Ferrari California T HS
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Steckbrief Ferrari California T HS

Ferraris müssen nicht immer laut, brutal aggressiv und unkomfortabel sein. Mit dem Ferrari California T HS beweist die Marke mit dem Cavallino rampante genau das Gegenteil. Grand Turismo in Reinkultur. Trotz des HS in der Typbezeichnung. Das Kürzel für Handling Speciale. Sozusagen die geschärfte, aber immer noch sanfte Variante des California.

Cabrio und Coupé zugleich

Manchmal gefällt mir ein Blechdach bei Cabrios. So auch beim Ferrari California T HS, der zwei Automobile in sich trägt. Das klassische Grand Turismo Coupé und das luftige Roadster-Feeling des reinen Zweisitzers. Einem Ferrari die Sporen zu geben, geht ein klassisches Ritual voraus. Den Schlüssel ins Zündschloss einführen, umdrehen und dann den Starterknopf am Lenkrad drücken.

In Sekundenbruchteilen erwacht der V8 unter der langgezogenen Motorhaube zum Leben. Sonor brabbelnd arbeiten die Kolben in dem knapp 3,9 Liter großen Triebwerk. 412 kW (560 PS) stark und mit einem eindrucksvollen Drehmoment von 755 Nm präpariert.

Handling Speciale

Die Veränderungen zum „normalen“ California T sind schnell erzählt. Der neue Kühlergrill und der Heckdiffusor sind im matten Grau namens Grigrio Ferro Metallizzato ausgeführt. Tiefgreifender sind die Veränderungen am Fahrwerk. Der Handling Speciale ist an der Vorderachse um 16 Prozent und an der Hinterachse sogar 19 Prozent härter, aber definitiv nicht unkomfortabler geworden.

Fahrspaß

Die Gegend um die Rennstrecke des Bilster Berg ist am Sonntagnachmittag ruhig und verkehrsarm. Beste Voraussetzungen für das Fotoshooting mit Dirk Schaper. Dabei ist cruisen angesagt und keine wilde Kurvenhatz. Gezügeltes Vergnügen, den Vorschriften angepasst.

Ganz anders am nächsten Tag. Rennstrecken-Feeling geführter und angeleiteter Art auf dem Bilster Berg Resort zwar, dennoch genügend Raum die Leistungsdaten des Ferrari California T HS anzutesten. Aus dem Stand auf 100 km/h in 3,6 Sekunden. Nach oben abgebremst bei 316 km/h.

Dazu die perfekte Gewichtsverteilung von von 47 Prozent vorne und 53 Prozent hinten. Das ergibt wunderbare Drifts auf dem bewässerten Untergrund. Zurück auf den Racetrack, dessen Topographie fast schon ein bisschen Nordschleifen-Charakter in sich trägt. Böse die Mausfalle, noch kritischer die gleich danach folgende blinde Kuppe. Dann wieder Gas geben, noch zwei Kurven, um dann in eine verdammt enge Links auf die Start- und Zielgerade einzufahren.

Genug geträumt und wieder auf die Landstraße. Dem eigentlichen Revier eines GT. Der sämtliche Features mitbringt, die man heutzutage von einem komfortablen Fahrzeug erwartet. Ein umfangreiches Audio- und Navigationssystem beispielsweise. Mittig in dem wunderbar designten Armaturenträger platziert.

Fazit

Ohne HS ist der Ferrari California T ein braves Pferdchen. Den richtigen Biss bekommt der GT erst mit der Verschärfung HS. Die rund 6.000 Euro Aufpreis tun nicht weh, verleihen aber viel mehr Fahrspaß und damit gute Laune. Und die sollte ja in einem Ferrari grundsätzlich mit dabei sein.

 

Technische Daten

Im Auto360.de Test: Ferrari California T HS

Antrieb, Fahrleistungen und Verbrauch

Motor: 8-Zylinder-Benziner

Getriebe: F1-7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe

Hubraum in ccm: 3.855

Leistung in kW (PS) bei U/min: 412 (560)/7.500

Maximales Drehmoment in Nm bei U/min: 755/4.750

Beschleunigung 0–100 km/h in s: 3,6

Höchstgeschwindigkeit in km/h: 316

Tankinhalt in l: 78

Kraftstoffverbrauch kombiniert in l/100 km: 10,5

CO2-Emission kombiniert in g/km: 250

Abmessungen, Gewichte, Bereifung

Länge/Breite/Höhe in mm: 4.570/1.910/1.322

Radstand in mm: 2.670

Leergewicht (inklusive Fahrer) in kg: 1.730

Zulässiges Gesamtgewicht in kg: n.n.

Kofferrauminhalt in l: 340 (240 bei geöffnetem Dach)

Bereifung: 245/40 ZR19 vorne, 285/35 ZR19 hinten

Felgen: 8 x 19″ Leichtmetall

Preis

Listenpreis in Euro inklusive Mehrwertsteuer: 190.401

Fotos: Dirk Schaper

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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