Aufgrund der Sparsamkeit und Wartungsfreundlichkeit des 5 HP schaffte Firmengründer André Citroën mit dessen Einführung einen entscheidenden Schritt zur Demokratisierung des Automobils.

Der Citroën 5 HP, auch Citroën 5 CV oder Citroën Typ C genannt, wurde 1922 auf dem Pariser Automobilsalon vorgestellt. Das von Edmond Moyet konstruierte Modell war sparsam, ließ sich einfach bedienen, war wartungsarm und deshalb insbesondere bei Frauen und jungen Fahrern beliebt.

Mit der Entwicklung des Citroën 5 HP erfüllte das Design zudem die Erwartungen vieler Gewerbetreibender. So war dieses Fahrzeug das erste wirklich volkstümliche Auto für Jedermann.

Der Antrieb des Citroën 5 HP

Der Vierzylinder-Ottomotor mit einem Hubraum von 856 cm3 bei 2.100 U/min verfügte über eine Leistung von 11 PS. Der Verbrauch lag bei gerade einmal 5 Litern auf 100 Kilometern und die Höchstgeschwindigkeit betrug 60 km/h.

Die berühmteste Baureihe „Trèfle“ ist vielen Citroën Fans wegen seines spitz zulaufenden Hecks und damit nur einem, mittig platzierten Rücksitz bis heute in Erinnerung. Im Prospekt stand: „Dank optimaler Raumanordnung sind die Sitze sogar für drei überdurchschnittlich korpulente Personen sehr bequem“.

Die kleine Zitrone

Da der 5 HP zur Markteinführung mit markant hellgelber Lackierung angeboten wurde, bekam er schnell den Spitznamen „kleine Zitrone“. Die ansprechende Karosseriefarbe und die einfache Handhabung verhalf der Marke Citroën zu großer Popularität. Zwischen 1922 und 1926 wurde der Citroën 5 HP insgesamt 80.759 Mal produziert.

Neben dem 5 HP etablierte Citroën ab 1921 auch die B-Reihe. Als direkter Nachfolger des Citroën Typ A übernahm der B2 dessen Serienausstattung und wurde mit einem stärkeren Motor und Dreiganggetriebe ab Juni 1921 zum Erfolgsmodell.

Auch die Citroën Halbkettenfahrzeuge, die durch die Sahara-Durchquerung 1922-23 Berühmtheit erlangten, waren mit B2-Motoren ausgestattet. Darüber hinaus dienten Chassis und Mechanik als Grundlage der Lieferwagen „Boulangère“ (mit festem Verdeck) und „Normande“ (mit Klappverdeck).

Mit dem Produktionsbeginn des Nachfolgemodells B10 1924 setzte Citroën erstmals auf die Ganzstahlkarosserie. Als letztes Fahrzeug der B-Reihe wurde der B14 im Oktober 1928 durch den C4 ersetzt.

In Deutschland sind Sammler und Liebhaber dieser Modelle im Citroën-Veteranen-Club von Deutschland e.V. organisiert und stehen mit Rat und Tat zur Seite.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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