Die italienischen Bremsenspezialisten stellten auf der IAA 2019 in Frankfurt einen Bremssattel mit einem integrierten Kühlkanal vor.

Der Monoblock-6-Kolben-Bremssattel aus Aluminium trägt den Namen Dyadema und soll die nächste Generation der Supersportwagen kraftvoll entschleunigen. Außerdem wurde leichtere Bremsbeläge vorgestellt.

Die Technologie des Dyadema Bremssattels

In den Bremssattel ist ein Kühlkanal integriert, der der den Luftstrom um die Bremsbeläge erhöht. Durch die damit ausgelöste Ventilation arbeitet der Sattel unter niedrigeren Temperaturen und erzielt so eine bessere und gleichbleibende Leistung.

Die Erhöhung des Luftstroms reduziert im Vergleich zu einem Standard-Sattel die Bremsflüssigkeitstemperatur um bis zu 15 Prozent.  Dadurch wird dauerhaft für eine maximale Bremseffizienz gesorgt.

Die neuen Bremsbeläge von Brembo

Mit einem neuen, nicht näher erläuterten Verfahren, werden Reibmaterial und Verbundwerkstoffe gemeinsam geformt, sodass in einem einzigen Schritt ein komplett neuer Bremsbelag entsteht. Zu diesem Zweck wurden neue Maschinen und Werkzeuge entwickelt, der die Fertigungszeit verkürzt.

Die neuen Bremsbeläge von Brembo sind das Ergebnis modernster Konstruktionstechnik und wurden strengen Prüfstands- und Straßen-Tests unterzogen, die die Langlebigkeit und Funktionsfähigkeit der Beläge unter Beweis gestellt haben.

Der neue Belag erreicht eine Gewichtsreduktion von bis zu 60 Prozent, was dem Fahrzeuggesamtgewicht zu Gute kommt. Gleichzeitig gewährleistet er die absolute Korrosionsfreiheit des Bremssattelkörpers sowie eine Reduzierung der Wärmeleitfähigkeit für maximale Sicherheit beim Parken und bei der Notbremsung unter allen Straßenverhältnissen.

Eine kurze Historie von Brembo

Brembo wurde 1961 von Emilio Bombassei und seinem Schwager Italo Breda als kleine mechanische Werkstätte in der Nähe von Bergamo gegründet. In den ersten Jahren wurde unter anderem für Auftraggeber wie Alfa Romeo und Pirelli gearbeitet.

Der erste Kunde der von Brembo produzierten Bremsscheiben war 1964 Alfa Romeo. Was einem Lkw-Unfall zu verdanken war, der Bremsscheiben geladen hatte, die von England auf dem Weg zu Alfa Romeo waren. Da Alfa befürchtete, dass die Bremsscheiben durch den Unfall beschädigt sein könnten, wurde Brembo mit der Reparatur beauftragt.

Brembo erkannte, dass diese Bremsscheiben technisch nicht sehr ausgefeilt waren und schlug Alfa Romeo vor, sie direkt in Italien und zu einem günstigeren Preis zu produzieren. Mit diesem Deal begann eine strahlende Zukunft.

Ab den späten 1960er Jahren und über die gesamten 1970er Jahre produzierte Brembo Scheibenbremsanlagen für Straßenbahnen, Busse, Erdbewegungsfahrzeuge sowie die Seilbahn auf den Zuckerhut in Rio de Janeiro und die Seilbahn auf den Mont Blanc.

1970 meldete Brembo mit einem neuen Montagesystem für Bremsbeläge, das den Belag gegen die Kolben des Bremssattels drückt, um nach dem Bremsen eine Berührung mit der Scheibe zu verhindern, sein erstes Patent an. 1975 beauftragte Enzo Ferrari Brembo mit der Entwicklung der Bremsanlage für das Formel-1-Team der Scuderia. Damit wurde der Grundstein für die bis heute dominierende Stellung im Motorsport gelegt.

Dietmar Stanka
Letzte Artikel von Dietmar Stanka (Alle anzeigen)