Beim Autokauf geht es um viel Geld. Die wenigsten Käufer lesen jedoch die Unmengen an Papier, die sie beim Händler unterschreiben, in allen Einzelheiten. Dabei kommt es aber auf Details an. Die wichtigsten Fragen und Antworten zur rechtlichen Seite eines Neuwagenkaufs.

Kommt der Käufer aus dem Vertrag heraus?

Eine vorschnelle Unterschrift ist teuer: Auch wenn auf dem Formular steht “unverbindliche Bestellung eines Neuwagens” – für den Käufer ist sie verbindlich, wenn der Händler sie innerhalb von vier Wochen bestätigt oder den Wagen liefert. Wer den Vertrag stornieren will, muss also zahlen: 15 Prozent des Kaufpreises kann der Händler als Entschädigung verlangen, so das Oberlandesgericht Köln (AZ: 9 U 21/96). Einziger Ausweg für den Käufer: Weist er dem Händler nach, dass sein Schaden nicht so hoch war, dann muss er nicht die vollen 15 Prozent zahlen. Am besten ist es, er findet einen Ersatzkäufer. Wurde mit der Bestellung ein Kredit- oder Leasingvertrag unterschrieben, gilt ein Widerrufsrecht von zwei Wochen nicht nur für die Finanzierung, sondern für den gesamten Kauf. Es genügt, den Widerruf innerhalb der zwei Wochen abzuschicken, am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Was tun, wenn der Händler nicht liefert?

Verbindliche Liefertermine garantieren die wenigsten Händler – können sie auch nicht, denn sie sind vom Hersteller und dessen Lieferterminen abhängig. Deshalb: Auch den unverbindlichen Termin möglichst konkret im Vertrag benennen (etwa: 15. Kalenderwoche, oder: 13. April). Vereinbaren, dass der Händler einen Ersatzwagen stellt, wenn er den Termin nicht hält. Ist der Neuwagen sechs Wochen nach Termin immer noch nicht geliefert, setzen Sie dem Händler schriftlich (am besten Einschreiben mit Rückschein) eine Nachfrist von zwei Wochen. Kommt das Auto dann immer noch nicht, kann der Kunde vom Vertrag zurücktreten, unter Umständen sogar Schadenersatz verlangen – dies aber nur dann, wenn der Händler an der Verzögerung Schuld hat.

Was passiert bei Preiserhöhungen durch den Hersteller?

Ärgerlich an langen Lieferzeiten: Der Hersteller erhöht in der Zwischenzeit die Preise. Liegen zwischen Bestellung und Lieferung nicht mehr als vier Monate, gilt der im Vertrag festgelegte Preis. Ist die im Vertrag fixierte Lieferzeit länger, kann der Händler den höheren Preis verlangen, wenn in der Bestellung eine Klausel enthalten ist, die eine solche Anpassung erlaubt. Die meisten Händler verwenden Verträge mit dieser Preisanpassungs-Klausel.

Klaus Justen
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