Historie DS

Autos mit einer schlichten Buchstabenkombination als Modellbezeichnung sind normalerweise männlich. Wenn bei Citroën von der DS die Rede ist, wissen Kenner bereits, dass man es mit einem ganz besonderen Fahrzeug zu tun hat.

Während das Kürzel heute für die neue Marke DS Automobiles steht, war die Ursprungsbedeutung eine ganz andere: Wegen des Gleichklangs mit „la déesse“ — französisch für „die Göttin“ — hatte das erste DS-Modell vom Start weg einen unverwechselbaren Kosenamen.

Traumhafter Start

Durchaus gewollt. Die Weltpremiere der DS 19 schlug auf dem Pariser Autosalon 1955 ein wie eine Bombe. Präsentiert wurde die extravagant gestylte Limousine unter dem Glasdach des Grand Palais. Am Abend des ersten Messetags waren bereits 12 000 Kaufverträge unterzeichnet.

Auch wenn die Modellreihe nach 20 Jahren Bauzeit und mehr als 1,4 Millionen Exemplaren auslief — ein Ende der Erfolgsgeschichte ist bis heute nicht abzusehen. Der Oldtimer-Boom macht gut erhaltene DS-Modelle zur begehrten Rarität. Mit 150 000 Euro auf den höchsten bislang bei einer Auktion erzielten Preis brachte es eine 1974er DS 23 ie Pallas.

Gefragt und teuer

Ein Schnäppchen im Vergleich zu den Cabrios, für die bis zu 350 000 Euro aufgerufen werden. War das skulpturartige Design der DS nicht nur für die damaligen Verhältnisse der Hingucker, setzte die Technik noch einen drauf. Mit der hydropneumatischen Federung schwebte man über die damals (und heute wieder) schlechten Straßen. Und das hydraulische Bremssystem machte selbst das Anhalten zum Erlebnis.

Aufgrund der hohen Nachfrage wurde die DS nicht nur im Werk am Quai de Javel in Paris produziert. Ab 1956 lief sie auch in Großbritannien und Belgien und ab 1959 zudem in Südafrika vom Band. Verkauft wurde die „Göttin“ als Symbol des Avantgardismus in Westeuropa, fast allen Ländern des Commonwealth wie Kanada und Australien und auch in den USA.

TV-Star

Dort spielt sie heute noch in der TV-Serie „The Mentalist“ die automobile Hauptrolle. Mit der DS 21 Pallas setzte Citroën weitere Akzente in Optik und Ausstattung. So waren beispielsweise Schwenkscheinwerfer verbaut, die Vorläufer des heutigen Kurvenlichts.

Den Höhepunkt markierte die DS Présidentielle, die am 14. November 1968 an das französische Präsidialamt geliefert wurde. Das Lastenheft sah vor, dass dieses Fahrzeug länger als der Lincoln des amerikanischen Präsidenten sein musste. Karosseriebauer Henri Chapron schuf ein 6,53 langes Meisterwerk, das unter anderem mit Klimaanlage, Klappsitz für den Dolmetscher, elektrischen Fensterhebern und einer Minibar ausgestattet war.

Franz-Josef Seidl

Franz-Josef Seidl

Fotograf bei FJS-Foto
Franz-Josef Seidl - gelernter Fotograf, ist seit 1994 als freischaffender Bildjournalist, Portrait- und Modefotograf in fast aller Welt unterwegs. Seit 2008 gibt es das Fotostudio "HAUSEN 11" in Kirchheim bei München, in dem Portraits-, Fashion-, Beauty-, Business-, und Bewerbungsfotos entstehen. Darüber hinaus fotografiert Franz-Josef Seidl Produkte wie Autos und Motorräder. Einen Namen hat sich Franz-Josef Seidl auch als Theater-Fotograf gemacht. Dafür wird er in alle bekannten Opern- und Theaterhäuser eingeladen. FJS-Foto ist mit seiner Kamera in vielen DAX-Unternehmen Deutschlandweit sowie als Reportagefotograf weltweit tätig.
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