Mitte März 2020 stellte Kia den neuen Sorento vor.

Die Markteinführung des großen SUV mit bis zu sieben Sitzplätzen ist für das dritte Quartal 2020 geplant. Preise stehen noch nicht fest. Wir gehen davon aus, dass sich diese an der im Moment noch erhältlichen dritten Generation orientieren werden.

Neue Plattform

Die neue Midsize-SUV-Plattform des südkoreanischen Automobilherstellers ist die Basis des Kia Sorento der vierten Generation. Diese Plattform und die gegenüber dem Vorgänger um 10 Millimeter auf 4,81 Meter gewachsene Karosserie machen den Neuling zu einem der geräumigsten und variabelsten SUVs mit bis zu drei Sitzreihen.

Der Radstand wuchs um 35 Millimeter auf über 2,81 Meter, sodass die Passagiere auch in der hinteren Reihe einigermaßen bequem untergebracht sind. Reichlich Platz ist für das Gepäck vorhanden. Beim Fünfsitzer sind es bis zu 910 Liter und beim Siebensitzer mit eingeklappter dritter Sitzreihe bis zu 821 Liter.

„Die Entwicklung des Sorento in den vergangenen 18 Jahren spiegelt die der Marke Kia insgesamt wider“, sagt Emilio Herrera, Chief Operating Officer (COO) von Kia Motors Europe. „Während er ursprünglich als ein zweckmäßiges, geländegängiges Fahrzeug gestartet ist, zeigt er sich in der vierten Generation als ein rundum reizvolles Auto. Es ist für Kia ein wichtiges Modell, auch weil wir unser SUV-Flaggschiff erstmals mit elektrifiziertem Antrieb anbieten.“

Dynamische Optik

In der Frontansicht zeigt der Sorento eine neue Interpretation der für Kia typischen Tigernase. Der Kühlergrill ist breiter und ausladender als beim Vorgänger und schließt die Frontscheinwerfer mit ein. Ein weiteres Merkmal der Vorderansicht ist das in die Scheinwerfer integrierte LED-Tagfahrlicht.

Die neuen, vertikalen Rückleuchten ähneln denen des Kia Telluride, der leider nicht für Europa vorgesehen ist, und ziehen sich bis in die Seiten der Kotflügel. Wie beim Kia ProCeed und beim Telluride steht der Modellname beim neuen Sorento nun mitten auf der Heckklappe. Der Heckscheibenwischer ist im Dachspoiler integriert, was eine freie Sicht nach hinten garantiert.

Die markanten Elemente des edel gestalteten Interieurs sind zwei großformatige Displays.  Der 31,2-cm-Bildschirm (12,3 Zoll) des volldigitalen Kombiinstruments und der 26-cm-Touchscreen (10,25 Zoll) des Infotainment- und Navigationssystems in der Mitte des Armaturenbretts. Viele Funktionen lassen sich auch über die neuen Tasten rechts und links des Touchscreens steuern. Direkt darunter schließen sich die Bedienelemente der Klimaanlage an.

Die Antriebswelten des neuen Kia Sorento

Der Antriebsstrang des Kia Sorento Hybrid kombiniert einen 1,6-Liter-Turbo-Benzindirekteinspritzer (T-GDI) mit einem 44,2 kW starken Elektromotor und einer 1,49-kWh-Lithium-Ionen-Polymer-Batterie. Das Gesamtsystem mobilisiert 169 kW (230 PS) Leistung sowie ein Drehmoment von 350 Nm.

Für eine optimale Kraftübertragung arbeitet das Hybridsystem mit einem Sechs-Stufen-Automatikgetriebe und einem ins Getriebegehäuse integrierten Elektromotor. Dieses Konzept ermöglicht, dass das Getriebe die volle Leistung von Verbrennungs- und Elektromotor parallel übertragen kann, so dass nur minimale Energieverluste auftreten.

In Europa kann der SUV darüber hinaus mit einem neuen 2,2-Liter-„Smartstream“-Dieselmotor bestellt werden. Der Vierzylinder leistet 148 kW (202 PS) und bietet ein maximales Drehmoment von 440 Nm. Das moderne Triebwerk ist 38,2 Kilogramm leichter als der bisherige Diesel. Der Selbstzünder verfügt über eine eigens entwickeltes Acht-Stufen-Doppelkupplungsgetriebe (8DCT) mit Nasskupplung, dessen Schaltvorgänge an eine konventionelle Wandlerautomatik erinnern.

Für die vierte Generation wurde auch die Geländefähigkeit des Sorento weiterentwickelt. Die Allradversionen verfügen über ein neues „Terrain Mode“-System, das den SUV auf schlammigem, sandigem oder verschneitem Untergrund zu besserer Traktion verhilft. Mit einem Drehregler an der Zentralkonsole lässt sich der Allrad-Modus einstellen, der den jeweiligen Bedingungen am besten entspricht. Dabei kontrolliert das System sowohl das Stabilitätsprogramm (ESC) als auch die Verteilung des Drehmoments an alle vier Räder. Außerdem passt es die Schaltzeiten des Getriebes an, um dem Sorento in den verschiedenen Fahrumgebungen zu Traktion zu verhelfen oder diese beizubehalten.

Umfangreiche Assistenzsysteme

Je nach Ausführung ein Frontkollisionswarner mit Fußgänger- und Radfahrererkennung zur Verfügung. Das System erkennt auch Gegenverkehr beim Abbiegen an einer Kreuzung. Erhältlich sind darüber hinaus unter anderem ein aktiver Totwinkelassistent mit Monitoranzeige, eine Rundumsichtkamera, ein Totwinkelwarner mit aktivem Lenkeingriff eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stop-and-go-Funktion ein Stauassistent und ein Autobahnassistent.

Mit dem Stauassistenten bietet Kia eine „Level 2“-Technologie des autonomen Fahrens an. Das System erkennt die Fahrbahnmarkierungen und hält das Fahrzeug mittig in seiner Fahrspur. Darüber hinaus orientiert es sich mit Hilfe von Radarsensoren am vorausfahrenden Verkehr und übernimmt das Beschleunigen, Bremsen und Lenken, während der Fahrer das Fahrumfeld überwacht. Der Assistent arbeitet bei Geschwindigkeiten von null bis 180 Stundenkilometer.

Zu den weiteren Assistenzsystemen des Sorento gehören eine Rückfahrkamera mit Kollisionsvermeidungsassistent und ein Querverkehrwarner hinten inklusive Notbremsfunktion. Als erster Kia in Europa ist der SUV zudem mit einem automatischen Parkassistenten Plus erhältlich. Damit kann der Fahrer seinen Sorento per Schlüsselanhänger fernbedienen und autonom aus einer Parklücke fahren lassen.

Ein weiterer elektronischer Helfer ist der Ausstiegsassistent der verhindert, dass die hinteren Türen geöffnet werden können, falls sich von hinten ein Radfahrer oder ein anderes Fahrzeug nähert.

Ein erstes Fazit

Wir freuen uns auf die ersten Testfahrten mit dem neuen Kia Sorento, die wohl frühestens im Sommer 2020 stattfinden. Die ersten Fakten und Fotos versprechen ein durchdachtes Automobil mit viel Luxus und einer vielseitigen Ausstattung.

Dietmar Stanka