Es ist das vorprogrammierte Ende der Deutschen-Tourenwagen-Masters DTM. Mit dem Ausstieg vom Mercedes ist zum Ende der Saison 2018 wohl Schluss mit der traditionsreichen Serie. Das ist zwar noch nicht verkündet, wird aber wohl genauso passieren. „Die Konsequenzen seien nicht absehbar“, kommentiert es Dieter Grassl, Sportchef von Audi. Jens Marquardt, sein Pendant bei BMW meint, man müsse die Situation neu bewerten.

Neues Reglement der DTM 2017

Aber was soll es neu zu bewerten geben? Audi und BMW alleine machen die Serie noch langweiliger, als sie eh schon war. Gut, mit dem neuen Reglement dieser Saison gab es immer wieder spannende Zweikämpfe. Die Piloten sind allesamt hochkarätige Rennfahrer, dennoch haben die Fahrzeuge schon lange nichts mehr mit Tourenwagen gemein.

TCR International Series als Vorbild für neue DTM

Die Silhouette allein taugt nicht für eine Identifikation der Fans mit ihren eigenen Autos. Sinnvoller agiert die TCR International Series, die mit ihrem Reglement an die begeisternde DTM der Jahre 1984 bis 1996 erinnert. Die bunte Mischung an Herstellern von Alfa Romeo, Ford, Honda, Hyundai, Kia, Opel, Peugeot, Seat, Subaru bis hin zu Volkswagen bietet viel mehr Abwechslung und heißere Kämpfe.

Zudem kosten die Fahrzeuge der TCR gerade einmal zwischen 70.000 und 90.000 Euro. Ein Bruchteil der hochgezüchteten Prototypen der DTM, die mit einem in der Serie nicht vorhandenen Vierliter-V8 unterwegs sind.

Dagegen sind die TCR-Rennwagen mit seriennahen 2-Liter-Benziner- oder Dieseltriebwerken unterwegs. Zudem sind die Chassis der Serienmodelle Giulietta, RS 3, Focus, Civic, i30, cee’d, Astra, 308, León, Imprezza und Golf nur entsprechend überarbeitet. Das macht diese Serie viel greifbarer und damit faszinierender für die Fans überall auf der Welt.

Was macht Daimler?

Gleichzeitig mit dem Ausstieg verkündeten die Stuttgarter ein Engagement in der Formel E. Gleichzeitig wolle man aber in der Formel 1 weiter unterwegs sein. Formel-Sport anstatt Tourenwagen-Sport? Kundennah ist das nicht. Vor allem weil die Formel 1 immer weniger Publikumsinteresse zeigt und die Formel E nur einigen wenigen Motorsportbegeisterten gefällt. Dass sich Tourenwagensport und Formel E nicht ausschließen, zeigt Audi und bald wohl auch BMW. Quo vadis Daimler?

 

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka