Der sicherste Platz für den Weihnachtsbaum ist im Kofferraum. Wenn Sie ihn auf dem Autodach transportieren müssen, sollten Sie ein paar Dinge beachten.

Zeit, den Weihnachtsbaum auszusuchen. Natürlich kann man den beim Supermarkt um die Ecke kaufen. Dann muss man ihn nur ein paar Meter nach Hause tragen.

Aber ganz ehrlich: Mit vorweihnachtlicher Romantik hat das nichts zu tun. Und die schönsten Bäume finden wir beim kleinen Gartenbaubetrieb in der Nähe oder beim Bauern ein paar Kilometer außerhalb auf dem Land. Da sind die Tannen und Fichten frisch geschlagen, sie sind auf jeden Fall aus der Region und im allerbesten Fall auch noch nach Bio-Richtlinien angepflanzt worden. Also ohne Pestizide – und damit unser ganz persönlicher Beitrag zum Thema Glyphosat.

Wie bekommen wir den Weihnachtsbaum sicher nach Hause?

Der beste Platz ist eindeutig im Kofferraum. Eine alte Decke als Unterlage sorgt dafür, dass man hinterher nicht stundenlang mit dem Staubsauger Nadel aus dem Teppichboden entfernen muss. Auch Harzflecken sind so kein Thema. Wenn sich der Rücksitz nicht umklappen lässt und die Baumspitze hinten herausschaut, muss die Kofferraumklappe mit einem Seil oder Expander fixiert werden. Maximal 1,50 Meter darf der Baum über das Fahrzeugende hinausragen. Ab einem Meter Überstand muss an der Baumspitze eine rote Flagge befestigt werden, in der Dunkelheit eine rote Warnleuchte.

Was man beim Transport sonst noch beachten sollte? Dazu geben die Experten des TÜV Süd folgende Tipps.

Träger montieren und Baum mit Spanngurten festzurren

Lasten auf dem Dach dürfen nur auf einem speziellen Gepäckträger transportiert werden. Keinesfalls den Baum direkt auf dem Autodach fixieren. Das gilt auch für kürzeste Strecken.

Zur Baumbefestigung vorher unbedingt Spanngurte besorgen. Einfache Expander oder Seile reichen nicht aus. In einem Crashtest des ADAC  wurde ein Weihnachtsbaum, der nur mit einfachen Expandern auf dem Autodach montiert ist, zum Geschoss. Beim Aufprall des Pkw mit 50 km/h flog der  Baum über die Motorhaube des Fahrzeugs. Im Straßenverkehr wäre er somit eine große Gefahr für die Insassen anderer Autos und Fußgänger gewesen. Bei einem zweiten Crashversuch wurde der Baum mit handelsüblichen Spanngurten fixiert. Das Ergebnis: Der Christbaum blieb auf dem Autodach.

Last positionieren: Die Pflanzenspitze sollte nach hinten zeigen, so dass der Fahrtwind keine Äste abreißen kann.

Stamm festzurren: Zur Sicherung auf dem Dachträger vor allem den Stamm mit Spanngurten so festzurren, dass der Baum bei einer Vollbremsung nicht zum gefährlichen Geschoss für andere wird. Aber auch zur Seite und nach hinten für ordentlichen Halt sorgen, betonen die TÜV SÜD-Fachleute.

Sicht sichern: Das Nadelholz auch beim Transport im Kofferraum oder im Wageninneren ordentlich sichern und darauf achten, dass die Sicht nicht behindert ist.

Bei falscher Ladung: Punkt und Bußgeld

Wer Ladung nicht ordnungsgemäß sichert, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen. Darauf weist der ADAC hin. Wer einen Christbaum, der mehr als einem Meter über das Heck hinausragt nicht mit einer roten Fahne oder bei Dunkelheit einer roten Lampe sichert, kommt mit 25 Euro Bußgeld (und ohne Punkt) davon.

 

Klaus Justen
Folgen Sie

Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
Klaus Justen
Folgen Sie