Steckbrief Citroën C4 Cactus PureTech 130 Stop&Start

Mit der neuen Generation des C4 Cactus bewegt sich der französische Hersteller Citroën Richtung Mainstream: Lieber nicht zu viele optische Experimente wie beim Vorgängermodell. Denn der neue Cactus soll in der Kompaktklasse punkten und gegen Modelle wie Ford Focus, VW Golf oder Hyundai i30 bestehen. Ein Verkaufsargument schreiben die Franzosen, ganz in der Tradition des Hauses, besonders groß: Fahrkomfort.

Die erste Ausgabe des Citroën C4 Cactus war alles andere als unauffällig.  Die dicken, unübersehbaren Kunstoffpolster auf den Türen prägten das Bild des kleinen Kompaktwagens, der 2014 auf den Markt kam. Diese Airbumps polarisierten die Kundschaft. Was die einen witzig und ein wenig extravagant fanden, war den anderen zu gewollt verspielt oder schlicht nicht wertig genug. Immerhin fand der Cactus in den ersten vier Jahren seines Modelllebens rund 270.000 Käufer. Mit dem neuen Modell positioniert Citroën den Cactus mitten hinein in die umkämpfte Kompaktklasse. Ab Mitte April werden die ersten Fahrzeuge an die Kunden ausgeliefert, und ab spätem Frühjahr ersetzt der c4 Cactus die C4 Limousine im Modellportfolio des Herstellers.

Motorisierungen und Basispreise des Citroën C4 Cactus

Mit dem neuen C4 Cactus bringt Citroën eine interessante Alternative in die Kompaktklasse für Autokäufer, die Fahrkomfort suchen, nicht unbedingt Top-Motorleistung. Denn dort, wo beim Cactus mit 130 PS die Leistungspalette endet, geht sie bei vielen Wettbewerbern erst richtig los.

Ab 17.490 Euro bietet Citroën den C4 Cactus an, für diesen Preis gibt es den 110 PS starken 3-Zylinder mit manuellem 5-Gang-Getriebe in Basisausstattung Live. Alle anderen Motorisierungen und Antriebskombinationen sind in der umfangreicheren  Feel-Ausstattung (Audiosystem mit Lenkradbedienung und USB-Anschluss, Klimaanlage, Lederlenkrad, Nebelscheinwerfer mit Abbiegelicht, Fahrersitz mit Lendenwirbelstütze) konfiguriert.

Dabei kostet der 110-PS-Handschalter ab 18.990 Euro, der gleiche Motor mit 6-Stufen-Wandlerautomatik liegt bei 20.640 Euro.  Das leistungsstärkste Modell der Baureihe ist der ebenfalls 1,2 Liter große 3-Zylinder-Turbo mit 130 PS, der mit einem 6-Gang-Handschaltgetriebe kombiniert ist und ab 20.190 Euro kostet. Wer auf Dieselantrieb setzt, für den hat Citroën den BlueHDI 100 im Programm. Der  1,6 Liter große Selbstzünder ist mit 3,6 l/100 km (94 g CO2/km) das sparsamste Auto der Baureihe und kostet ab 20.790 Euro.

Für jeweils 2300 Euro Aufpreis bietet das höchste Ausstattungslevel Shine unter anderem 16-Zoll-Leichtmetallfelgen, Navigationssystem Connect Nav sowie Mirror Screen für die Integration des Smartphones,  ein Klima-Paket mit Klimaautomatik, automatischer Fahrlichteinschaltung und Frontscheibenwischer mit Regensensor, Einparkhilfe hinten oder die Connect Box mit Notruf- und Assistance System.

Coupéhafte Linienführung, großerKomfortanspruch

Zum Modellwechsel unterzogen die Designer den Cactus einer Radikalkur. Dabei wurden nach Angaben des Herstellers wurden 90 Prozent der Exterieurteile erneuert. Die Frontpartie fällt sichtlich breiter aus, die LED-Tagfahrlichter erstrecken sich über die volle Breite und betonen ebenso wie üppige Nebelscheinwerfer und Lufteinlässe, dass hier kein verspielter Kleinwagen steht.

Die Linienführung ist coupéhaft. Flach streckt sich der Cactus auf 4,17 Meter Länge. Der Radstand fällt mit 2,60 Metern  klassengemäß aus und liegt näher beim Golf (2,63 Meter) als Polo (2,55) . Auf den hinteren Plätzen kommen Erwachsene zwar mit Fußraum und Beinfreiheit klar, aber über dem Scheitel wird es eng. Vor allem beim Einsteigen ist der Kopf auf Kollisionskurs mit dem Dachrahmen. Vorne hingegen sind Ein- und Aussteigen und das Finden einer guten Sitzposition bequem möglich.

