Sie sind verheiratet, besitzen Wohneigentum, sind Mitglied in einem Automobilclub und haben den einen oder anderen Punkt mehr auf dem Flensburger Konto? Dann ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass Sie die Frage Diesel oder Benziner eindeutig mit „Diesel“ beantwortet haben und einen Selbstzünder fahren. Sagt die Statistik.

Das ist das verkürzte Ergebnis einer Datenanalyse durch das Vergleichsportal Check24. Es hat alle Versicherungsverträge und die darin gemachten Angaben ausgewertet, die 2016 über das Portal abgeschlossen wurden. Dabei wurden nur die Angaben von Privatpersonen berücksichtigt.

Einige der Ergebnisse sind dabei nicht überraschend: Fahrleistung, Tachostand und Motorleistung beim Selbstzünder sind höher als beim Benziner. Diesel als typische Langstreckenautos werden deutlich mehr bewegt, was sich auch in höheren Versicherungstypklassen niederschlägt und damit verbunden auch höheren Versicherungsprämien.

Über die Ergebnisse  in der Halter-Soziologie kann man überrascht sein. Mit ein wenig Küchentisch-Psychologie kommt man aber auch hier zu schlüssigen Herleitungen: Benziner, vor allem im Klein- und Kompaktklassesegment, sind tendenziell Einsteigerautos. Also weniger Leistung, eher junge Leute, die noch nicht in der eigenen Immobilie wohnen und verheiratet sind. Aber zu den Ergebnissen im Detail.

Diesel oder Benziner: Der typische Dieselfahrer

Der typische Halter eines Diesel-Pkw, so schreibt check24.de, scheint ein Familienmensch zu sein: Fast zwei Drittel (62 Prozent) sind verheiratet, das ist deutlich mehr als bei den Halter eines Benziners (51 Prozent). Beim Thema Wohneigentum geht die Schere ähnlich weit auseinander (42 Prozent zu 33 Prozent). Entsprechend seltener parkt der Diesel-Besitzer seinen Pkw nachts auf der Straße. Fast die Hälfte der Dieselhalter ist Mitglied in einem Automobilclub, unter Haltern eines Benziners sind es 41 Prozent. Dieselhalter haben 20 Prozent häufiger Punkte in Flensburg. Außerdem melden sie öfter Kfz- Schäden bei der Versicherung als Halter eines Autos mit Ottomotor.

Diesel oder Benziner: Das typische Fahrzeug

Ein wichtiger Grund, sich einen Diesel zu kaufen, sind hohe Fahrleistungen, die man zum Beispiel im Job oder auf dem Weg zur Arbeit zurücklegen muss. Da hat der Diesel einen großen Vorteil, denn der Verbrauch liegt niedriger und der Preis an der Zapfsäule ebenfalls. Autobesitzer, die 2016 einen Diesel über Check24.de versichert haben, sind mit im Schnitt 14.200 Kilometer exakt 3700 Kilometer pro Jahr mehr unterwegs als Halter eines Autos mit Ottomotor (10.500 Kilometer). Das zeigt sich auch beim Tachostand: Diesel haben bei Versicherungsabschluss rund 24.000 Kilometer mehr auf dem Buckel. Die längeren Strecken legen Dieselfahrer mit durchschnittlich 32 PS mehr und einem drei Jahre jüngeren Fahrzeug zurück.

Diesel oder Benziner: Die Kosten

Tanken ist günstiger, ansonsten werden Diesel-Besitzer aber kräftiger zur Kasse gebeten als Halter eines Benziners. Das beginnt bei den Versicherungsprämien, die im Schnitt um 24 Prozent höher liegen als bei Benzinern. Jüngere Fahrzeuge, höhere Motorleistungen, bessere Ausstattung: Der Neuwert der über Check24.de versicherten Diesel ist durchschnittlich 11.000 Euro höher. Entsprechend ist der Anteil fremdfinanzierter Fahrzeuge größer als bei Benzinern – und zwar mit plus 44 Prozent deutlich.

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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