Dass sich Automobile gemeinsam eine Plattform teilen, ist keine Errungenschaft heutiger Tage. Im Jahr 1966 entstand der Camaro auf der Basis des biederen Chevrolet Nova, eines Modells, das als zweitüriges Coupé, als viertürige Limousine, als drei- und fünftüriger Kombi sowie als Cabriolet angeboten wurde.

Der Camaro — der Name ist vom französischen Wort camarade (Kamerad, Freund) abgeleitet — fand im neu geschaffenen Segment der Pony Cars, die mit V6- und V8-Motoren günstig, sportlich und für ihre Zeit recht schnell waren, sofort viele Fans.

Der Firebird

1967 bekam der Camaro weitere Konkurrenz aus dem Mutterhaus General Motors, den Pontiac Firebird. Im Gegensatz zum Camaro, der bis heute überlebt hat, wurde der Feuervogel 2002 aber eingestellt. Zudem ist die Marke Pontiac im Zuge der Umstrukturierung von GM Ende 2010 vom Markt verschwunden.

Um dem Ford Mustang etwas entgegenzusetzen, wurde dem Camaro 1967 ein 6,5- Liter-V8-Motor eingepflanzt, der das Typenschild „SS“ für „Super Sports“ trug. Die andere, noch viel schärfere Variante war der Z/28, bis heute neben dem SS die sportliche Ikone dieses Modells.

Der „Big Block“ des Z/28 leistete offiziell zwar nur 290 PS, tatsächlich waren es aber locker 400 Pferdchen, die beim GM-Pony die Mähne fliegen ließen. Mit dem Einsatz des Camaro als Pace Car bei den Indy 500, dem wohl traditionsreichsten Autorennen in den USA, stieg die Popularität ungemein.

Ab 1970 lahmte die Erfolgsstory des Camaro

Doch die zweite Generation, die 1970 folgte, hatte es ungleich schwerer. Anfang der 1970er-Jahre zeigten die Ölkrise und die in den USA auf 55 Meilen begrenzte Höchstgeschwindigkeit ihre Auswirkungen. Und die nach Europa gelieferten Exemplare waren im Vergleich zu Porsche & Co. immer noch gewaltige Schluckspechte mit schlechter Straßenlage.

Ein kleiner Höhepunkt der über zwölf Jahre lang gebauten zweiten Serie des Camaro war noch der Z28 (in der neuen Schreibweise ohne Strich). Über die 1982 eingeführte dritte Generation des Chevrolet Camaro kann man jedoch getrost den Mantel des Schweigens decken. Gleiches gilt, was das Design anbetrifft, auch für die vierte Serie des Sportwagens.

Als GM 2002 die Einstellung des Camaro beschloss, war dieser amerikanische Sportwagen erst mal Geschichte. Die Wiedergeburt als fünfte Generation 2009 war auf Anhieb ein Erfolg, dank des an den 1967er-Camaro angelehnten Designs und eines sechs Liter großen V8 aus der Corvette. Mit dem ZL1 der sechsten Generation, der 2016 sein Debüt gab, bricht der Camaro — zumindest technisch —sämtliche Rekorde.

Tipps für Sammler

Die Ersatzteilversorgung ist wie bei den meisten US-Pony-Cars immer noch sehr gut und günstig. Gut erhaltene beziehungsweise restaurierte Camaros der ersten Modellreihen mit V8-Motoren erzielen Preise über 30.000 Euro. Die späteren Sechs- und Vierzylindermodelle ab 1970 können da nicht mithalten.

Text: Dietmar Stanka

Franz-Josef Seidl

Franz-Josef Seidl

Fotograf bei FJS-Foto
Franz-Josef Seidl - gelernter Fotograf, ist seit 1994 als freischaffender Bildjournalist, Portrait- und Modefotograf in fast aller Welt unterwegs. Seit 2008 gibt es das Fotostudio "HAUSEN 11" in Kirchheim bei München, in dem Portraits-, Fashion-, Beauty-, Business-, und Bewerbungsfotos entstehen. Darüber hinaus fotografiert Franz-Josef Seidl Produkte wie Autos und Motorräder. Einen Namen hat sich Franz-Josef Seidl auch als Theater-Fotograf gemacht. Dafür wird er in alle bekannten Opern- und Theaterhäuser eingeladen. FJS-Foto ist mit seiner Kamera in vielen DAX-Unternehmen Deutschlandweit sowie als Reportagefotograf weltweit tätig.
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