Endlich Urlaub: Nachdem die Grenzen wegen der Corona-Krise über viele Wochen geschlossen waren, kann man nun wieder in die benachbarten europäischen Länder reisen. So unbürokratisch, wie man das gewohnt war, ist es in diesem Jahr jedoch nicht.

Corona hat in ganz Europa das Leben durcheinandergewürfelt. Und wer meint, die Maskenpflicht in Deutschland schränke seine Freiheit über alle Maßen ein, sollte dann lieber zu Hause bleiben. In anderen Ländern gelten oft strengere Regeln, und Verstöße können mit vierstelligen Euro-Beträgen geahndet werden.In einigen Regionen muss man sich darüber hinaus vor der Anreise registrieren oder einen Art Selbstauskunft ausfüllen.

Maskenpflicht: Nicht nur in Deutschland gilt die Pflicht, in öffentlichen Verkehrsmitteln einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen. Die Schweiz hat diese Anfang Juli ebenfalls eingeführt, auch in Österreich muss man sich (und vor allem andere) durch das Tragen einer solchen Maske vor der Übertragung der Corona-Viren schützen. Durch das erneute Ansteigen der Fallzahlen hat zum Beispiel das Bundesland Oberösterreich die Maskenregeln wieder verschärft.

In Frankreich gilt eine Gesichtsmaskenpfllicht für Reisende ab elf Jahren in Flugzeugen, Zügen, Bussen, Bahnhöfen, Flughäfen, Bushaltestellen, Taxis und Sammeltaxis. Auch in Italien, Kroatien, Spanien, Tschechien oder Slowenien gelten verpflichtende Regeln in den öffentlichen Verkehrsmitteln oder in Geschäften beim Einkaufen. In Italien gilt die Maskenpflicht in Restaurants und Cafés nicht nur für das Bedienpersonal, sondern auch für die Gäste.

Zum Teil drastische Strafen bei Verstoß gegen Corona-Regeln

Wie immer gilt: Unwissenheit schützt vor Strafe nicht. Deshalb sollte man sich vor der Abreise informieren, welche exakten Regeln genau gelten. So wie die Corona-Infektionslage sich immer wieder ändert, so reagieren auch die Behörden mit schärferen oder gelockerten Bestimmungen. Eine gute Übersicht bietet der ADAC.  Auch in Deutschland kann die Höhe der Strafe bei einem Verstoß stark schwanken, je nach Bundesland.

Dies gilt um so mehr in den verschiedenen europäischen Ländern. In Italien liegt der Rahmen zwischen 400 und 3000 Euro. Bei einem Verstoß gegen die Maskenpflicht sind in Spanien 100 Euro weg – wenig im Vergleich dazu, etwa auf Mallorca bei einer illegalen Corona-Party erwischt zu werden. Hier reicht der Strafrahmen bis 10.400 Euro. In Kroatien müssen sich Touristen nach einer Übersicht des Radiosenders Ö3 auf Strafen zwischen rund 1000 und 15.800 Euro einstellen,  in Slowenien zwischen 400 und 4000 Euro. Wer gegen die griechischen Auflagen zur Einreise verstößt, dem droht eine Strafe von 500 Euro.

Italien: Die Liege am Strand muss reserviert werden

Es gilt ja als Königsdisziplin deutscher Touristen: Schon früh am Morgen mit einem Handtuch die Liege am Pool reservieren. In Italien ist dies in diesem Jahr keine Kür, sondern Pflicht, zumindest was Strandliegeplätze betrifft. Wegen der vorgeschriebenen Mindestabstände von bis zu drei Metern ist die Zahl der Liegeplätze deutlich limitiert, also kommt man nur mit Reservierung an den Strand. Außerdem ist es verboten, sich seinen eigenen Liegeplatz mit Handtüchern, Decken oder Luftmatratzen zu bauen. An der Adria kann man sich den Strandplatz online reservieren.

Für die Regionen Sizilien, Sardinien, Kalabrien und Apulien gelten spezielle Einreisebedingungen: Bei der Anreise mit Flugzeug oder Fähre muss 48 Stunden vorher ein Einreiseformular elektronisch  ausgefüllt werden, bei der Anreise selbst muss man einen Ausdruck im Pass mitführen. In den Links finden Sie den direkten Zugriff auf die Online-Anmeldeformulare. Fähren unbedingt reservieren, denn durch die vorgeschriebenen Mindestabstaände sind die Kapazitäten deutlich begrenzt.

