Viele Autofahrer werden von den ersten Winternächten eiskalt erwischt. Dabei lässt sich das Auto mit wenig Aufwand winterfit machen. Zehn Tipps, damit die kalte Jahreszeit möglichst stressfrei bleibt.

Tipp 1:

Jetzt wird es Zeit, die Winterreifen aufziehen zu lassen. Wer auf verschneiten oder vereisten Straßen mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert bis zu 120 Euro Bußgeld und kassiert einen Punkt im Verkehrszentralregister in Flensburg. Auch Profiltiefe und Reifendruck der Winterreifen sorgen für stabiles Fahrverhalten. Vor der Montage der Winterreifen sollte deren Profil geprüft werden. Vorgeschrieben sind mindestens 1,6 Millimeter Profiltiefe, empfohlen sind jedoch 4 Millimeter. Nach Montage der Winterreifen muss zudem ein Aufkleber mit der km/h-Angabe gut sichtbar am Armaturenbrett oder der Windschutzscheibe angebracht werden. In den Kofferraum gehören jetzt neben dem Ersatzreifen auch Schneeketten oder Anfahrhilfen, denn der erste Schnee kann für chaotische Zustände auf den Straßen sorgen. Das Aufziehen der Ketten sollten ungeübte Autofahrer unbedingt vorher üben.

Tipp 2:

Eiskratzer gehören für Laternenparker zum absoluten Muss., denn bei winterlich tief stehender Sonne und vereisten Scheiben ist die Sicht gleich null. Am besten sind Eiskratzer mit stabilem Handgriff, einer glatten Kante gegen Eis und Reif und einer gezackten für dicke Eisschichten. Eine zusätzliche Gummilippe dient zum Abziehen nasser oder beschlagener Scheiben. Bequemer, aber auf Dauer nicht ganz billig sind Scheibenenteisersprays. Unbedingt ins Auto gehört ein Handbesen, um Schnee von Dach, Kofferraum und Motorhaube zu entfernen.  Empfehlenswert sind auch Handschuhe, damit die Hände beim Eiskratzen und Freischaufeln nicht auskühlen.

Tipp 3:

Neben einer freien Sicht ist eine sichere und funktionierende Beleuchtung wichtig. Ein Rundgang um das Auto vor jeder Fahrt zeigt schnell, ob alle Lampen funktionieren und, ob die Scheinwerfer sauber sind. Bereits eine halbstündige Fahrt auf matschigen Straßen, kann die Leuchtkraft um bis zu 60 Prozent mindern. Schwachstellen der Beleuchtung, wie defekte Rückleuchten, Probleme beim Abblendlicht oder falsch eingestellte Scheinwerfer, sollten sofort behoben werden. Bei älteren Fahrzeugen können Autofahrer defekte Leuchtmittel in der Regel mit wenigen Handgriffen selbst tauschen. An modernen Fahrzeugen kann es für Laien schwieriger sein, an die Leuchtmittel heranzukommen und Abblend- oder Fernlicht korrekt einzustellen. Die gesamte Beleuchtungsanlage sollte deshalb in einer Werkstatt mindestens einmal im Jahr überprüft werden.

Tipp 4:

Gummimatten mit Wabenmuster nehmen Schmutz und Schmelzwasser auf, das beugt schwer zu entfernenden Salzflecken auf dem Teppichboden vor. Eine warme Decke und eine Abdeckfolie für die Windschutzscheibe gehören auch ins Auto. Türdichtungen mit Pflegebalsam (als Pflegestift im Zubehörhandel) behandeln. Bei strengem Frost können sie sonst am Blech festkleben und reißen.

Tipp 5:

Batterie checken und winterfit machen. Rund zwei Drittel aller winterlichen ADAC-Einsätze gehen auf Startprobleme zurück. Ein kurzer Check vor der kalten Jahreszeit deckt Schwachstellen auf. Punkt eins: der Flüssigkeitsstand. Je nach Batterie kann man diesen von außen  prüfen, die Flüssigkeit in den Zellen muss die Markierung auf dem durchsichtigen Batteriegehäuse erreichen.  Bei Batterien, die sich aufschrauben lassen, müssen die Bleiplatten gut bedeckt sein. Nachgefüllt werden darf nur mit destilliertem Wasser. Ebenfalls überprüfen: Sitzen die Plus- und Minusklemmen fest, haben sich Schmutzkrusten gebildet? Wenn ja: Die Pole abbürsten und danach mit Polfett (gibt es im Zubehörhandel) bestreichen. Eine Thermo-Verpackung kann helfen, die Batterie besser gegen die Kälte zu schützen.

Tipp 6:

Für alle Fälle sollte ein Starthilfekabel an Bord sein. Dann kann man liegengebliebenen Autofahrern Starthilfe geben – oder sich selbst helfen lassen, wenn die Batterie an akuter Schwäche leidet.

Tipp 7:

Das Scheibenwaschwasser braucht nun einen speziellen Reinigungszusatz mit Frostschutz; den nicht zu sparsam verwenden, denn sonst sind bei knackigen Minusgraden die Scheibenwischerdüsen im Nu eingefroren. Nach dem Befüllen die Anlage bedienen, damit auch die Zuleitungen frostsicher sind. Auch die Scheibenwischer verdienen einen prüfenden Blick. Ziehen sie Schlieren oder ist die Lippe gar eingerissen, muss Ersatz her. Dabei nicht den Heckscheibenwischer vergessen. Stark beschädigte Gummilippen könnten die Heckscheibe zerkratzen.  Bei Minusgraden im Winter ist neben der Bremsflüssigkeit und dem Scheibenwischwasser auch das Kühlwasser frostgefährdet.

Tipp 8:

Zur perfekten Sicht gehören auch saubere Scheiben – und zwar von innen. Die Scheiben sollten regelmäßig gereinigt werden, denn verschmutzte Scheiben beschlagen schneller und schlucken enorm viel Licht. Zum Reinigen nimmt man einen einfachen Haushaltsglasreiniger wie Sidolin. Wer im Auto raucht, sollte einmal die Woche zum Putzlappen greifen. Eine Voraussetzung für beschlagfreie Scheiben  ist eine gute Entlüftung des Innenraumes. Daher: Laub und andere Fremdkörper aus dem Luftschacht vor dem Lüftungsgebläse entfernen. 

Tipp 9:

Kleinere Lackschäden sollte man am besten vor dem salzhaltigen Winter ausbessern und das Blech anschließend einwachsen, um dem Rost keine Chance zu geben. Zudem ist eine Reinigung innen wie außen angesagt. Dabei aber die Unterbodenwäsche und eine anschließende Wachsversiegelung nicht vergessen. Eine Schicht Hartwachs macht die Karosserie wetterfest und resistent gegen Salze. Im Winter helfen regelmäßige Autowäschen, dass Streusalz nicht allzu sehr am Blech nagt.

Tipp 10:

Vor dem Wintereinbruch gilt es auch einen intensiven Blick auf die Bremsen zu werfen. Fehlt Bremsflüssigkeit oder hat sich darin Wasser gesammelt, kann es sein, dass der Tritt auf die Bremse keine ausreichende Wirkung zeigt. Daher sollte die Bremsflüssigkeit regelmäßig kontrolliert und mindestens einmal im Jahr gewechselt werden.

Klaus Justen
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