Wer einen Plug-in-Hybriden, ein Elektroauto mit Batterie oder mit Brennstoffzelle als Dienstwagen nutzt, spart  bei der Dienstwagensteuer viel Geld. Aber nur dann, wenn die Anschaffung nach dem 31. Dezember 2018 und vor dem 1. Januar 2022 erfolgt.

Um die Elektromobilität weiter zu fördern, wird die Dienstwagensteuer für elektrisch angetriebene Fahrzeuge halbiert. Der Bundesrat hat Ende November 2018 der neuen Regelung zugestimmt. Sie gilt für alle Fahrzeuge mit Plug-in-Hybridtechnik sowie für rein elektrisch angetriebene Fahrzeuge – egal, ob der Strom in einer Batterie gespeichert oder mit einer Brennstoffzelle an Bord produziert wird.

Wichtig zu wissen: Die  Neuregelung gilt auch ältere Fahrzeuge, die als Gebrauchtwagen gekauft und nun als Dienstwagen genutzt werden. Nach Auskunft des Bundesfinanzministeriums  ist nicht der Tag der Erstzulassung entscheidend für die Steuerreduzierung, sondern das Anschaffungsdatum. Die Nutzer von Fahrzeugen, die seit 1. Januar 2019 angeschafft wurden, sparen also kräftig bei der Versteuerung des geldwerten Vorteils für die private Nutzung ihres Dienstwagens. 

Vorausetzungen für Plug-in Hybride

Hybridfahrzeuge, deren Batterie an der Steckdose aufgeladen werden können (Plug in), müssen jedoch einige Voraussetzungen erfüllen.

• Der Plug-in-Hybrid darf maximal 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen, das ist bei einem Benzinmotor  ein Normverbrauch von 2,1 l/100 km.

• Die rein elektrische Reichweite muss mindestens 40 Kilometer betragen.

Eine Messung nach WLTP, der neuen Verbrauchsmessung nach dem Worldwide Harmonized Light-Duty Vehicles Test Procedure, ist seit 1. September 2018 für alle neu zugelassenen Pkw Pflicht. Ältere Fahrzeuge wurden noch nach dem NEFZ geprüft mit in der Regel niedrigeren Verbrauchsangaben (und höheren Elektro-Reichweiten). Vorteil:  Diese NEFZ-Werte gelten für diese älteren Fahrzeuge weiterhin, wenn es um die oben genannten Verbrauchs- und Reichweitengrenzen für Plug-in-Hybride geht.

Dienstwagensteuer: So funktioniert die Ein-Prozent-Methode

Wer entweder als Selbständiger oder auch als Angestellter seinen Firmenwagen privat nutzt, muss diesen „geldwerten Vorteil“ als zusätzliches Einkommen oder als Lohnbestandteil versteuern und je nach Jahreseinkommen auch Sozialversicherungsbeiträge dafür zahlen.

Diese Versteuerung erfolgt meist über die Pauschalmethode, die Ein-Prozent-Regelung. Das zu versteuernde Gehalt des Mitarbeiters erhöht sich jeden Monat um ein Prozent des Fahrzeug-Listenpreises. Wer  etwa einen VW Golf GTI als Dienstwagen  fährt,  Listenpreis inklusive Extras 35.000 Euro, der versteuert zusätzlich zu seinem  normalen Gehalt 350 Euro im Monat. Zusätzlich erhöht sich das Monatsbrutto um 0,03 Prozent des Listenpreises pro Entfernungskilometer zwischen Wohnung und Betrieb. Bei 10  Kilometern sind das rund 105 Euro im Monat. Insgesamt steigert der Dienstwagen das Jahresbrutto um 5455 Euro. Dafür werden im Laufe des Jahres Steuern und Sozialabgaben gezahlt, die führt der Arbeitgeber mit der Gehaltsabrechnung ab.

Batteriekosten treiben Listenpreis für E-Autos in die Höhe

Wer sich für ein elektrisch angetriebenes Auto entscheidet, wird durch den oft deutlich höheren Listenpreis steuerlich stärker zur Kasse gebeten. Beispiel BMW 5er-Reihe.

Während der normale BMW 530i mit einem Brutto-Listenpreis von 53.100 Euro zu Buche schlägt, kostet der BMW 530e iPerformance mit glatt 56.000 Euro fast 3000 Euro mehr. Der Fahrer des Plug-in-Hybriden müsste also theoretisch einen um 2900 Euro höheren Listenpreis versteuern. Allerdings wurde er bisher auch schon entlastet: „Steuerlicher Nachteilsausgleich“ nennt sich das Verfahren. Pro Kilowattstunde Batteriekapazität kann man  vom Listenpreis als Besteuerungsgrundlage einen bestimmten Betrag abziehen. Bei einer Erstzulassung 2018 sind das 250 Euro pro Kilowattstunde, im Fall des BMW also 2250 Euro. Damit ist der Hybrid für die Dienstwagensteuer nur noch rund 600 Euro teurer. Also ergibt sich nur ein marginaler Mehrbetrag bei der Dienstwagensteuer.

Deutlicher Rabatt bei der Dienstwagensteuer für 2019 angeschaffte Autos

Mit der Neuregelung ab Januar 2019 erhält der Fahrer des E-Fahrzeugs jedoch einen deutlichen Steuerbonus. Der Nachteilsausgleich fällt für ab diesem Zeitpunkt gekaufte Autos zwar weg, aber dafür schrumpft die Ein-Prozent-Regelung zur Halb-Prozent-Regelung. Für den beschriebenen BMW 530e, inklusive einiger Extras mit einem Listenpreis von 65.000 Euro, müssen dann nicht mehr 650 Euro jeden Monat extra besteuert werden, sondern nur noch 325 Euro. Das ist bei einem angenommenen Steuersatz von 40 Prozent ein Unterschied von knapp 130 Euro netto jeden Monat.

Auch beim Kauf eines Nissan Leaf in Tekna-Ausstaatung für rund 40.000 Euro lohnt sich die Einsparung durch die Neuregelung. Statt 400 Euro sind nur noch 200 Euro pro Monat  als geldwerter Vorteil zu versteuern. Wer sich den Leaf noch 2018 zugelegt hat, muss sich mit dem steuerlichen Nachteilsausgleich begnügen. Der liegt für Zulassung 2018 bei 7500 Euro, denn bei seiner Batteriekapazität von 40 Kilowattstunden greift eine Kappung (siehe Tabelle im Bild unten). Also müsste der Leaf-Dienstwagenfahrer, der 2018 sein Auto bekommen hat, 32.500 Euro als Besteuerungsgrundlage nehmen. Somit versteuert er jeden Monat 325 Euro und damit deutlich mehr, als wenn er den Wagen erst 2019 angeschafft hätte.

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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