Cabrios machen es Langfingern ein gutes Stück einfacher, Beute zu machen. Trotzdem sind sie auch offen geparkt versichert. Allerdings nicht immer. Es kommt auf die Details an.

Mal eben schnell auf einen Espresso ins nächste Straßencafé: Nicht immer hat man als Cabriofahrer Lust, das Verdeck wieder komplett zu schließen. Denn was mit einem vollautomatischen und elektrisch angetriebenen Verdeck eine Sache von ein paar Sekunden ist, kann mit einem manuellen Verdeck in Arbeit ausarten. Vor allem dann, wenn man ein Cabrio hat, bei dem während der Fahrt die Persenning über das zusammengefaltete Verdeck gelegt werden muss. Diese Arbeit ist mühsam.

Der Diebstahlschutz der Teilkasko geht nicht in jedem Fall verloren

Wenn Cabrios offen geparkt werden, heißt das aber noch lange nicht, dass damit gleich der Versicherungsschutz verloren geht. „Letztlich entscheidet der Abstellplatz darüber, ob das Verdeck offen bleiben kann oder geschlossen werden sollte“, gibt Autoversicherer HUK Coburg die geltende Rechtslage wider.

Prinzipiell ist der Diebstahlschutz über die Teilkaskoversicherung geregelt. Also auch die Autofahrer, die ihren Cabrios eine Vollkaskopolice gönnen, werden im Fall eines Diebstahls (oder auch bei Sturmschäden oder einem Fahrzeugbrand) über die Teilkasko entschädigt. Das hat den Vorteil, dass es in der Teilkasko keinen Schadenfreiheitsrabatt gibt. Somit gibt es nach einem Versicherungsfall auch keine Rückstufung und damit eine höhere Versicherungsrechnung.

Die Teilkaskoversicherung schaut jedoch bei einem Diebstahlschaden genau hin, wie die Umstände waren. Wer sein Auto vor dem belebten Straßencafé abstellt, wird ebensowenig Probleme mit seiner Versicherung bekommen wie ein Autobesitzer, der in einer stillen Seitenstraße parkt und für kurze Zeit im nächsten Laden  verschwindet. Grob fahrlässig und damit gefährlich für den Versicherungsschutz wird es, so die Faustregel,, wenn das Auto mehr als eineinhalb Stunden offen auf der Straße steht.

Das Offenparken in der eigenen Einzelgarage ist völlig problemlos. Mehr Vorsicht ist bei Tiefgaragen geboten, die für viele Personen frei zugänglich sind, warnt die HUK. Hier gelten dieselben Regeln wie auf der Straße: Wer sein Cabrio schnell abstellt, um beim Bäcker ein paar Brötchen zu kaufen, kann das Verdeck offen lassen. Wer für ein paar Stunden oder noch länger parkt, sollte das Dach schließen. Gleiches gilt bei einer Urlaubsfahrt in Länder, in denen besonders häufig Autos gestohlen. Hier nennt der Versicherer Polen, Tschechien oder auch Italien als Beispiel.

Cabrios sind wie alle anderen Autos kein Safe für Wertgegenstände

Der Autoversicherer zieht deshalb das Fazit: „Cabriofahrer, die ihr Verdeck schließen, können in punkto Versicherungsschutz nie etwas falsch machen. Wer es offen lässt und Langfingern dadurch leichtfertig den Diebstahl ermöglicht, muss mit Konsequenzen rechnen.“

Nie etwas falsch machen stimmt dabei natürlich nicht. Die Versicherung zahlt nicht für offen im Auto liegengelassene Gegenstände. Handtasche, Laptop oder Tablet, Digitalkamera oder eine teure Jacke dürfen weder im offenen noch im geschlossenen Auto liegen bleiben.

Um Gelegenheitsdieben das Leben schwerer zu machen, sollten beim offen geparkten Auto die Scheiben hochgefahren, das Handschuhfach abgeschlossen und das Auto selbstverständlich abgeschlossen werden.

Verdeck des Cabrios zu: Bester Schutz fürs Interieur

Es gibt aber noch ganz andere Gründe, Cabrios nicht über längere Zeit offen zu parken: Ist der Parkplatz dank Bäumen schattig, finden sich anschließend allzu oft Hinterlassenschaften von Vögeln auf den Sitzen, die hässliche Flecken hinterlassen können. Mit offenem Verdeck heizen sich überdies Sitzpolster und Lenkrad noch stärker auf. Und einen kräftigen Gewitterguss kann man vor allem am Nachmittag nie ausschließen. Fahren auf nassen Sitzen in einem rollenden Dampfbad – das macht absolut keinen Spaß.

 

Klaus Justen
Folgen Sie

Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
Klaus Justen
Folgen Sie