Neu sind die Advanced-Komfort-Sitze. Deren um 15 Millimeter dickerer Schaum passt sich wie eine gute Matratze an die Körperform an und soll auch auf längeren Strecken Rücken und Oberschenkeln mehr Halt, Stütze und Komfort bieten. Erster Eindruck: Da verspricht Citroën nicht zu viel. Ein Kofferraum von rund 350 Litern ist klassengemäss, das Infotainmentangebot in der obersten der drei Ausstattungslinien (Shine, ab 21.290 Euro) umfassend. Das etwas klobig geratene Lenkrad liegt gut in der Hand, die Bedienelemente sind gefällig. Die großen Flächen sind unterschäumt, die Seitenverkleidungen aber spürbar Plastik.

Hydraulische Anschläge für die Stoßdämpfer

Für den neuen Cactus transferierten die Franzosen eine Technik aus der Rallye-Weltmeisterschaft (WRC) in die Kompaktklasse: die Federung mit progressivem hydraulischen Anschlag. Statt eines mechanischen Anschlags kann die Hydraulik die Stoßdämpfer besser an den jeweiligen Fahrzustand anpassen, weil das Fahrwerk durch den geänderten Durchsatz der Hydraulikflüssigkeit weicher oder härter wird. Das soll einerseits das Durchschlagen der Dämpfer bei Schlaglöchern oder groben Fugen und andererseits starkes Nachfedern verhindern.  Auf der Straße bügelt der C4 Cactus böse Bodenunebenheiten gut weg, wirkt aber durch das leichte Nachfedern vor allem nach mehreren aufeinander folgenden Schlaglöchern oder Bodenwellen viel unruhiger, als er tatsächlich ist. Kurven lassen sich trotz des weichen Fahrgefühls sehr sicher umrunden und vermitteln. Um den Cactus zum Untersteuern, also zum Schieben über die Vorderräder zu bringen, muss man es arg übertreiben.

Drei Motoren, eine Automatikversion

Neben einem Diesel mit 100 PS (BlueHDI 100) werden  zwei Benziner angeboten: Beides aufgeladene Dreizylinder mit 1,2 Liter Hubraum aus der preisgekrönten PureTech-Motorenfamilie des PSA-Konzerns. Für Testfahrten standen der PureTech 130 mit 6-Gang-Schaltgetriebe und der PureTech 110 mit 6-Stufen-Automatikgetriebe zur Wahl. Der leistungsstärkere PureTech 130 bietet etwas temperamentvollere Fahrleistungen, das Getriebe lässt sich leicht und exakt schalten, und auch aus tieferen Drehzahlen kann man den Motor schaltfaul fahren (230 Newtonmeter maximales Drehmoment). Am Ende einer knapp 200 Kilometer langen Testfahrt über bergige Straßen der Provence wies der Bordcomputer 6,6 l/100 km aus.

Trotz 20 PS weniger fühlt man sich im PureTech 110 mit Automatikgetriebe genau so gut motorisiert. Das liegt an der sehr gut auf den Motor abgestimmten Automatik. Im Gegensatz zur ersten Modellgeneration, in der Citroën ein automatisiertes Schaltgetriebe einsetzte, wird nun eine klassische Wandlerautomatik verbaut. Diese überzeugt durch sehr direkte Kraftübertragung mit wenig Schlupf und kaum merkbaren, schnellen Schaltvorgängen.

 

Wie gut ist der Citroën C4 Cactus , wie sicher und komfortabel? Die technischen Daten des Citroën C4 Cactus.

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Citroën C4 Cactus PureTech 130 Stop&Start

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 3-Zylinder-Benziner, Turbo

Getriebe: Sechsgang-Handschaltung

Hubraum in ccm: 1.199

Leistung in kW (PS) bei U/min: 96 (131)/5.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 230/1.750

Beschleunigung 0-100 km/h in s: 9,1

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 193

Tankinhalt: 50 l

Kraftstoffverbrauch kombinierter Verkehr: 4,8 l auf 100 km

CO2-Emission kombiniert in g/km: 110

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.170/1.714/1.480

Radstand in mm: 2.595

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.120

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: 1.580

Kofferrauminhalt in l: 552 – 1.686

Bereifung: 205/55 R 16

Felgen: 16″ Stahl

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 20.190 Euro

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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