Mit dem DKW F 2 konstruierten die Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen einen Kleinwagen mit Frontantrieb.

Der Nachfolger des Modells F 1 kam im April 1932 auf den Markt, nur zwei Monate vor dem Zusammenschluss zur Auto Union.

Die Fusion der vier Unternehmen des Kleinwagen- und Motorradproduzenten Zschopauer Motorenwerke J. S. Rasmussen (DKW), der Tochtergesellschaft Audiwerke AG, der Horchwerke AG (beide in Zwickau ansässig) und dem Automobilwerk Siegmar der Wanderer-Werke in Schönau bei Chemnitz war eine wirtschaftliche Notwendigkeit.

Die Weltwirtschaftskrise führte dazu, dass die vier Hersteller von Krediten abhängig waren. Die Sächsische Staatsbank und damit der Sächsische Staat sowie die Stadt Chemnitz waren die größten Anteilseigner, sodass die Auto Union mit den vier Ringen als Markenzeichen der erste im staatlichen Besitz befindliche Automobilkonzern war.

DKW F2 1932 am Rhein

DKW F2 1932 am Rhein

Die viersitzige Cabrio-Limousine DKW F2

Der DKW F2 war im Gegensatz zum Vorgänger F1, der als Zweisitzer konzipiert war, eine viersitzige Cabrio-Limousine. Der Kühlergrill sowie die Frontscheibe waren gegenüber dem F1 geneigt, sodass mit den geschwungenen Kotflügeln eine dynamische Form entstand. Das Mehr an Platz wurde aber mit 200 Kilogramm an Zusatzgewicht bezahlt.

Erstmals wurde für die Frontscheibe Sekuritglas verwendet. Das Sicherheitsglas markierte 1932 die ersten Maßnahmen zur passiven Sicherheit bei Automobilen. DKW benannte den F2 als Meisterklasse und bot ihn zu einem Preis von 2.495 Reichsmark an. Dieser Preis widersprach aber der Idee von Rasmussen einen Volkswagen auf den Markt zu bringen. Der F2 füllte aber die Lücke zwischen dem noch produzierten F1 sowie den Vierzylindern V1000 für 2.795 RM und der Sonderklasse für 3.175 RM.

Da der Motor aus dem F1 mit 600 cm³ Hubraum nicht den Anforderungen entsprach wurde er auf 700 cm³ vergrößert. Einer schnellen Markteinführung Anfang 1933 standen aber technische Probleme entgegen. So wurde entschieden, dass vorerst die Meisterklasse Typ 601 mit vier hydraulischen Hebelstoßdämpfern und verchromten Stahlrohrsesseln die Baureihe fortsetzen soll.

Mit der ebenfalls neuen Umkehrspülung nach dem Patent Schnürle wurden die Fahreigenschaften deutlich verbessert. Mit einer relativ preiswerten Nachrüstung partizipierten auch die älteren Modelle von dieser neuen Technik.

DKW F2 Meisterklasse1932

DKW F2 Meisterklasse1932

Zugzwang durch Opel

Da Opel, in den 1930er Jahren der größte deutsche Automobilhersteller, 1933 einen 1-Liter-Vierzylinder für 1.990 RM auf den Markt brachte, kam die Auto Union in Zugzwang. Die Meisterklasse wurde nun mit den verbesserten 700 cm³-Motoren ausgestattet und zum gleichen Preis weiterverkauft. Dazu kam eine abgespeckte Version mit der Bezeichnung Reichsklasse, die für den Preis des Opels angeboten wurde.

Versionen wie der Zweisitzer für die Reichspost sowie ein zweisitziges Cabrio mit Schwiegermuttersitz und der hochtrabenden Bezeichnung Front Roadster-Cabrio „Einheits-Zweisitzer“ erweiterten das Portfolio des DKW F2. Ab März 1934 zierten zudem die vier Ringe den Kühlergrill der Baureihe. Der Chemnitzer DKW Generalvertreter Josef Simson äußerte sich begeistert über das neue Logo: „… es gab dem DKW einen ungeheuren Auftrieb … Nun kamen auch Vertreter erstklassiger Markenfabrikate, die uns früher ablehnten oder gar verspotteten und hielten um die Vertretung an.“

DKW F2 Meisterklasse1932

DKW F2 Meisterklasse1932

Tipps für Sammler

Vorkriegsmodelle sind allesamt sehr speziell und zudem selten. Gut erhaltene Modelle sind nach intensiver Suche zu Preisen zwischen 20.000 und 40.000 zu bekommen. Der DKW-Club ist ein guter Ansprechpartner.

Quellenangabe: „DKW Automobile 1907 – 1945“ von Thomas Erdmann

Dietmar Stanka
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