Die Diskussionen um den Diesel-Antrieb für Pkw sind im vollen Gange. Wir bei Auto360.de sind überzeugt, dass Diesel-Fahrzeuge auch in Zukunft wesentlich für die individuelle Mobilität sorgen werden. Wer sich trotzdem Sorgen macht, dem sei ein Blick auf Automobile mit Erdgas-Antrieb empfohlen.

Initiative Erdgas

Volkswagen kündigte im Juni 2017 an,  zusammen mit Industriepartnern die Initiative für Erdgas-Mobilität konsequent fortzusetzen. Die Mitglieder dieses Aktionsbündnisses untermauerten damit ihr gemeinsames Ziel, bis zum Jahr 2025 die Zahl der mit CNG (Compressed Natural Gas) betriebenen Fahrzeuge auf eine Million zu verzehnfachen und das CNG-Tankstellen-Netz von im Moment etwa 900 auf bundesweit 2000 Standorte auszubauen.

Eine Karte mit den Standorten der Erdgas-Tankstellen in Deutschland finden Sie hier (pdf-Download, 11 MB): Erdgas-Tanktellen

Definitiv hoch gegriffene Ziele, die aber unserer Ansicht wesentlich leichter zu realisieren sind, als eine Million Elektroautos bis 2020 und eine für diesen Bedarf entsprechende Infrastruktur. Noch dazu, weil es immer noch keine Standards für die Ladekabel und Ladesäulen gibt und die Kommunikation zwischen zwei wichtigen Partner in diesem Bereich für den Moment auf Eis gelegt ist.

BMW fühlt sich von Daimler hintergangen, weil die Stuttgarter mit einer Selbstanzeige die Kartellvorwürfe ins Rollen gebracht haben sollen. Das Vorhaben, ein gemeinsames Netz von Ladestationen aufzubauen soll zwar fortgeführt werden, wird sich nun aber deutlich verzögern.

Ein weiterer Grund, Erdgas als alternativen Antrieb in Erwägung zu ziehen. Vor allem weil dieser Treibstoff immer mehr aus überschüssigem Ökostrom gewonnen wird. Ebenso ist das Audi e-gas Projekt in Werlte zu erwähnen, das Ökostrom zunächst in Wasserstoff und unter Zuführung von CO2 in Methan verwandelt. Dieses Methan wird in das Erdgas-Netz eingespeist und steht so für den emissionsfreien Betrieb der Audi g-tron Fahrzeuge zur Verfügung.

Breites Angebot

Neben dem VW-Konzern sind Fiat, Mercedes-Benz und Opel in diesem illustren Kreis vertreten. Auch im Lkw- und Bussektor wird von Iveco, Scania, Solbus, Volvo und MAN  auf Erdgas gesetzt. Wer sich kein neues Auto kaufen oder leisten will, findet mittlerweile eine große Anzahl von gebrauchten Fahrzeugen. Entscheidet sich man für den Kauf eines solchen Gebrauchtwagens sollte man in jedem Fall das Serviceheft und den entsprechenden Austausch der Gastanks überprüfen.

Audi

Audi ist mit drei Modellen am Start, dem A3 Sportback, dem A4 Avant und dem A5 Sportback, jeweils mit der ergänzenden Typbezeichnung g-tron. Während der A3 mit 81 kW (110 PS) auskommen muss, sind die beiden größeren Audi mit kräftigen 125 kW (170 PS) unterwegs.

Audi A3 Preisliste (pdf-Download 605 KB)

Fiat

Es ist kein Wunder, dass Fiat die größte Auswahl an mit Erdgas betriebenen Fahrzeugen im Portfolio hat. In Italien ist dieser Treibstoff sehr populär und an fast allen Tankstellen quer durchs Land zu finden. Im Kleinwagen-Segment sind es der Fiat Panda Twinair Natural Power mit 59 kW (80 PS) sowie der in die Jahre gekommene Fiat Punto 1,4 8V Natural Power. Genauso stark ist der Fiat Qubo, der als familienfreundlicher Minivan gelten kann.

