Erstmals findet die IAA in München statt. Leider unter denkbar schlechten Vorzeichen.

Wollen doch am 11. September 2021 Tausende von Radfahrern mit Straßenblockaden gegen das Auto an sich demonstrieren. Leider haben sich die Gruppierungen um den ADFC nicht die Mühe gemacht und die Aussteller dieser IAA genauer in Augenschein zu nehmen.

Erstmals sind dort eine deutliche Überzahl von Herstellern und Unternehmern aus dem Zweiradbereich vor Ort. Demonstrieren also nur um des demonstrieren willen? Scheint so und es bleibt zu hoffen, dass dies eine friedliche IAA bleibt. Wir stellen die wichtigsten Neuerscheinungen aus der Automobilbranche vor. Die übrigens nicht alle auf dem Messegelände, sondern auch an verschiedenen Plätzen in der Innenstadt von München zu finden sind.

Adaptive City Mobility GmbH (ACM)

Ein in München ansässiges Unternehmen zeigt ein viertüriges rein elektrisch angetriebenes Stadtauto, initiiert von Paul Leibold dem Designer Peter Naumann Das Batteriesystem besteht aus einem fest installierten Lithium-Ionen-Akku und kofferartigen Wechselbatterien, die zusammen eine Reichweite von bis zu 240 Kilometern ermöglichen sollen.

Wie unsere Bilder zeigen, kann der ACM City One beispielsweise auch als Taxi eingesetzt werden. Die Konstruktion ist denkbar einfach und die Teile der Karosserie werden je nach Einsatzzweck angeboten. Der Kleine ist 3,30 Meter lang und verfügt über ein Kofferraumvolumen von 360 – 1.300 Litern. Sind die hinteren Sitze demontiert, passt sogar eine Europalette rein.

Audi

Der Audi grandsphere steht als Showcar im Mittelpunkt für die Entwicklung von elektrischem und autonomem Fahren. Die Oberklasse-Limousine kann technisch autonom auf Level 4 fahren. Deutlich näher und realistischer ist der neue RS3, der wir bereits vorgestellt haben. Audi ist nicht auf dem Messegelände, sondern auf der Open Space am Wittelsbacherplatz.

BMW

Die Halle A1 ist die Heimat des Münchner Automobilherstellers. Gleichermaßen findet man BMW auf dem Max-Joseph-Platz. Der klare Focus geht in Richtung der Elektroautos i4 und iX. BMW denkt aber auch Richtung Wasserstoffantrieb und bringt 2022 eine Kleinserie eines X5 mit Brennstoffzelle auf den Markt.

2er Coupé, die überarbeiteten X3 und X4 sowie das 4er Gran Coupé ergänzen den Auftritt genauso wie der E-Roller CE 04 mit einer Reichweite von 130 Kilometern.

CityTransformer

Aus Israel stammt ein weiteres elektrisches Stadtauto. Das Besondere an dem CityTransformer ist die Faltbarkeit bis auf die Größe eines Motorrads. Damit nimmt dieses Fahrzeug beim Parken sehr wenig Verkehrsraum ein. Laut Hersteller soll das Basismodell rund 11.000 Euro kosten und ist sogar schon gegen eine Anzahlung von etwa 152 Euro vorbestellbar.

Cupra

Die sportliche Marke des spanischen Automobilherstellers Seat ist auf dem Vormarsch. Mit einer Reihe von konventionell angetriebenen Fahrzeugen, aber auch dem elektrischen Born, über den wir ebenfalls schon berichteten.  Als spezielles Highlight wird der UrbanRebel Concept gezeigt. Ein rund 4 Meter kurzes elektrisches Stadtauto mit einer Spitzenleistung von bis zu 435 PS. Fragt sich nur, für warum ein Cityflitzer so viel PS benötigt. Cupra ist ausschließlich auf dem Open Space am Odeonsplatz zu finden.

Dacia

Der Siebensitzer namens Jogger steht im Mittelpunkt der rumänischen Marke. Der Jogger ist zudem als Fünfsitzer zu bekommen und feiert am 3. September 2021 die Weltpremiere online. Er wird auch als Fünfsitzer angeboten und verbindet ein großzügiges Raumangebot mit einem variablen Innenraumkonzept. Dazu kommen der von uns vorgestellte Dacia Spring und das Facelift des Duster. Dacia ist nur auf dem Königsplatz zu sehen.

