Der Name des Bugatti Bolide ist Programm.

Die auf 40 Exemplare Fahrmaschine mit dem legendären 8-Liter-V16 ist mit 1.600 PS und einem Drehmoment von ebenfalls 1.600 Nm vier Millionen Euro teuer. Netto versteht sich.

Die Idee eines Experimentalfahrzeugs

Ursprünglich war der Bugatti Bolide ein fahrfähiges Experimentalfahrzeug, das im Herbst 2020 vorgestellt wurde. Auf der „The Quail – A Motorsports Gathering“ wurde nun aber eine Kleinserie mit gerade einmal 40 Exemplaren angekündigt.

„Mit dem Bolide haben wir vergangenes Jahr große Begeisterung ausgelöst. Nach der Präsentation baten uns viele Enthusiasten und Sammler, ein Serienfahrzeug des Experimentalfahrzeugs Bolide zu entwickeln. Die Reaktionen und die Rückmeldung von Kunden aus der ganzen Welt haben mich überwältigt“, erklärt Stephan Winkelmann, Präsident von Bugatti. „Daher haben wir uns entschlossen, eine Kleinserie des Bolide aufzulegen, um 40 Kunden die Chance zu geben, dieses unglaubliche Fahrzeug erleben zu können. Unser Team entwickelt nun ein Serienmodell, eine ultimative Fahrmaschine für den Track.“ Damit wird der Bolide die extremste Ausbaustufe des legendären 8,0-Liter-W16.

Das technologische Konzept des Bugatti Bolide

Laut Bugatti ist das Fahrzeugkonzept des Bolide das extremste, das jemals um den Antriebsstrang des W16-Motors mit vier Turboladern konzipiert wurde. „Für mich geht ein Traum in Erfüllung, dass wir dieses radikale Gedanken-Experiment des Bolide nun als Serie in die Realität umsetzen können, denn es ist mit Abstand das herausforderndste Performance-Projekt meiner 17-jährigen Bugatti-Karriere“, erklärt Achim Anscheidt, Chefdesigner von Bugatti.

Die Luftführungskanäle und der filigran gestaltete Vorderwagen erinnern eher an Formel-1-Boliden als an Hypersportwagen und bestimmen das optische Erscheinungsbild. Dazu kommen eine sehr niedrige Höhe, eine Ansaughutze auf dem Dach und eine niedrige Sitzposition. Der Heckflügel sorgt in Kombination mit dem Heckdiffusor für einen hohen Abtrieb und dadurch optimale Traktion.

Wie bei anderen Bugatti Modellen setzte das Designteam auf einen Mix der Farben. Der Bolide verfügt aber mehr sichtbare Carbon-Teile im Vergleich zu anderen Fahrzeugen der Molsheimer Sportwagenschmiede.

Während beim Experimentalfahrzeug Bolide Rennbenzin mit 110 Oktan eine Leistung von 1.850 PS mobilisiert, hat sich Bugatti beim Serienfahrzeug Super Plus Benzin mit 98 Oktan entschieden. Die verfügbare Leistung liegt dann bei 1.600 PS und 1.600 Newtonmeter Drehmoment ab 2.250 Umdrehungen.

Den Antrieb wurde für den Rundstreckeneinsatz auf höhere Drehzahlen abgestimmt. Unter anderem durch eine Entdrosselung der Ansaug- und Abgasanlage, um ein noch schnelleres, spontaneres und extremes Ansprechverhalten zu erzielen. Ebenso wurden das Kühlsystem für Turbolader, Motor, Getriebe und Differential für eine optimale Leistungsentfaltung angepasst.

Bugatti Bolide

Sicherheitsstandards nach FIA-Regeln

Zur Sicherheitsausstattung zählen unter anderem HANS-System-Kompatibilität, eine automatische Feuerlöschanlage, Druckbetankung mit Kraftstoffblase, Zentralverschluss für Räder und eine Sechspunkt-Gurtanlage.

Die Optimierungen an Design, Aerodynamik, Qualität und Sicherheit führten zu einem Leergewicht des Serienfahrzeuges von nur 1.450 Kilogramm und somit einem Leistungsgewicht von 0,9 Kilogramm pro PS bei der Nutzung von Super Plus.

„Sicherheit der Kunden hat für uns stets oberste Priorität. Deshalb haben wir uns entschlossen, für dieses extreme Fahrzeug exklusive Track Days anzubieten, um so stets ein sicheres Umfeld zu gewährleisten und den Kunden Schritt-für-Schritt an die atemberaubende Performance des Bolide heranzuführen“, sagt Stephan Winkelmann. „Wir sind stolz, dass wir beim Serienfahrzeug optisch und technisch so nah am technischen Demonstrator bleiben, gleichzeitig jedoch Design, Qualität und Fahrzeugsicherheit steigern werden“, erklärt Stephan Winkelmann.

In den nächsten drei Jahren wird der neue Hypersportwagen zur Serienreife entwickelt. Die Auslieferung ist für 2024 geplant, zum Stückpreis von vier Million Euro netto und auf 40 Einheiten begrenzt.

Dietmar Stanka