Ob der Typbezeichnung scheiden sich die Geister. Als der SM erstmals präsentiert wurde, war auf der C-Säule Citroen-S-Maserati zu lesen.

Könnte SM also Série Maserati bedeuten? Oder glaubt man Olivier de Serres, einem Buchautor, der das S als Sport übersetzt? Ausschließen können wir Sa Majesté (Seine Majestät), wie es Fans der Marke scherzhaft übersetzten.

Wobei der Citroen SM sehr wohl über einen majestätischen Auftritt verfügt. Außerdem wurden in der Ausführung SM Présidentielle des Karosseriebauers Chapron Persönlichkeiten wie die französischen Staatspräsidenten Francois Mitterand und Jacques Chirac chauffiert.

Das außergewöhnliche Design mit den sechs Scheinwerfern unter der Glasfront und der Coupé-haften Seitenlinie stammt von Robert Opron, der auch die Modelle GS und CX gezeichnet hat. Cibie war bei der Entwicklung der Lichteinheit federführend und seiner Zeit weit voraus.

Außen sind des kombinierte Abblend- und Fernlichtscheinwerfer, mittig die breit streuenden Abblendlichter und innen die der Lenkung ein paar Grad vorauseilenden Kurvenlichter. Damals so modern, dass die deutschen Behörden deren Zulassung verweigerten.

Maserati unter der Haube

Der V6 von Maserati kommt nicht von ungefähr. Die italienische Automarke war 1970 zu 60 Prozent im Besitz von Citroen. Da die Franzosen keinen serienreifen V6 oder gar V8 im Regal stehen hatten, griff man auf das Triebwerk aus Italien zurück. Dass übrigens mit 2,7 und 3 Liter Hubraum zur Wahl stand und entweder 154, 170, 178 oder 180 PS leisten.

Kraft genug um den Citroen SM mit einer Spitzengeschwindigkeit von 220 km/h zum damals schnellsten Fahrzeug mit Frontantrieb zu küren. Unten raus war der über 4,90 Meter lange Franzose wegen des hohen Gewichts aber nicht so zügig unterwegs. Die sänftenartige Fortbewegung mit der bereits aus der DS bekannten Hydropneumatik war und ist bis heute nahezu einzigartig.

Die aufwändige technische Konstruktion der Antriebseinheit ist in Teilen so extrem komplex, dass bei Schäden der kettenbetriebenen Zwischenwelle der ganze Motor ausgebaut werden musste.

Der Citroen SM im Motorsport

Eine Luxuskarosse wie den SM den harten Bedingungen des Rallye-Sports auszusetzen, scheint seltsam. Die Zuverlässigkeit automobiler Produkte wurde gerade im Motorsport gerne getestet. 1971 gewann ein Citroen SM die brutale Rallye du Maroc mit einem Vorsprung von über einer Stunde.

Dennoch konnte dieser Erfolg nicht den störanfälligen Motor und weitere Qualitätsprobleme wie beispielsweise die Lackierung, kaschieren. Bereits Mitte 1975 wurde die Produktion eingestellt. 12.920 wurden gebaut, darunter ein viertüriger SM Opera und die Targaversion SM Espace der französischen Karosseriebauers Heuliez.

Tipps für Sammler

Der Citroen SM Club hilft mit Rat und Tat sowie einem Forum. Bevor man sich einen SM kauft, sollte man sich unbedingt an einen ausgewiesenen Experten wenden. Wirklich gute Exemplare kosten gute 40.000 Euro. Frankreich und Italien sind übrigens gute Märkte, um ein rostfreies Exemplar zu finden.

Prominenter Fahrgast

Zwei viertürige SM Présidentielle von Chapron wurden von der französischen Regierung für Staatsempfänge eingesetzt. Als erster offizieller Auftritt dieser Karosse gilt der Besuch der britischen Königin Elisabeth II. in Frankreich, die damit wohl einer der weltweit prominentesten Fahrgäste war.

Dietmar Stanka