Der Ferrari Roma soll ab Sommer 2020 Autofahrer ansprechen, die einen sportlichen Wagen mit dem Cavallino Rampante fahren wollen – aber keine Lust auf brachiale und kompromisslose Sportlichkeit haben. Angetrieben wird der Ferrari Roma von einem Turbo-V8 mit 620 PS.

Der  Hersteller aus Maranello präsentiert den Roma als eleganten, klassischen Gran Turismo. Der streckt sich mit langer Motorhaube und fließenden Linien auf 4,65 Meter Länge. Der Ferrari Roma ist offiziell ein „Coupé 2+“. Auf den beiden vorderen Sitzen nehmen Fahrer und Begleiter sehr komfortabel Platz, die hinteren beiden Sitze gehen für kürzere Strecken oder für den Nachwuchs.

Der Roma teilt sich die technische Basis mit dem offenen Ferrari Portofino, so ist der Radstand von 2,67 Meter gleich. «Aber der Roma ist nicht die Coupé-Variante des Portofino, sondern ein eigenständiges Modell», betonte Ferrari-Chefentwickler Michael Leiters bei der Präsentation. Der 4,65 Meter lange Roma ist knapp eine Handbreit länger und unterscheidet sich nach Angaben Leiters in 70 Prozent der Teile. Er bringt mit einem Trockgewicht von 1475 Kilogramm 70 kg weniger auf die Waage (Leergewicht vollgetankt 1570 kg) als der Portofino, bei dem vor allem das Retractable Hardtop einiges an Mehr-Kilos generiert.

V8 Turbo mit 620 PS treibt den Ferrari Roma an

Als Antrieb dient der V8-Turbo, der seit dem California T im Einsatz ist und bereits vier mal zur internationalen Engine of the Year gewählt wurde. Er ist vorne eingebaut, jedoch hinter der Vorderachse, so dass Ferrari den Wagen als Front-Mittelmotor bezeichnet.

Der Motor erfüllt die Abgasnorm Euro 6d. Der dabei erforderliche Partikelfilter kostet nach Angaben Leiters rund 30 PS Leitung – die mussten über Optimierungen im Ansaugtrakt, bei Ventilen und der Steuerung des Turbodrucks wieder hereingeholt werden. Das bullige Drehmoment des 3,8 Liter großen V8 von 760 Newtonmetern liegt in einem Drehzahlbereich zwischen 3000 und 5750 U/min an.

Damit beschleunigt der Gran Turismo in 3,4 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Die Höchstgeschwindigkeit gibt Ferrari mit mehr als 320 km/h an. Übertragen wird die Antriebskraft von einem  neuen 8-Gang-Doppelkupplungsgetriebe, das erstmals im SF90 Stradale eingesetzt wurde.

Das Leistungsgewicht liegt bei 2,37 kg/PS, das ist nach Herstellerangaben Bestwert im Segment. Durch die Transaxle-Bauweise ergibt sich eine nahezu ausgewogene Gewichtsverteilung. In Verbindung mit Fahrdynamiksystemen wie der Side Slip Control 6.0, fünf wählbaren Fahrprogrammen oder dem Ferrari Dynamic Enhancer, der den Bremsdruck an den Bremssätteln hydraulisch anpasst, soll der Roma sehr sportliche, aber vom Fahrer auch leicht beherrschbare Fahreigenschaften bieten.

 

Der Heckspoiler fährt bei höherer Geschwindigkeit aus

Der Heckspoiler ist in die Heckscheibe integriert ist und bewahrt im eingefahrenen Zustand die formale Eleganz des Fahrzeugs. Bei hohen Geschwindigkeiten fährt er in zwei Stufen automatisch aus und sorgt so für den an der Hinterachse notwendigen Anpressdruck. Auf der Fahrzeugvorderseite ist der Kühlergrill weitgehend geschlossen, Luft für die Kühlung des V8 wird nur an einzelnen perforierten Stellen ins Fahrzeug eingelassen.

Der Fahrer schaut auf ein digitales Komibiinstrumente mit 16 Zoll Breite. Dazu liefert in der Verlängerung der Mittelkonsole ein zentraler Bildschirm mit 8,4 Zoll Höhe alle notwendigen Angaben zu Fahrzeug, Infotainment oder Navigation. Die Anzeige der Navigation kann aber auch über das Kombininstrument dargestellt werden, so dass der Fahrer seine Blickrichtung nicht verändern muss – der Devise folgend: Augen auf die Strasse, Hände ans Lenkrad.

Alle Hauptbefehle des Autos können durch haptische Bedienelemente aktiviert werden. Die Bereiche von Fahrer und Beifahrer sind klar getrennt, Cockpit und Mittelkonsole umschließen der Fahrer.

In Italien kostet der Ferrari Roma ab 200.000 Euro

«Der neue Ferrari soll mit seinem charakteristischen Flair und Stil eine moderne Interpretation des unbeschwerten, genussfreudigen Lebensgefühls im Rom der 1950er und 1960er Jahre» darstellen und das «Dolce Vita» in unserer Zeit wiederauferstehen lassen, betonte Enrico Galliera, Marketingchef von Ferrari bei der Präsentation.

Mit dem Fahrzeug will der Hersteller eine neue Klientel ansprechen: «Fahrer, für die ein kompromissloser Sportwagen nicht die erste Wahl ist, sondern  einen sportlichen, leistungsstarken Gran Turismo mit Komfortanspruch bevorzugen», so Galliera.

Die ersten Autos des neuen Ferrari Roma sollen im Frühsommer 2020 ausgeliefert werden. Der Einstandspreis wird in Italien bei rund 200.000 Euro inklusive aller Steuern liegen. Für die anderen Märkte sind die Preise noch nicht festgelegt. Berücksichtigt man den Preisabstand zum Portofino, dürfte die Preisliste in Deutschland jenseits von 220.000 Euro beginnen.

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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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