboten. Bei den Dieselvarianten 18d und 20d stehen Allrad- oder Vorderradantrieb zur Wahl. 18i und 18d  sind überdies auch als Handschalter zu erhalten, während bei allen Versionen ab 20i/20d ein ausgezeichnet abgestimmter Achtgangautomat von Aisin dafür sorgt, dass die passende Übersetzung für die aktuelle Fahrsituation gewählt ist.

Für erste Testfahrten standen die beiden Topmotorisierungen zur Verfügung, der 25d sowie der 25i, beide jeweils 231 PS stark. Der Top-Diesel erfüllt schon die neue Abgasnorm Euro 6d. Der Vierzylinder-Benziner geht kraftvoll und durchaus spritzig zu Werke, erreicht aber weit nicht das Gefühl der Souveräntät, das der Diesel mit seinen 450 Newtonmetern maximalem Drehmoment bietet. Der stärkste Diesel überzeugt mit einem maximalen Drehmoment von 450 Newtonmetern, und dank der ausgezeichneten Abstimmung mit dem Achtgang-Automatikgetriebe sorgt das für  jederzeit verfügbaren Schub bei niedrigen Drehzahlen.

Nicht viel schlechter dürfte man auch mit dem BM X1 20d unterwegs sein, der 190 PS liefert. Dessen maximales Drehmoment von 400 Newtonmeter steht in einem etwas schmaleren Drehzahlband zur Verfügung (1.750 bis 2.500 Newtonmeter). Der Preisvorteil im Vergleich zum stärksten Diesel liegt bei 2.700 Euro.

X1 xDrive25e: Elektrischer Antrieb bis 135 km/h

Wer viele kurze Strecken elektrisch fahren will, für den steht nun auch ein Plug-in-Hybrid zur Wahl: der X1 xDrive25e, der ab 45.250 Euro kostet. Er kombiniert einen 125 PS starken Turbo-Dreizylinder-Benziner mit einer 95 PS starken Elektromaschine an der Hinterachse, die somit für den Allradantrieb sorgt. Das ergibt eine Systemleistung von 162 kW/220 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 385 Newtonmetern. Der Lithium-Ionen-Akku des Plug-in-Hybriden hat 9,7 kWh Kapazität, das reicht auf Basis des Testzyklus je nach Ausstattung für 54 bis 57 Kilometer rein elektrische Reichweite. Die Höchstgeschwindigkeit liegt  bei elektrischen Fahren bei 135 km/h.  

Vorausgesetzt, man lädt häufig genug nach, soll ein Verbrauch von 1,9 l/100 km machbar sein. Laden lässt sich die Batterie des X1 xDrive 25e an einer normalen Haushaltssteckdose in knapp fünf Stunden, an einer Wallbox kann der Strom mit 3,7 kW fließen, dann ist die Batterie nach rund 3 Stunden und 15 Minuten wieder voll. Die Batterien hat BMW im Bereich der Hinterachse untergebracht. Wer sich für den Plug-in-Hybriden entscheidet, muss also mit weniger Kofferraum auskommen. Das Volumen schrumpft um eine Reisetasche auf 450 Liter, mit umgeklappten Rücksitzen (40:20:40) sind es noch 1470 Liter.

Die Preisliste beginnt bei 33.100 Euro – und es gibt viele Extras

Die Preisliste für den X1 beginnt bei 33.100 Euro für den sDrive 18i; der teuerste Benziner ist der xDrive 25i, der ab 45.900 Euro kostet.  Bei den Dieselmodellen bewegt sich der Einstiegspreis von 35.550 Euro für den sDrive 18d bis hin zu 45.650 Euro für den xDrive 25d. Viele  Ausstattungsoptionen im Konfigurator lassen die Startpreise schnell zu Makulatur werden.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: BMW X1 xDrive 25d 

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: R4, Commonrail-Turbodiesel

Getriebe: Achtgang-Automatik

Hubraum in ccm: 1.995

Leistung in kW (PS) bei U/min: 170 (231)/4.400

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 450/1.500 – 3.000 Beschleunigung 0–100 km/h in s: 6,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 235

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 4,9 bis 5,2

CO2-Emission kombiniert in g/km: 128 bis 136

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.447/1.821/1.598

Radstand in mm: 2.670

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.650

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 2.180

Kofferrauminhalt in l: 505 – 1550

Bereifung: 225/55 R17

Felgen: 7,5 x 17″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 45.650

Klaus Justen
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