Mit einem speziell ausgerüsteten Ioniq Hybrid sind Entwickler von Hyundai unter anderem in Deutschland und den Niederlanden unterwegs.

Der während der Testfahrten eingesetzte Ioniq Hybrid bietet das Autonomie-Level 4 und damit die zweithöchste Kategorie von Selbstfahrertechnologien. Das Fahren in dieser Stufe gilt als hochautomatisiert. Hyundai gehört zu den wenigen Unternehmen, die bereits die Entwicklung von autonom im Level 4 fahrenden Fahrzeugen im C-Segment gestartet haben.

Die Technik dahinter

Für die Erfassung der Umgebung und des Verkehrsgeschehens sind an der Front- sowie an den Seitenpartien insgesamt fünf Radarsysteme in Aktion. An Front und Heck registrieren darüber hinaus so genannte Lidar-Anlagen die Bereiche um den Wagen.

Anstelle von Radiowellen nutzen sie Laserstrahlen und sind so in der Lage, die genaue Position von Personen oder Objekten zu ermitteln. Hinzu kommt ein Kamerasystem, das den Bereich vor dem Wagen scannt.

Alle Informationen und Daten werden in einem im Gepäckraum befindlichen Computersystem zusammengeführt. Dieses ist dann für die automatisierte Steuerung des Hyundai Ioniq verantwortlich. Ein Testpilot hinter dem Steuer kann aber jederzeit übernehmen.

Die Strecken

Am Tostmannplatz in Braunschweig nutzt der Hyundai Ioniq den Prototyp einer Ampelanlage, die mit autonom fahrenden Fahrzeugen kommunizieren kann. Eine ähnliche Anlage gibt es im niederländischen Helmond nahe Eindhoven, wo der Hyundai ebenfalls im Einsatz war. Bei der Erprobung geht es vor allem darum, Kreuzungen unter realen Verkehrsbedingungen zu passieren.

Getestet wurden Geschwindigkeitsanpassungen als auch Spurwechsel. Mit Hilfe dieser Car-to-X-Kommunikation kann die Geschwindigkeit des Fahrzeugs so angepasst werden, dass entweder eine Grünphase noch genutzt oder im Vorfeld einer Rotphase frühzeitig das Tempo reduziert wird. Mit entsprechenden Spurwechseln kann zudem der Verkehrsfluss durch die gleichmäßige Nutzung optimiert werden.

Die Erfahrung von Hyundai

Während der Olympischen Winterspiele 2018 in Pyeongchang absolvierte ein speziell ausgerüsteter und völlig autonom fahrender Hyundai Nexo die 190 Kilometer lange Strecke von Seoul in die Wintersportregion. Inklusive der Stopps an Mautstationen.

Im Stadtverkehr von Las Vegas wurde im Januar 2017 mit dem Ioniq „Autonomous Concept“ automatisiertes Fahren anlässlich der Consumer Electronics Show (CES) in komplexen Verkehrssituationen präsentiert.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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