Gasherd im Wohnmobil: Komfortabel kochen
Gasanlage: Regelmäßiger Check der Anlage ist Pflicht.

Bevor die Saison für Wohnmobil oder Wohnwagen wieder losgeht, sollten Camper die Gasanlage im Fahrzeug prüfen. Und vor allem bei brüchigen Schläuchen oder anderen sichtbaren Beschädigungen die Fachwerkstatt konsultieren.

Ohne Flüssiggasanlage geht wenig beim Campen mit Wohnmobil oder Caravan. Behagliche Temperaturen im Fahrzeug, auch wenn es draußen ungemütlich ist, warmes Wasser oder der eigene Herd für eine warme Mahlzeit: Gas macht es möglich.

Defekte Gasanlage: Herumbasteln ist tabu

Mängel oder gar Defekte an diesen Anlagen stellen allerdings ein hohes Gefährdungspotenzial dar. „Ein Hantieren an der Flüssiggasanlage eines Wohnmobils oder Caravans ist für einen Laien tabu“, warnt Eberhard Lang, Experte des TÜV SÜD. „Defekte oder fehlerhafte Montage können Menschenleben gefährden.“

Deshalb müssen Gasanlagen regelmäßig überprüft werden. Vor der ersten Inbetriebnahme, anschließend spätestens alle 24 Monate sowie nach jeder Veränderung. Diese Untersuchung ist unter anderem in der der Straßenverkehrszulassungsordnung (StVZO) vorgeschrieben. Nur wenn der Gutachter bescheinigt, dass alles den Vorschriften entspricht, bestehen Wohnmobile die Hauptuntersuchung (HU).

Über die amtlichen Prüfintervalle hinaus empfiehlt Lang, Bauteile und Schläuche regelmäßig auf Risse und Beschädigungen zu überprüfen. Dies gilt vor allem nach der Winterpause und vor dem Beginn der Reisezeit. Neben Fachwerkstätten bieten auch Sachverständigenorganisationen wie der TÜV SÜD solche Prüfungen an.

Probleme mit der Versicherung

Die Prüfung wird in einer Prüfbescheinigung dokumentiert. Hier werden zudem die Erst- und Wiederholungsprüfungen vermerkt. „Zusätzlich gibt es eine Prüfplakette mit der Monats- und Jahreszahl der nächsten Prüfung“, erläutert der TÜV SÜD-Fachmann. Aber: „Die Plakette allein besitzt keine Aussagekraft.“ Notwendig ist immer die Prüfbescheinigung mit dem genauen Datum, um die Gültigkeit der Prüfung oder den 24-Monats-Zeitraum tagesgenau zu sehen.

Auf die leichte Schulter sollte man die Prüfpflicht nicht nehmen. Aus Gründen der Sicherheit, aber auch aus Haftungsgründen und wegen möglicher finanzieller Folgen. „Bei einer ungeprüften Gasanlage ist der Versicherungsschutz gefährdet“, sagt Lang: „Bei einem Brandschaden beispielsweise verlangen die Versicherungen als erstes die Gasprüfbescheinigung zur Einsicht.“

Gasflaschen müssen sicher befestigt sein

Bevor man in den Camp-Urlaub aufbricht, sollte man immer einen Blick auf die Gasflaschen werfen. „Wichtig ist eine sichere Befestigung der Gasflaschen, um Beschädigungen zu vermeiden“, empfiehlt der Fachmann, „und grundsätzlich sollte man vor Fahrtantritt alle sicherheitsrelevanten Einrichtungen in Augenschein nehmen.“

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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