Wenn der Kofferraum nicht genug Platz für das komplette Urlaubsgepäck hat, hilft eine Dachbox weiter. Die muss man nicht unbedingt kaufen, sondern kann sie auch für die Zeit der Ferien mieten. Das spart Geld und Stauraum in Garage oder Keller für den Rest des Jahres.

Kaufen oder mieten? Die Dachbox ist eine teure Anschaffung

Sie stehen am Eingang des Baumarkts oder in der Zubehörecke beim Autohändler. Und wer sich gerade Gedanken darüber macht, wie er das Gepäck für den bevorstehenden Sommerurlaub im Auto unterbringt, spielt zumindest mit dem Gedanken, einen Teil des Gepäcks auf dem Dach zu transportieren statt in einem überquellenden Kofferaum.

Allerdings bringen einen die Preise, die für eine große abschließbare Dachbox aufgerufen werden, schnell wieder auf den Boden der Realitäten. Je nach Hersteller, Größe und Ausführung muss man zwischen knapp 400 und mehr als 700 Euro investieren.

Soll es eine große, familientaugliche Box mit 400 oder mehr Litern Volumen sein, ist man meist am oberen Ende der Preisskala – vor allem, wenn man noch die Kosten für einen zum Fahrzeugmodell passenden Grundträger berücksichtigt.

Beim Grundträger sollte man nicht sparen, und er sollte optimal auf die Box abgestimmt sein. Bei Crashtests hat sich immer wieder gezeigt, dass die Befestigung der Boxen am Grundträger entscheidend ist, ob die Ladung oben bleibt oder wie ein Geschoss dem Vordermann ins Heck kracht.

Wer die in der Tat hohen Ausgaben scheut, die Box allenfalls einmal im Jahr braucht oder keine Garage hat, in der die Box gelagert werden kann, sollte in Erwägung ziehen, den Dach-Kofferraum zu mieten. Die Preise liegen je nach Anbieter, Größe der Box und Mietdauer zwischen drei und zehn Euro am Tag.

Wo findet man einen Vermieter für eine Dachbox?

Einen Vermieter findet man zum Beispiel über seinen Automobilclub, auch Autowerkstätten bieten ihren Kunden diesen Service. Oder die Suche im Internet hilft weiter: Die beiden Vermietketten www.erento.com und www.rentinorio.de helfen dabei, einen Vermieter in der Region zu finden. Lokale Vermieter, die diesen Datenbanken nicht angeschlossen sind, lassen sich via Suchmaschine aufspüren. Auch bei eBay-Kleinanzeigen gibt es eine eigene Rubrik für die Vermietung von Dachboxen.

Wichtig ist, dass der Vermieter transparent auf alle Kosten für Box und Träger hinweist, auf eventuell zu zahlende Kautionen und auch eine klare Produktbeschreibung mit den Maßen der Box liefert – dies erspart Umtauschaktionen, wenn sperrige Gegenstände dann doch nicht in die Box hineinpassen.

Lassen Sie sich die Montage der Dachbox genau erklären

Bei vielen Anbietern ist die Montage von Grundträger (falls mitgemietet) und Box auf dem Auto im Preis inklusive. Eine knappe halbe Stunde sollte man schon einplanen für das Abholen. Und bei der Montage Sie genau hinschauen und sich alles erklären lassen. Das gilt vor allem dann, wenn Sie die Box am Urlaubsort vom Dach nehmen wollen.

Achtung, Dachlast: Nicht zu viel schweres Gepäck in die Dachbox

Das Ladevolumen der meisten Dachboxen liegt zwischen rund 300 und 500 Liter, hier passen also allerhand Gegenstände hinein, die für den Kofferraum zu sperrig sind. Beim Kauf oder auch beim Mieten sollte man ausprobieren, wie leicht- oder schwergängig das Schließsystem ist. Ein hakeliges Gestänge wird im Einsatz eher noch schwerer zu schließen sein.

Wichtig ist auch, dass ausreichend Halter und Verzurrgurte in der Box angebracht sind, um Ladegut zu sichern. Die voluminösen Boxen dürfen nicht dazu verleiten, hemmungslos draufloszuladen. Hersteller von Dachboxen geben eine maximale erlaubte Zuladung von meist 50 Kilo an, auch die maximale Dachlast des Autos darf nicht überschritten werden. Sie liegt meist zwischen 50 und 100 Kilogramm, ein Blick in die Fahrzeugunterlagen hilft weiter. Gewichtskontrolle und Laden mit Köpfchen ist also angesagt.

Dachbox nachts nicht mit der Ladung draußen stehen lassen

Trotz Schloss: Ein Tresor sind die Boxen nicht, und über Nacht sollte man sie leer räumen, wenn das Auto nicht in einer abgeschlossenen Garage steht. Denn die Autoversicherung, in diesem Fall der Teilkaskoschutz, tritt bei einem Diebstahl nicht für den gestohlenen Inhalt der Box ein, so der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Anders sieht es bei der Dachbox selber aus: In neueren Versicherungsverträgen gilt die Box als Zubehör, das beitragsfrei mitversichert ist. Deshalb übernimmt die Kaskoversicherung den Diebstahlschaden. Wer einen schon etliche Jahre laufenden Versicherungsvertrag hat, sollte vorsichtshalber in die Versicherungsbedingungen schauen oder bei seiner Gesellschaft nachfragen.

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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