Es ist die wohl drastischste Änderung in der Geschichte der Chevrolet Corvette. Der Wechsel vom Front- zum Mittelmotor wühlt die Fans in der ganzen Welt auf und spaltet sie in zwei Lager.

Das traditionelle Antriebskonzept mit Motor vorne und Antrieb hinten ist Vergangenheit. Die Corvette C8 mit dem Beinamen Stingray ist das erste serienmäßige Mittelmotor-Modell der Marke. Und soll ein komplett neues Niveau an Leistung, Technik, Qualität und Annehmlichkeiten zu bieten.

„Corvette stellt bei GM seit jeher die Speerspitze in Sachen Innovation und dem Ausloten des Machbaren dar. Nachdem das konventionelle Fahrzeugkonzept mit Frontmotor an seine Leistungsgrenzen stieß, wurde das neue Layout erforderlich“, erklärt GM President Mark Reuss. „In puncto Komfort und Fahrspaß sieht das neue Modell nach wie vor aus wie eine Corvette und fühlt sich auch so an. Die Fahrleistungen übertreffen jedoch die aller Vorgängermodelle in der bisherigen Geschichte der Corvette. Die Kunden werden von unserer Fokussierung auf Details und natürlich Leistung begeistert sein“.

Das neue Design

Bedingt durch den Mittelmotor veränderte sich die äußere Hülle der C8 gegenüber der C7 und all den Vorgängern. Es mag etwas voreingenommen klingen, aber wir sehen die neue Stingray nun in einer Linie mit Sportwagen von Ferrari und McLaren.

Die Corvette C8 wurde der mit nach vorne weisenden Kuppel von modernen Kampfjets wie der F22 und der F35 sowie von Formel-1-Fahrzeugen inspiriert. Als übriggebliebene Corvette-typischen Designmerkmale, gelten unter anderem die markante, Frontpartie. Daneben die klassische horizontale Falte, die aggressiv wirkenden vorderen Kotflügel sowie die bekannte Platzierung der dualen Frontscheinwerfer.

Der mächtige V8 zeigt sich selbstbewusst unter einer 3,2 Zentimeter dicken Glasscheibe. Zur Ableitung der Motorhitze verfügt diese hinten über eine freitragende Kante. Der Ein- und Ausstieg ist im Gegensatz zu anderen Sportwagen dieses Segments wegen der schmalen Schweller deutlich angenehmer.

Das Targa-Feeling steht auch in der neuen Corvette C8 weiter zur Verfügung. Das herausnehmbare Dach wird im hinteren Kofferraum verstaut. Der vordere Stauraum hat Platz für ein Standard-Flug-Handgepäckstück sowie eine Laptoptasche.

„Als Amerikas ikonischster Sportwagen bot die grundlegende Neugestaltung der Corvette Stingray dem Team eine historische Chance und erfüllte damit einen bereits seit über 60 Jahren gehegten Wunsch der Chevrolet-Designer“, erklärt Mike Simcoe, Vice President of Global Design, General Motors. „Nun stellt sie das Beste Amerikas dar, einen Neuzugang in der Klasse der Mittelmotor-Sportwagen. Wir wissen, dass die Corvette überzeugend in der Liga der Weltbesten mitspielen kann“.

Das neue Interieur der Corvette C8

Das Cockpit ist um rund 42 cm nach vorne gewandert ist und umschließt den Fahrer wie in einer Hülle. Die senkrecht angeordnete Klimatisierungs-Bedienelemente und die schmal gehaltenen Belüftungsöffnungen sorgen für eine minimale Höhe der Instrumententafel und damit für einen tiefliegenden, geräumigen Innenraum.

Das oben und unten abgeflachte Zweispeichen-Lenkrad ermöglicht eine optimale Sicht des Fahrers auf das individuell konfigurierbare 12-Zoll-Instrumenten-Display. Feinste Materialien ergänzen die hohen Ansprüche. Dazu gehören eigens für das Fahrzeug zugeschnittene und genähte Lederkomponenten mit dicken Steppnähten. Des Weiteren der Einsatz von Echtmetallen und Karbon-Zierelementen.

Drei Sitzoptionen werden den jeweiligen Ansprüchen der Insassen gerecht. GT1 legt Wert auf sportliches Styling mit Betonung auf Komfort bei gleichzeitig guter Unterstützung in sportlich-ambitionierten Fahrsituationen. Mulan-Leder-Akzente sowie optionale Zweifach-Lendenwirbelstütze und Flügelverstellung sind die weiteren Merkmale.

GT2 bietet vom Motorsport inspirierte Sitze bei gleichzeitigem Komfort für Langstreckenfahrten dank Dual-Density-Schaumstoff. Ferner sind sie mit Karbon-Verzierungen, einem Nappa-Leder-Einsatz, Mulan-Leder-Polsterung, einer in Jet-Black lackierten Rückenlehne, zweifacher Lendenwirbelstütze und Seitenwangenverstellung sowie Heizung und Belüftung ausgestattet.

Competition Sport ist für den ambitionierten Fahrer konzipiert. Diese Sitze verfügen über progressiv stützende Polster, vollflächig aus Nappaleder bestehende Sitzflächen und Karbon-Verzierungen an der Kopfstütze.

Die Kraftquelle

Im Gegensatz zu den meisten Mitbewerbern, die mit Turbomotoren unterwegs sind, setzt Chevrolet bei der neuen Corvette C8 Stingray weiterhin auf den 6,2-Liter-V8-Saugmotor. Bei Ausstattung mit einer Performance-Auspuffanlage leistet er 495 PS (369 kW) und verfügt über ein Drehmoment von 637 Nm.

Das LT2-Aggregat ist mit Chevrolets erstem Achtgang-Doppelkupplungsgetriebe gepaart, das blitzschnelle Gangwechsel und ausgezeichnete Kraftübertragung gewährleisten soll.

„Obwohl nun hinter dem Fahrer platziert, verursacht das LT2-Aggregat nach wie vor das gleiche Kribbeln im Bauch, das man von einer Corvette erwartet“, sagt Jordan Lee, GM’s globaler Chefingenieur für Small-Block-Motoren. „Der LT2 wurde auf exzellente Drehmomentabgabe im unteren Drehzahlband und hohe Leistung im oberen Bereich ausgelegt und sorgt damit für ein faszinierendes Ansprechen des Gaspedals in allen Drehzahlbereichen“.

Produktionsstart Ende 2019

Der Produktionsstart der US-Versionen der neuen Chevrolet Corvette C8 Stingray ist für Ende des Jahres 2019 im GM-Montagewerk Werk Bowling Green geplant. Weitere Informationen zu Preisen und Ausstattungen sowie zu europäischen Versionen inklusive der rechtsgelenkten Varianten werden vor der jeweiligen Markteinführung in 2020 bekanntgegeben.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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