Auch in Kroatien muss ein Einreiseformular vorab ausgefüllt werden. Dabei muss man außerden den persönlichen Daten auch den Aufenthaltsort im Land angeben. Hotel oder Campingplatz müssen also vorher schon reserviert sein.

Die Einreiseanmeldung für Griechenland ist online hier möglich.  Die muss zwingend 48 Stunden vor der Einreise erfolgen und gilt für alle Verkehrsmittel. Der QR-Code, den man online erhält, wird bei der Grenzkontrolle geprüft. Ein Algorithmus ermittelt anhand der Angaben in der Anmeldung, ob der Tourist auf   SARS-CoV-2 getestet werden muss. ist das der Fall, muss man bis zum Vorliegen des Testergebnisses in Quarantäne.

Aktualisierung am 13.7.2020: Griechenland verschärft die Regeln für einreisende Touristen, wenn sie mit dem Auto die Grenze passieren. Wegen der hohen Infektionsraten auf dem Balkan wird ein negativer Test vorgeschrieben.Dieser darf nicht älter als 72 Stunden sein.Die Reiseroute muss auf jeden Fall über Bulgarien und den Grenzübergang Kulata-Promachonas auf der Strecke von  Sofia nach Thessaloniki führen. Erleichterung für Einreisende auf dem Luft- oder Seeweg: Die Anmeldung per Onlineformular darf bis zu 24 Stunden vor der Einreise erfolgen.

Spanien: Strenge Maskenpflicht

Im Lieblingsreiseland der Deutschen, das von der Covid-19-Pandemie sehr hart getroffen wurde, gelten weit schärfere Corona-Regeln als daheim. So gilt die Pflicht, einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, prinzipiell überall – wenn der Mindestabstand von zwei Metern nicht eingehalten werden kann. Die wilden Partys, die für viele zu Mallorca, Ibiza oder Costa del Sol dazugehören, muss man sich für dieses Jahr verkneifen. Diskotheken bleiben einstweilen noch geschlossen. Wer es trotzdem nicht lassen kann, Party zu machen: Es könnte teuer werden (siehe oben). Sich mit einem Glas Rotwein an die Strandpromenade setzen– das geht allerdings.

Aktualisierung am 12.7.2020: Für Mallorca, Menorca, Ibiza und Formentera wird die Maskenpflicht ab 13. Juli verschärft. Somit müssen alle Menschen in der Öffentlichkeit selbst dann Mund- und Nasenschutz tragen, wenn der Sicherheitsabstand gewahrt werden kann. Pools und Strände sind von der Maskenpflicht ausgenommen. In Restaurans, Bars und Cafés muss man nur auf dem Weg zum Tisch oder zur Toilette den Mund- und Nasenschutz tragen, solange man am Tisch sitzt und isst oder trinkt jedoch nicht. Auch während sportlicher Betätigung ist der Schutz nicht vorgeschrieben. Verstöße sollen mit Bußen bis zu 100 Euro geahndet werden.

Was bei der Rückkehr aus dem Urlaub  zu beachten ist

Bei der Rückkehr von einer Auslandsreise kann eine unangenehme Überraschung drohen. Prinzipiell gibt es keine Quarantänepflicht bei der Rückkehr aus Ländern der EU oder dem Schengenraum (zum Beispiel Schweiz), aber dies kann sich in dem Moment ändern, wenn der sogenannte 7-Tage-Inzidenzwert im jeweiligen Land über den kritischen Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner entwickelt hat. In dem Fall muss man für 14 Tage in häusliche Quarantäne. Das gilt auch, wenn man aus einem Drittstaat wie der Türkei wieder einreist. Vermeiden lässt sich die Quarantäne durch einen aktuellen Test. Wurde der noch im Urlaubsland gemacht,  darf er nicht älter als 48 Stunden sein. Es ist auch möglich, sich nach der Einreise nach Deutschland testen zu lassen, um die Quarantäne zu verkürzen.

 

Stand: 10. Juli 2020

Klaus Justen
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