Fiat Panda Preisliste (pdf-Download 1,23 MB)

Fiat Punto Broschüre (pdf-Download (1,96 MB)

Fiat Qubo Preisliste (pdf-Download 1,15 MB)

Der eben überarbeitete Fiat 500L Natural Power verfügt über den 1,4-Liter aus dem Panda, während der Kleintransporter Fiorino 1.4 Natural Power E6 mit dem Motor aus Punto und Qubo ausgestattet ist. Der stärkste Vertreter ist der Fiat Doblò 1.4 T-Jet 16V Natural Power mit 88 kW (120 PS). Als Siebensitzer ist er für größere Familien die ideale Wahl.

Fiat 500L Preisliste (pdf-Download 625 KB)

Fiat Fiorino Preisliste (pdf-Download 648 KB)

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Mercedes-Benz

Mercedes-Benz hat einzig den B 200 c Sports Tourer im Angebot. Mit 115 kW (156 PS) ist er dafür kräftig motorisiert und nur 19 PS schwächer als die beiden Audi.

Mercedes-Benz-B-Klasse-Preisliste (pdf-Download 3 MB)

Opel

Gerade einmal 3 PS weniger bietet der Opel Zafira Tourer 1.6 CNG ecoFlex Turbo mit 110 kW (150 PS) auf. Der Siebensitzer ist das perfekte Reiseauto für Familie und Freizeit. Da der Opel Combo auf dem Fiat Doblo basiert, ist die Antriebsstärke mit 88 kW (120 PS) identisch. Der Combo wird als Siebensitzer und als Kastenwagen angeboten.

Opel Combo Preisliste (pdf-Download 3,82 MB)

Opel Zafira Preisliste (pdf-Download 2,95 MN)

Seat

Seat hat im Moment drei Modelle im Programm. Der Mii Ecofuel ist genau wie der Skoda Citigo G-Tec und der Volkswagen eco up! mit einem 1-Liter-Dreizylinder mit 50 kW (68 PS) motorisiert. Der Leon wird als Fünftürer und als ST angeboten und leistet, wie auch der Audi A3 g-tron, 81 kW (110 PS). Ende 2017 ist zudem der Ibiza mit Erdgas-Antrieb angekündigt.

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Seat Leon Preisliste (pdf-Download 473 KB)

Seat Leon ST Preisliste (pdf-Download 2,97 KB)

Skoda

Skoda hat neben dem bereits erwähnten Citigo den Bestseller Octavia als Limousine und Kombi ebenfalls mit 81 kW (110 PS) im Portfolio.

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Volkswagen

Gleiches gilt für den VW Golf, der als Fünftürer und Variant zu bekommen ist. Neben dem eco up! werden zudem Caddy und der Caddy Maxi mit dem 110 PS starken bivalenten Antrieb angeboten. Seit Herbst 2017 wird zudem der neue VW Polo mit CNG-Antrieb angeboten.

Volkswagen up! Preisliste (pdf-Download 790 KB)

Volkswagen Polo Preisliste (pdf-Download 593 KB)

Volkswagen Golf Preisliste (pdf-Download 1,39 MB)

Volkswagen Caddy Preisliste (pdf-Download 815 KB)

Bivalenter vs monovalenter Antrieb

Im Moment gilt noch, dass Erdgas-Fahrzeuge mit CNG und Benzin angetrieben werden. Besser wäre ein monovalenter Motor, der ausschließlich mit CNG betrieben wird. Mahle hat einen 1,2-Liter-Dreizylinder entwickelt, der gegenüber den jetzigen Motoren eine wesentlich höhere Klopffestigkeit aufweist.

Der in einen Prototyp eingebaute Motor leistet 122 kW (166 PS) und soll laut Mahle nur 106 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen. Das sind 31 Prozent weniger, als beim einem ähnlich starken Benziner. Die Serienproduktion könnte in naher Zukunft beginnen.

Fazit

Ja, die mit Erdgas angetriebenen Fahrzeuge sind ein wenig teurer, als herkömmliche Benziner. Dennoch deutlich günstiger als Plug-in-Hybride oder gar reine Elektroautos. Hat man sich einmal daran gewöhnt, eine der über 900 Erdgas-Tankstellen in Deutschland anzufahren, ist alles gut. Zudem man ja mit dem Benzin im Tank weitere Kilometer zurücklegen kann. Außerdem kann man sich stolz als umweltfreundlich bezeichnen und Probleme mit vielleicht kommenden Einfahrtverboten in manche Städte sind nicht mehr gegeben.

 

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka