Effektivzins, Restwert-Leasing, Schlussratenfinanzierung und Restschuld-Versicherung: Wer sich mit der Welt der Autofinanzierung nicht auskennt, findet im Leasing- und Finanzierungs-Lexikon die wichtigsten Begriffe kurz und knapp erklärt.

Anzahlung

Früher meist in Höhe von 20 bis 25 Prozent des Kaufpreises obligatorisch. Heute in vielen Fällen nicht mehr („Null Anzahlung“). Mit einer höheren Anzahlung lässt sich die Rate senken. Bei niedrigen Zinsen sind Anzahlungen von 30 Prozent und mehr  (wegen der optisch besonders attraktiven Monatsrate) aber eher unsinnig.

Effektivzins

Gibt auf einen Blick Aufschluss, wie teuer das geliehene Geld ist. Zumindest grob: Denn während die Bearbeitungsgebühren einkalkuliert sind, können noch andere Kosten entstehen.

Klassische Finanzierung

Innerhalb der Laufzeit zahlt der Autokäufer den kompletten Fahrzeugpreis plus der Zinsen und Nebenkosten ab. Nach zumeist 36 oder 48 Monaten wird die Finanzierungssumme getilgt. Vorteil: Das Auto gehört uneingeschränkt dem Käufer. Nachteil: die Raten sind hoch.

Kilometer-Leasing

Vertragsmodus, bei dem die Laufleistung Berechnungsgrundlage für die Höhe der Raten ist. Empfehlenswert, denn das Restwertrisiko des Gebrauchtwagens liegt bei der Leasinggesellschaft.

Laufzeit

Meist angeboten zwischen 12 und 60 Monaten, seltener bis 84 Monate. Je kürzer die Laufzeit des Kredits, desto günstiger wird das Darlehen: Meist gibt es einen niedrigeren Zinssatz, außerdem ist der Tilgungsanteil an der Rate höher, die Schulden schmelzen viel schneller dahin. Nachteil: Die Rate ist deutlich höher. Laufzeiten von sechs oder sieben Jahren sind von den Gesamtkosten her sehr teuer.

Leasing

Abgeleitet vom englischen to lease=mieten. Der Autofahrer erwirbt für die vereinbarte Vertragslaufzeit von der Leasinggesellschaft das Nutzungsrecht. Finanzierungsleasing ist eine Alternative zum Kredit, beim Service- oder Fullservice-Leasing werden mit der monatlichen Rate auch Dienstleistungen (Winterreifen, Versicherung, Steuer, Inspektionen) mitbezahlt.

Leasinggeber

Unternehmen, welches das Auto vom Hersteller kauft und gegen Bezahlung dem Leasingnehmer (Kunden) auf Zeit zur Verfügung stellt.

Minder- und Mehrkilometer

Beim Kilometer-Leasing Berechnungsgrundlage für die Höhe der Erstattung, die der Kunde erhält – oder der Nachzahlung, die er zu leisten hat. Im Vertrag darauf achten, dass der Erstattungssatz für Minderkilometer ausgewiesen ist. 2500 Kilometer Unter- oder Überschreitung bleiben meist unberücksichtigt.

Mietsonderzahlung

Anzahlung bei Leasingverträgen, meist in Höhe von 20 Prozent des Fahrzeugpreises. Mietsonderzahlung und Monatsraten addiert ergeben die Gesamtkosten für die Nutzung des Fahrzeugs.

Restschuldversicherung

tritt ein, wenn der Kreditnehmer stirbt oder wegen Krankheit nicht arbeiten kann. Die Kosten hängen von Kredithöhe und Laufzeit ab. Als Faustregel kann man sagen, dass sie den Kredit um einen Prozentpunkt teurer macht. So entstehen schnell Kosten von mehreren hundert Euro. Will der Kunde die Restschuldversicherung nicht, ist je nach Bank ein Aufschlag auf den Effektivzins fällig.

Restwert

Kalkulierter Wert, der bei Vertragsende vom Kunden aufzubringen ist. Im Idealfall ist er durch das zurückgegebene Auto gedeckt.

Restwert-Leasing

Vertrags- und Zahlungsmodus auf Basis des kalkulierten Restwerts. Das Risiko, den Gebrauchtwagen zu einem ordentlichen Preis zu vermarkten, liegt beim Kunden. Erzielt der zurückgegebene Wagen nicht mehr den kalkulierten Restwert, muss der Kunde nachzahlen. Erlöst die Leasinggesellschaft mehr, erhält der Kunde davon 75 Prozent. Ausnahme: Bei Abschluss eines neuen Vertrags wird ihm die volle Summe gutgeschrieben.

Schlussratenfinanzierung

Auch Dreiwegefinanzierung genannt, ähnelt dem Leasing. Dabei wird nicht der komplette Kreditbetrag getilgt, sondern eine hohe Schlussrate stehen gelassen. Vorteil: Die monatlichen Raten sind niedriger, nur etwa halb so hoch wie beim klassischen Darlehen. Nachteil: Am Vertragsende ist eine hohe Summe – meist 40 bis 50 Prozent des Neuwagenpreises – fällig. Der Kunde hat die Option, das Fahrzeug an den Händler zurückzugeben, den Wagen durch Zahlung der Schlussrate zu übernehmen oder eine Anschlussfinanzierung abzuschließen.

Vertragsgemäßer Zustand

Bei Kilometer-Leasing oft Streitpunkt bei der Fahrzeugrückgabe: Welche Schrammen und Beulen sind nach drei Jahren normal, welche führen zu einer Wertminderung des Autos mit der Konsequenz, dass der Kunde nachzahlen muss? Inzwischen sehr kundenfreundliche Rechtsprechung.

 

Foto: ADAC

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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