Fahrradträger für das Dach: kostengünstigste Lösung
Fahrradträger für die Heckscheibe
Fahrradträger: Plattform für die Anhängerkupplung

Gerade für Großstädter beginnen die schönsten Radl-Touren nicht vor der Haustür. Wer durch das Voralpenland radeln und dabei den Bergblick genießen will, muss sein Rad im Zug mitnehmen – oder auf den Fahrradträger packen. Auch dann, wenn das Velo im Urlaub mit dabei sein soll, kommt man um den Kauf eines Trägersystems fürs Auto nicht herum. Der Klassiker sind Dachträger, daneben sind inzwischen Heckträger oder Modelle, die auf die Anhängerkupplung gesetzt werden, sehr in Mode gekommen.

Der klassische Dachträger: Kostengünstige Lösung

Gerade Familienautos wie Kombis oder Vans haben meist eine Dachreling serienmäßig, da liegt ein Dachträgersystem aus Kostengründen nahe. Denn in vielen Fällen ist auch ein Grundträger vorhanden, auf den sich die Aufsätze für Ski oder für Dachboxen montieren lassen. Oder eben die für Fahrräder. Die preiswertesten Fahrradträger (ohne Grundträger) sind schon für weniger als 20 Euro zu bekommen, für rund 100 Euro  bekommt man Modelle, die in Tests sehr gut abschneiden.

Allerdings muss man die Räder sehr hoch heben. Das macht vor allem bei Vans oder hohen Offroadern keine Freude. Die Montage des Fahrrads auf dem Dach ist alleine kaum zu schaffen, und immer läuft man dabei Gefahr, mit einem abrutschenden Fahrrad sein Auto zu zerkratzen. Solche Plackerei lässt sich nur vermeiden, wenn man ein Modell mit Lift kauft. Für solche Trägersysteme kann man aber schnell 200 Euro und mehr ausgeben.

Schwieriges Fahrverhalten mit Rädern auf dem Dach

Allerdings hat der Transport auf dem Dach einige Nachteile. Die Räder verschlechtern das Fahrverhalten. Mit drei oder vier Tourenrädern kommen locker  70 oder 80 Kilogramm zusammen, da ist die erlaubte Dachlast schnell erreicht oder gar überschritten – wie viele Kilo aufs Dach dürfen, steht in der Betriebsanleitung des Autos. Die meisten Autos sind für 50 bis 75 Kilogramm Dachlast zugelassen, verkraften also nicht mehr als zwei oder drei  Räder. Außerdem verlagert sich der Schwerpunkt nach oben. Das Auto neigt sich stärker in Kurven, die Seitenwindempfindlichkeit nimmt enorm zu.

Achtung, nicht in Parkhäuser einfahren!

Dringender Rat: Vorausschauend und langsam fahren, auch auf der Autobahn. Denn die Dachlast verlängert auch den Bremsweg und erhöht außerdem den Benzinverbrauch. Weiteres potenzielles Risiko bei Dachträgern: Bei einem Crash können sich die Träger, je nach Qualität der Grundträger-Befestigung, selbstständig machen. Bei einem Crashtest des ADAC erwiesen sich die Grundträger als Schwachstelle – bei deren Montage also besonders gründlich sein. Vorteile verbuchten während der Crashtests Systeme, die an der Dachreling des Fahrzeugs befestigt werden. Nicht vergessen sollte man beim Fahren mit den Rädern auf dem Dach, dass Höhenwarnungen an Unterführungen plötzlich im Spiel sind – von der Einfahrt in Parkhäuser ganz zu schweigen.

Fahrradträger für die Heckklappe

Deutlich bequemer zu beladen sind Fahrradträger zur Befestigung an Heckklappe oder auf dem Kofferraumdeckel. Allerdings sind sie auch teurer, denn  für Topprodukte müssen 300 bis 400 Euro einkalkuliert werden. Günstige Träger sind für wenig mehr als 100 Euro zu bekommen. In verschiedenen Tests hatten diese Träger aber das Manko, dass ihre Crashsicherheit nur bedingt gut ist; bei einem Zusammenstoß machen sich Träger und Räder selbstständig – allerdings lange nicht so spektakulär wie Dachträger, die über die Motorhaube nach vorne schießen. Beachtenswert bei Trägern, die sich auf der Heckscheibe abstützen: Auf schlechten Straßen kann es zu Glasbruch kommen.

Gut und teuer: Fahrradträger für die Anhängerkupplung

Der beste Fahrrad-Träger, so zumindest die Sicht des ADAC, ist die Transportplattform. Sie ist mit Preisen zwischen 300 und 500 Euro aber die teuerste Lösung, und sie benötigt zur Befestigung eine Anhängerkupplung. Auf Nummer Sicher geht, wer dieses Zubehör nach gründlicher Beratung kauft. So bleiben  auch möglicherweise teure Fehlkäufe erspart, denn: Manche abnehmbaren Anhängerkupplungen haben geschmiedete, manche gegossene Haken. Je nach Transportplattform sind die einen oder die anderen vorgeschrieben. Am besten im Fachhandel oder beim Autohändler informieren, welche Plattform für welches Auto eine Allgemeine Betriebserlaubnis (ABE) hat und welche Anhängerkupplung vorgeschrieben ist.

In einem aktuellen Test hat der Schweizer Automobilclub TCS Fahrradträger für Heckklappe und Anhängerkupplung unter die Lupe genommen. Ausführliche Testergebnisse gibt es hier.

Mitunter schwieriges Fahrverhalten: Fahrradträger auf dem Dach
Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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