Es war 1953 noch eine vertrauliche Geheimsache. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) informierte seine Mitglieder, die deutschen Automobilhersteller, über eine zukünftige bundesdeutsche Armee.

Die Auto Union GmbH machte sich daher gleich nach dieser Bekanntgabe an die Entwicklung eines leichten allradgetriebenen Geländewagens. Das Unternehmen hatte während des Zweiten Weltkriegs mit dem Horch Kübelwagen Erfahrung gesammelt.

Die IAA 1955 war die erste offizielle Bühne des DKW mit seinem Dreizylinder-Zweitaktmotor. Nach ausführlichen Test- und Vergleichsfahrten mit den beiden anderen Bewerbern, dem Borgward Goliath Typ 31 und dem Porsche 597, entschied sich das Bundesministerium der Verteidigung Ende 1956 für den DKW F 91/4.

Standardfahrzeug der Bundeswehr

Die Modellbezeichnung steht für „DKW F 91 mit Vierradantrieb“ und wurde bei der am 12.November 1955 gegründeten Bundeswehr als Standardfahrzeug der 0,25 t. Nutzlastklasse eingeführt.

Neben dem militärischen Einsatz bewährte sich der Zweitakter unter anderem bei Hilfsorganisationen wie dem Technischen Hilfswerk und dem Roten Kreuz. Der Bundesgrenzschutz war ebenso ein Abnehmer wie andere Streitkräfte. Im zivilen Bereich fand der Munga Kunden in der Land- und Forstwirtschaft.

1962 erhielt der DKW die Modellbezeichnung Munga, ein Akronym für „Mehrzweck Universal Geländewagen mit Allradantrieb“. Mit dem Auslauf der Bundeswehraufträge endete im Dezember 1968 die Produktion des letzten DKW Zweitakters nach 46.750 gebauten Exemplaren.

DKW Munga

DKW Munga

Antrieb und Modellvarianten

Der anfangs eingesetzte Zweitakt-Motor mit 900 ccm wurde später von einem 1-Liter-Triebwerk mit 44 PS abgelöst. Ab den 70er Jahren wurden im zivilen Bereich viele Mungas auf Viertakt-Motoren umgerüstet, die oft von Ford und Opel stammten.

Mit dem mechanischen Zahnradstufengetriebe inklusive Vorgelege standen für den Munga zehn Gänge zur Verfügung. Davon acht Vorwärts- und zwei Rückwärtsgänge. Das Geländevorgelege reduzierte in jedem Gang das Übersetzungsverhältnis. Da weder der erste Gang und der Rückwärtsgang nicht synchronisiert waren, gab es in der Praxis häufig Getriebeprobleme.

Mit einer Steigfähigkeit von bis zu 70 Prozent und einer Wattiefe von rund 50 Zentimetern war der Munga ein ordentlicher Geländewagen. Neben der viersitzigen Version Munga 4, gab es den Munga 6 und den Munga 8. Im Gegensatz zum Wannenaufbau des Munga 4, verfügen die beiden längeren Varianten über einen Pritschenaufbau. Ab 1978 löste der auf Basis der Karosse des Munga 8 entwickelte VW Iltis den Zweitakter sukzessive ab.

Tipps für Sammler

Rund 1.000 Mungas sind in Deutschland noch unterwegs. Die Munga IG ist der Ansprechpartner für die Suche und Ersatzteile für den Geländewagen.

Dietmar Stanka
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