Die Entwicklung des Citroen 2CV begann in den 1930er Jahren fast zeitgleich mit der des Volkswagens.

Während das deutsche Automobil für die breite Masse politisch getrieben war, sollte der Citroen 2CV vor allem günstig sein und vor allem die ländliche Bevölkerung mit einem robusten Auto versorgen.

Das hässliche Entlein

Bekanntermaßen wurden beide Fahrzeuge erst nach dem Zweiten Weltkrieg gebaut. Dass aber von einem niederländischen Journalisten als hässliches Entlein bezeichnetes Automobil weltweit zum Erfolgsschlager wurde, ist ein Phänomen. Eine Wellblechkiste, die sich in Kurven gefährlich neigte ohne umzufallen, die Eier über holperigen Untergrund transportierte ohne das diese Schaden nahmen und die über 41 Jahre nahezu unverändert gebaut wurde.

Pure Kraft aus dem Zweizylinder-Boxer

Mit sagenhaften 9 PS aus dem 375 cm³ Zweizylinder-Boxermotor erreichte der erste Citroen 2CV mit viel Anlauf irgendwann eine Höchstgeschwindigkeit von 65 km/h. Es dauerte sechs Jahre bis der Hubraum auf 425 cm³ und die Leistung auf 12,5 PS angehoben wurde. Über 14, 16 und 21 erhöhte sich die Leistung über die Jahre bis auf 29 PS in der sehr beliebten Charleston-Ente.

Es sind aber auch schon heiße Renn-Enten gesichtet worden. Noch recht harmlos aussehend, hat Jörg Siecker-Tries aus Rosengarten bei Schwäbisch Hall seine weiße Ente zu einem 65-PS-Geschoss umgebaut, das nach seinen Angaben bis zu 180 km/h erreicht. Absolut schräg sind die Renn-Enten, die sich zum 24-h-Rennen in Spa einfinden. Dort sind Umbauten zu sehen, die einem echten 2CV-Liebhaber die Tränen in die Augen treiben.

Ein besonders leistungsstarkes und allradgetriebenes Vehikel war der Citroen 2CV 4x4 Sahara. Mit einer zweiten Antriebseinheit im Heck verdoppelte sich die Leistung, aber auch der Preis. In acht Jahren Bauzeit wurden von 1960 bis 1968 nur 693 Exemplare gebaut. Heute werden gut erhaltene Allrad-Enten mit über 100.000 Euro gehandelt.

Die Preise des Citroen 2CV

Da kommen wir gleich zu den Preisen, die heute für hübsche Citroen 2CV deutlich über 20.000 Euro steigen können. Es gibt auch welche für um die 8.000 bis 10.000 Euro, die ordentlich restauriert sind. Was immer bleibt, sind die an megabillige Gartenstühle erinnernden Sitze, die andersartige Belüftung mit Rolldach oder den auszuklappenden Seitenscheiben und die extreme Kurvenlage.

Für den Liebhaber, den Individualisten, den Alt-68er und für Nostalgiker gibt es aber nichts schöneres, als mit einer Ente die Welt zu erobern. Oder wie so manche es schon getan haben, einfach mal quer durch Russland und China zu düsen, um eine Peking-Ente zu verspeisen.

Tipps und eine ganz spezielle Liebhaberin

Bevor einem das Blech wegfliegt, heißt es, die Karosserie genauesten zu überprüfen. Es sollte ein Franzose sein, der vor 1986 gebaut worden ist, behaupten Experten. Sie seien langlebiger und solider als die in Portugal gebauten. Die Ersatzteilversorgung ist unproblematisch und die Verschleißteile äußerst preiswert. So führt der „Treffpunkt Citrön“ in Brüggen alles für den Citroen 2CV und die Schwestermodelle Ami, Dyane und Mehari.

Dort ist Britta Becker tätig und gleichzeitig im Vorstand der „Amicale Citroen & DS Deutschland“. Sie wuchs in einer begeisterten und autoverrückten Familie auf, mit viel Leidenschaft für das rostige alte Blech. Ihre Liebeserklärung an die Ente lautet:  „Die Einfachheit, der Sympathiefaktor und das französische Flair ist genau das, warum ich die Ente so liebe. Ich verbinde mit ihr so viel, das mich das Modell schon ein halbes Leben lang begleitet.“

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
Dietmar Stanka