Auto ist Auto – oder was gilt es zu beachten, wenn man Elektroautos richtig versichern will? Die Haftpflichtpolice gibt keine Rätsel auf, bei der Vollkasko sollte man etwas genauer hinschauen.

Kommt jetzt Bewegung in den Markt der Elektrofahrzeuge? Die deutlich wachsenden Zulassungszahlen für reine Elektroautos und Plug-in-Hybide (PHEV) im Frühsommer 2020 lassen darauf schließen. Die inzwischen auf mehr als 9000 Euro angewachsene Förderung für den Kauf sorgt dafür, dass die Nachfrage weiter steigen wird. Aber Elektrofahrzeuge haben nicht nur spezielle Ansprüche bei der Auswahl der Reifen. Auch beim Versicherungsschutz sollte man aufpassen, will man Elektroautos richtig versichern.

Auf drei Punkte sollte man achten, empfiehlt Kfz-Versicherer HUK-Coburg: Schäden an Akkus, an der Elektronik oder Brandfolgen sollten umfassend im Schutz der Autoversicherung enthalten sein. Das sind alles Risiken, die über die Teil- oder Vollkasko abgedeckt sind. Keine Gedanken muss man sich über die Haftpflicht machen, die für Schäden eintritt, die man anderen Verkehrsteilnehmern zugefügt hat – und die deshalb auch gesetzlich vorgeschrieben ist, während die Kaskoversicherungen freiwillig sind.

Akkus, Überspannungsschäden, geklautes Ladekabel

Die Batteriespeicher sind das teuerste Bauteil in Elektrofahrzeugen. Der Austausch kann schnell fünfstellige Summen erfordern.  Sollten die Akkus nach einem Unfall getauscht werden müssen, ist es von Vorteil,  wenn die eigene Kasko-Versicherung auf den Abzug neu-für-alt verzichtet und den Austausch komplett übernimmt.

Schäden beim Laden: In einer von der HUK in Auftrag gegebenen Studie gaben rund 60% der Befragten an, ihr Auto am häufigsten zu Hause zu laden. Überspannungsschäden, wie sie bei Gewittern vorkommen können, sollten also eingeschlossen sein. Für Fans der heimischen Steckdose ist außerdem eine Eigenschadenversicherung sinnvoll. Sie greift, wenn ein brennender Akku die häusliche Ladestelle oder sogar die Garage oder das eigene Heim beschädigt.

Ladestation: Trotzdem kommen die meisten E-Autofahrer an der Nutzung öffentlicher Ladesäulen nicht vorbei. Gut also, wenn auch der Diebstahl des Ladekabels mitversichert ist.

Marderschäden: Bei E-Autos ist das Thema Tierbiss sehr wichtig, so der Versicherer. Dabei geht es nicht allein um den unmittelbaren Schaden, den ein übermütiger Marder verursacht. Wichtiger ist, wenn auch Folgeschäden eines Marderbisses versichert sind, etwa ein Kurzschluss durch ein angenagtes Kabel und daraus resultierende Schäden an einem Steuergerät. Hier ist nach Auffassung der HUK eine Deckung von 20.000 Euro empfehlenswert.

Welche Förderprogramme Sie unter Umständen vor der Anschaffung eines Elektroautos oder von Zubehör wie Ladestationen anzapfen können, finden Sie ebenso auf auto360.de wie eine Übersicht über das Modellangebot.

 

 

 

Klaus Justen
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