Er ist wieder da. Aber nun rein elektrisch angetrieben. Der GMC Hummer EV.

Einst als Allzweckfahrzeug für das Militär entwickelt, wurde das High Mobility Multipurpose Wheeled Vehicle (HMMMWV, Humvee) wegen des ersten Golfkriegs 1991 weltbekannt. Arnold Schwarzenegger gab den Anstoß für den zivilen Hummer H1, dem noch der H2 und der H3 folgten.

Hummer elektrisch

Drei Elektromotoren mit einer Gesamtleistung von 735 kW (1.000 PS) und ein komplett neu entwickelter Allradantrieb mit fünf spezieller Modi für den Einsatz im Gelände machen den GMC Hummer EV einzigartig. Vier davon sind vorkonfiguriert: Normal, Anhängerbetriebe, Offroad und schwieriges Gelände.

Der individuell einstellbare Modus beinhaltet die Features der Allradlenkung, der Karosseriehöhe, der Stoßdämpfung, der Drosselklappen, der Bremsen und der Klangverbesserung im Innenraum.

Dazu kommen die Ultium Batterien, die, in 24 Module gepackt, eine Reichweite von über 560 Kilometern ermöglichen. Einzigartig ist zudem der geringe Anteil an Kobalt. Gegenüber den herkömmlichen Akkus, die bis dato bei Elektrofahrzeugen von General Motors verwendet wurden, sank der Anteil dieses seltenen Metalls um bis zu 70 Prozent.

Der Allradantrieb des GMC Hummer EV

Mit unabhängig voneinander operierenden Vorder- und Hinterradaufhängungssysteme, die mit den Antriebsmotoren gekoppelt sind, soll gleichermaßen das Handling im Gelände und der Fahrkomfort auf der Straße optimiert werden.

Bis zu 100 Prozent des verfügbaren Drehmoments können für maximale Traktionsfähigkeit und einen vollständig synchronisierten e4WD-Antrieb auf eines der Vorderräder übertragen werden. Möglich macht dies der Front e-Locker.

Ein elektronisch gesteuertes, vom Fahrer wählbares Sperrdifferential, das die Traktionsfähigkeit erhöht. Dabei werden können beide Vorderräder blockiert werden, sodass sie sich mit der gleichen Geschwindigkeit drehen.

Die Hinterachse kann mittels eines virtuellen Sperrdifferenzials gesperrt werden. Es ist in der Lage, Drehmomentvektoren zu erzeugen, die das an jedes Rad gesendete Drehmoment variieren können, um einerseits die Traktion im Gelände zu optimieren und die Fahrdynamik auf der Straße zu verbessern.

Als Standard sind 18-Zoll-Räder montiert, auf denen 35-Zoll-OD-Reifen aufgezogen sind. Diese bieten eine hohe Festigkeit und Flexibilität für den ultimativen Geländeeinsatz des GMC Hummer EV. Der Unterbodenschutz besteht aus fünf Unterfahrschutzplatten und zwei Unterbodenschutzschildern zum Schutz des Akkus sowie der Antriebseinheiten.

Offroad-Kameras

Das neue entwickelte Kamerasystem UltraVision4 verfügt über Unterbodenkameras vorne und hinten mit Live-Ansichten. Dadurch kann der Fahrer Hindernisse besser erkennen und den Hummer EV optimal durch unwegsames Gelände manövrieren. Die Unterbodenkameras sind zum Schutz vor Beschädigungen verpackt und mit einer Waschfunktion ausgestattet, um Schmutz zu beseitigen. Insgesamt stehen 18 Ansichten zur Verfügung.

Das Design

Grundlegend erinnert das Aussehen des GMC Hummer EV an den H1. Kantig, mit riesigen Ausmaßen und einer niedrigen Dachlinie versehen. Dazu Phil Zak, der Design-Chef: „Wir hatten eine einzigartige Gelegenheit: Schaffen Sie etwas, das die Menschen sofort erkennen und gleichzeitig die Wahrnehmung herausfordern, indem Sie ein emissionsfreies Elektrofahrzeug ohne Limits entwickeln. Der Hummer EV ist ein mutiges Design-Statement, kombiniert mit einem wirklich leistungsfähigen Chassis, das visuell die Bereitschaft vermittelt, neue Wege zu beschreiten.“

Der Innenraum ist für fünf Passagiere ausgelegt und mit hochwertigen Materialien versehen. Handwerkskunst trifft auf Robustheit, wie GMC es ausdrückt. Der Vinylboden ist leicht zu reinigen. Die darauf liegenden Gummimatten einfach herausnehm- und abwaschbar.

Ein erstes Fazit

Das perfekte Auto für die engen Innenstädte Europas ist der neue GMC Hummer EV nicht gerade. Dafür ein herausragendes Beispiel, wie ein elektrischer Antrieb mit Offroad-Eigenschaften verknüpft werden kann. Die Produktion dieses Fahrzeug startet in den USA Ende 2021 in der GM Factory Zero in Detroit-Hamtramck. Ob und wann er nach Europa kommt, bleibt offen. Genau wie der Preis.

Dietmar Stanka