Kleine und mit Allrad geländegängige Transporter liegen nach Meinung von EVUM Motors, dem Hersteller des aCar in der Landwirtschaft im Trend.

Im Sommer 2018 hatten wir bereits die Gelegenheit mit dem aCar ein paar Runden zu drehen. Für Anfang 2020 steht die Serienproduktion im niederbayerischen Bayerbach bei Ergoldsbach auf dem Plan. Das aCar kann ab einem Preis von 29.500 Euro bereits jetzt bestellt werden.

Die Vorteile des EVUM aCar

Das aCar verfügt über einen vollelektrischen Allradantrieb. Das Leergewicht von 1100 kg lässt eine Nutzlast von bis zu 1000 kg zu. Die Reichweite soll bis zu 200 Kilometer betragen, in der Praxis mit voller Zuladung dürfte diese aber erheblich schrumpfen. Die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 70 km/h. Zudem sollen die robusten Elektromotoren und die 48 Volt-Technologie für geringe Wartungskosten sorgen.

Nach Aussage von Martin Šoltés, Geschäftsführer und Mitgründer der EVUM Motors GmbH sind Elektrotransporter, wie das EVUM aCar, in ihren Gesamtkosten um bis zu 30 Prozent kostengünstiger als gleichartige Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. Dieser Kostenvorteil soll sich noch einmal verstärken, wenn der Strom aus der eigenen Solar- oder Biogasanlage genutzt werden kann.

„Mit seinem Allradantrieb kann das aCar in Land- und Forstwirtschaft auch abseits befestigter Straßen fahren“, betont sagt Sascha Koberstaedt, ebenfalls Geschäftsführer und Mitgründer der EVUM Motors GmbH. „Da es emissionsfrei fährt, kann es aber auch problemlos in geschlossenen Räumen eingesetzt werden, beispielsweise in Gewächshäusern oder Lagerhallen.“

Zubehör wie Anhängekupplung, Seilwinde oder Anbauoptionen wie das Kommunaldreieck erweitern die Palette der Einsatzmöglichkeiten. Beispielsweise bei der Pflege großer Grundstücke oder Parks oder zum Schneeräumen im Winter.

Die Produktion in Niederbayern

Ursprünglich konzipierten Koberstaedt und Šoltés das aCar als robustes Allzweckfahrzeug für Entwicklungs- und Schwellenländer. Zugrunde liegen umfangreiche wissenschaftliche Untersuchungen und Einsatztests in Europa und Afrika. Auf diese Forschungsarbeiten geht auch die enge Kooperation mit der UNIDO zurück. Das ist die Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung, auf deren Stand das aCar steht.

„Der zukünftige Käufer in Europa profitiert von dieser Forschung vor allem im Hinblick auf Robustheit und schnörkelloses Design,“ sagt Martin Šoltés. „Der wartungsarme Elektroantrieb und die Konzentration auf das Wesentliche machen das EVUM aCar nicht nur nachhaltig, sondern auch unschlagbar wirtschaftlich.“

Die Produktion in Niederbayern ist dementsprechend nur der erste Schritt. Mit dem dort gewonnenen Knowhow wollen die Gründer in Zukunft lokale Produktionsstätten in den Zielmärkten aufbauen. „Unser Ziel ist es, kundennah kleine Produktionseinheiten zu haben, um schon bei der Produktion möglichst nachhaltig zu sein,“ sagt Martin Šoltés. „Im Rahmen dieser Expansion bestehen dann auch wieder Einstiegsmöglichkeiten für weitere Investoren und Partner.“

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka