Wie seit längerer Zeit nicht mehr anders gewohnt, fand am 5. Mai 2021 die Premiere des Ferrari 812 Competizione virtuell statt.

Die Sonderserie des 812 Superfast wurde in der kürzlich eröffneten GT-Sport-Abteilung direkt neben der Rennstrecke in Fiorano präsentiert. Neben dem so genannten Coupé wird auch eine limitierte Targa-Variante mit dem Namen 812 Competizione A angeboten.

V12 frei gesaugt

Feiste 610 kW (830 PS) mit einer maximalen Drehzahl von 9.500 Umdrehungen pro Minute sind das Maß der Dinge dieses V12-Saugmotors. Nochmals 30 Pferdchen mehr als im Superfast oder dem von uns vorgestellten 812 GTS. Erreicht wurde dies durch die eine Neukonstruktion der wichtigsten Motorkomponenten wie Pleuel, Kolben, Kurbelwelle und Verteiler.

Die wichtigsten Verbesserungen betreffen jedoch die komplette Neugestaltung der Verteilung und der Zylinderköpfe. Die mit einer diamantähnlichen Karbonbeschichtung (DLC) überzogenen Nocken  wirken nun über DLC-beschichtete Gleitschlepphebel aus Stahl auf die Ventilschäfte ein. Diese Schlepphebel stammen aus der Formel 1 und wurden speziell für diesen Motor entwickelt, um ein höheres Hubprofil zu ermöglichen.

Zudem wurde das komplette Ansaugsystem neu gestaltet. Krümmer und Luftsammler sind jetzt kompakter, um die Gesamtlänge der Kanäle zu reduzieren. Dadurch wird mehr Leistung bei hohen Drehzahlen generiert, während die Drehmomentkurve bei allen Motordrehzahlen durch ein System von Einlasskanälen mit variabler Geometrie optimiert wird.

Geölt wird mit Shell Helix 5W40, das eine geringere Viskosität aufweist. Trotz des für die Abgasreinigung nötigen Benzinpartikelfilters zeichnet sich der Sound weiterhin mit dem typischen mittelhochfrequenten Klang aus. Für die Umsetzung wurde ein neues Auspuffendrohr konstruiert.

Design und Aerodynamik

Die wesentlichen Merkmale der gegenüber dem 812 Superfast veränderten Optik sind unter anderem seine Motorhaube mit einer Quernut, in der eine Karbonfaserlamelle sitzt. Diese verbirgt die Lüftungsöffnungen für den Motorraum und sorgt gleichzeitig für mehr Frischluft.

Die Nase des Fahrzeugs zeigt mit dem sehr breiten Kühlergrill, der von den seitlichen Bremseinlässen flankiert wird, einen aggressiveren Charakterzug. Der Karbonfaser-Splitter unterstreicht die breite, gedrungene Haltung des Fahrzeugs mit einem Verweis auf die herausragende Straßenlage.

Auffallend ist der Ersatz der Heckscheibe durch eine Vollaluminiumfläche. Die Wirbelgeneratoren auf der Oberseite steigern die aerodynamische Effizienz des Fahrzeugs und erzeugen gleichzeitig eine Art Rückgrateffekt, der die skulpturalen Formen des Fahrzeugs unterstreicht.

Das Targadach des 812 Competizione A besteht aus Karbonfaser. Für den offenen Fahrgenuss wird es einfach in einem Fach verstaut, das die Form des Daches abbildet. Wird offen gefahren,  ragen die Überrollbügel teilweise über den Rest der Karosserie hinaus. Da diese ebenfalls aus Karbonfaser bestehen, werden sie zu sekundären optischen Elementen.

Fazit

Sammler werden sich wie immer auf die begehrten Objekte aus Maranello stürzen. Nun sind es gleich zwei Varianten des Ferrari 812 Competizione, auf die geboten werden können. Weder Preis noch die Anzahl der Limitierung wurden bei der virtuellen Präsentation bekanntgegeben. Klar ist aber, dass einmal mehr gute Kunden bevorzugt behandelt werden.

Ferrari 812 Competizione A

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ferrari 812 Competizione

Antrieb und Fahrleistungen

Motor: 12-Zylinder-Benziner

Getriebe: 7-Gang-F1-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 6.496

Leistung in kW (PS) bei U/min: 610 (830)/8.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 692/7.000

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 2,85

Beschleunigung 0-200 km/h in s: 7,5

Höchstgeschwindigkeit in km/h: > 340

Tankinhalt in l: 92

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.696/1.971/1.276

Radstand in mm: 2.720

Leergewicht (trocken) in kg: 1.487

Kofferrauminhalt in l: 85 – 830

Bereifung: vorne 275/35 ZR20, hinten 315/35 ZR20

Felgen: vorne 10” J x 20”, hinten 11,5” J x 20”

Bremsen in mm: vorne 398 x 223 x 38, hinten 360 x 233 x 32

 

Dietmar Stanka
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