Die Chevrolet Corvette C8.R ist der erste Mittelmotor-Rennwagen von Chevrolet, der in der IMSA GTLM-Klasse antritt.

Gleichzeitig ist es das erste brandneue Rennwagendesign seit der C5.R im Jahr 1999. Ihr Debüt feierte der neue Rennwagen bereits am 25. Januar 2020 bei der Rolex 24 in Daytona in Florida. Mit einem 16. Platz waren das Fahrerteam Antonio Garcia, Jordan Taylor und Nick Catsburg nicht sonderlich zufrieden. 2021 setzten die drei Rennfahrer aber ein fettes Zeichen und holten den Gesamtsieg.

Die Technik der Chevrolet Corvette C8.R

Die C8.R basiert eins zu eins auf der neuen Corvette Stingray. Der Technologietransfer zwischen Rennwagen und Serien-Corvette ist laut Chevrolet so tiefgreifend wie nie zuvor. So liegt der Prozentsatz an gemeinsamen Bauteilen zwischen dem Serien- und dem Rennwagen höher als bei jeder vorherigen Generation.

„Es war uns wichtig, neben dem Serienfahrzeug parallel den neuen Rennwagen zu entwickeln, damit jedes Produkt die neue Architektur optimal nutzen kann“, erklärt Ed Piatek, Chefingenieur von Corvette. „Die Vorteile dieses Mittelmotor-Supersportwagens, nicht zuletzt seine unglaubliche Balance und sein Fahrgefühl, werden auf der Straße und der Strecke gleichermaßen deutlich werden.“

Da bei einem Rennwagen einige Serienteile nicht wesentlich sind, wurde beispielsweise anstatt des vorderen Ablagefachs ein Kühler montiert. Die Kühler des Serienfahrzeugs wurden durch entsprechend helle Rennscheinwerfer ersetzt.

Die Motorhubraumregeln der IMSA schreiben einen 5,5-Liter-V8-Saugmotor mit einer Leistung von 500 PS und einem maximalen Drehmoment von 650 Nm vor. Die Gänge werden mit einem sequentiellen Xtrac-Sechsgang-Schaltgetriebe gewechselt.

Anpassungen bei Aerodynamik, Gewicht und Steifigkeit

Bei der Entwicklung der C8.R lag das Hauptaugenmerk auf der Verbesserung der Aerodynamik, der Erhöhung der Steifigkeit und der Gewichtsreduzierung gegenüber dem Vorgänger.

Für die C8.R wurde die Chassis-Struktur der Corvette C8 Stingray angepasst. Diese wird im in der Bowling Green Assembly gefertigt, wo auch das Serienmodell gebaut wird. Das Chassis ist so modifiziert, um die Anforderungen der Rennserie zu erfüllen. Die Chassis-Struktur der neuen C8.R ist deutlich steifer und leichter als die ihres Vorgängermodells.

Um den niedrigeren Schwerpunkt und die gleichmäßigere Gewichtsverteilung zu nutzen, arbeitete Corvette Racing eng mit Michelin zusammen. Die Reifenmischung und -konstruktion wurde optimiert, um die speziellen Traktionsanforderungen eines Rennwagens mit Mittelmotor optimal zu erfüllen. Die C8.R fährt auf 18 Zoll Michelin Pilot Sport GT Rennreifen.

Eine neue Lackierung

Neben dem traditionellen Gelb ist Silber die neue Farbe der Corvette C8.R. Inspiriert von den Farben legendärer Corvette-Konzepte wie dem 1973er Chevrolet Aerovette und dem 1959er Corvette Stingray Racer dürfen beim Rennwagen Nr. 4 gelbe Akzente nicht fehlen. Umgekehrt ist es bei der Nr. 3, die gelb lackiert ist und mit silbernen Details aufwartet.

„Da der Mittelmotor-Rennwagen ein solch revolutionäres Fahrzeug ist, hielten wir es für angemessen, das Erbe von Corvette Racing sowohl mit einer überarbeiteten, modernen Lackierung als auch mit einer traditionellen Lackierung in Corvette-Gelb zu würdigen“, erklärt Vlad Kapitonov, führender Designer von Chevrolet Performance Cars.

„Beide Lackierungen sind eine Hommage an die Geschichte von Corvette Racing sowie an die beeindruckenden Meilensteine in Technik und Design, die zu diesem außergewöhnlichen Rennwagen geführt haben.“

Einsatz in Europa

Vom 21. bis zum 22. August 2021 werden Antonio Garcia, Jordan Taylor und Nicky Catsburg das 24-Stunden-Rennen von Le Mans bestreiten. Mit einer weiteren C8.R treten Tommy Milner, Nick Tandy und Alexander Sims beim Klassiker in Frankreich an.

Dietmar Stanka
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