„Synthetische Kraftstoffe können Benziner und Diesel CO2-neutral machen“, sagt Volkmar Denner, CEO von Bosch.

Alternativen und Technologieoffenheit sind wichtig für die künftige individuelle Mobilität. Sowohl als auch, anstatt nur in Richtung Elektromobilität zu denken und zu handeln. Sechs Argumente zeigen auf, dass synthetische Kraftstoffe, auch E-Fuels genannt, zur Mobilität der Zukunft gehören.

Herstellung von E-Fuels

Technisch ist es heute schon möglich, synthetische Kraftstoffe herzustellen. Mit Strom aus erneuerbaren Energien wird aus Wasser zunächst Wasserstoff produziert. Zudem wird Kohlenstoff benötigt. Aus CO₂ und H₂ gewinnt man anschließend synthetische Kraftstoffe, also Benzin, Diesel, Gas oder Kerosin. Die Produktionsverfahren sind vorhanden, Kapazitäten müssten aber rasch ausgebaut werden, um den Bedarf zu decken. Investitionsanreize ließen sich durch Kraftstoffquoten und die Anrechnung von CO₂-Einsparungen auf den Flottenverbrauch und einer langfristige Planungssicherheit schaffen.

E-Fuels

E-Fuels

Klimaneutral

E-Fuels werden ausschließlich aus regenerativen Energien, als Solar oder Wind, hergestellt. Dafür steht das „E“ in der Bezeichnung. Das zur Herstellung verwendete CO2 sollte aus der Umgebungsluft stammen. Denn dann entsteht ein Kreislauf, der das bei der Verbrennung von diesen Kraftstoffen entstehende CO2 faktisch wiederverwertet. Dann sind Fahrzeuge, die mit synthetischen Kraftstoffen betrieben werden, klimaneutral unterwegs.

E-Fuels

E-Fuels

Infrastrukturen nutzen

E-Fuels

E-Fuels

Wenn synthetische Kraftstoffe beispielsweise im im Fischer-Tropsch-Prozess hergestellt werden, können bestehende Infrastrukturen von Tankstellen genutzt und aktuelle Motoren damit betrieben werden. Diese Kraftstoffe können herkömmlichen beigemischt werden und selbst Oldtimer sind damit fahrbereit.

E-Fuels

E-Fuels

Preiswertere Herstellung von E-Fuels

Mit dem Aufbau größerer Produktionskapazitäten und dem damit entstehenden Skaleneffekt kann die im Moment noch teure Herstellung deutlich preiswerter gestaltet werden. Reine Kraftstoffkosten von 1,20 bis 1,40 Euro pro Liter scheinen bis 2030 realistisch zu sein. Bis 2050 soll der Preis sogar nur noch einen Euro betragen.

E-Fuels

E-Fuels

Verbrennungsmotoren

Auch wenn künftig Pkw, Lkw und Busse rein elektrisch oder mit Brennstoffzelle angetrieben sein sollten, werden Flugzeuge, Schiffe und Teile des Güterschwerverkehrs weiter mit herkömmlichen Kraftstoffen unterwegs sein. Somit sind die weitere Entwicklung von Verbrennungsmotoren und die Verwendung von E-Fuels essentiell.

E-Fuels

E-Fuels

Einfache Speicherung

Synthetische Kraftstoffe können mit aus erneuerbaren Energiequellen nahezu unendlich hergestellt werden. Zudem sind Speicherung und Transport einfach möglich.

E-Fuels

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Fazit

Bis zu 2,8 Gigatonnen CO2 könnte der konsequente Einsatz von synthetischen Kraftstoffen bis 2050 einsparen. Eine feine Sache, würde die Politik endlich von ihrem Scheuklappen-Denken Abschied nehmen.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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