Ford

Im Mittelpunkt steht die sportliche Variante des Ford Mustang Mach-E GT mit 487 PS. Daneben sind es eine Reihe von diversen Hybrid-Modellen wie der Kuga Plug-in-Hybrid (PHEV) oder der Puma mit Mildhybrid. Die Kölner sind in Halle B1 und auf dem Open Space am Königsplatz vertreten.

Hyundai

Der koreanische Hersteller konzentriert sich neben der Elektromobilität auf Wasserstoff. Der von uns bereits ausführlich getestet Nexo steht daher neben den Elektroauto Ioniq 5 ganz weit vorne. Möglicherweise wird auch der neue Kleinbus Staria den Messestand in der Halle A1 schmücken.

Kia

Das Schwesterunternehmen von Hyundai zeigt als Weltneuheit den Kia Sportage Plug-in Hybrid. Dazu natürlich den nagelneuen und kürzlich von uns präsentierten EV6. Genau wie Hyundai wird auch Kia im Rahmen der „Hydrogen Wave“, die auf Wasserstoff basierenden Produkte und Technologien des Konzerns in den Fokus stellen. Die Fahrzeuge von Kia sind auf dem Odeonsplatz zu sehen.

Mercedes-Benz und EQ

Die Gewichtung der Stuttgarter zeigt politisch korrekte Elektroautos. Fünf davon werden in München vorgestellt. Der EQE, der EQB, der EQS sowie die erste batterieelektrische Luxuslimousine von Mercedes-AMG sowie ein Konzeptfahrzeug des Mercedes-Maybach. Aus dem konventionell angetriebenen Bereich sind C-Klasse T-Modell in der All-Terrain-Version, eine gepanzerte Version des S-Klasse und der neue Hochdachkombi Citan zu sehen. Mercedes-Benz ist in Halle B3 sowie an der Feldherrnhalle zu finden.

Microlino

Die Knutschkugel BMW Isetta ist zurück. Der Microlino aus der Schweiz ist gegenüber dem Original elektrisch angetrieben und steht in Halle B2.

Mini

Auch die englische Traditionsmarke elektrifiziert sich immer mehr. Ob rein elektrisch als Mini Electric oder als Plug-in-Hybrid Mini Cooper SE Countryman ALL4. Das Sportlerherz begeistern weiterhin die John Cooper Works Modelle. Mini ist wie die Konzernmutter BMW in Halle A1 zuhause.

Polestar

Die schwedische Elektroauto-Marke Polestar, die über Volvo zum chinesischen Mutterkonzern Geely gehört, ist mit den neuen Single Motor Varianten des Polestar 2 sowie des Polestar Precept auf der IAA.

Porsche

Eine IAA ohne Porsche? Unvorstellbar. Dennoch ist die Stuttgarter Sportwagenschmiede nur auf einem Open Space am Wittelsbacherplatz zu finden. Mit einer zukunftsorientierten Designstudie, wie aus dem Ländle bekannt wurde. Zudem ist der 911 GTS im Gepäck und auch der frisch überarbeitete Macan.

Renault

Elektrifizierung aber auch die Brennstoffzelle bewegt die Franzosen, die in Halle B1 ausstellen. Mit der Mobilize Limo stellt Renault das erste Pkw-Modell für den individuellen Personentransport für Ridehailing- und Taxidienste vor. Die viertürige und elektrisch batteriebetriebene Limousine soll in ausgewählten internationalen Märkten zu Flextarifen als komplettes Mobilitäts- und Dienstleistungspaket gewerblichen und privaten Fahrdiensten angeboten werden.

Smart

Neben dem Mutterkonzern Mercedes-Benz ist Smart mit einem neuen und rein elektrischen Konzeptauto im Open Space an der Feldherrnhalle auf der IAA. Der kompakte SUV entsteht in Zusammenarbeit von Mercedes und Geely und wird rund 4 Meter lang.

Volkswagen

Der neue Polo und der Taigo sind nur zwei von vielen neuen Autos bei VW. Dazu kommen der neue Bulli, oder auch T7 Multivan genannt und der rein elektrisch angetriebene VW ID.5 GTX. Sozusagen das Coupé-SUV des von uns bereits getesteten VW ID.4 GTX.

Fazit

Der Weg zu einer klimaneutralen Mobilität für alle funktioniert nur mit Technologie-Offenheit. Wer nur auf die Elektroautos oder Hybride setzt, denkt zu kurz. CNG, grüner Wasserstoff und auch E-Fuels sollten zwingend in die Betrachtungen einbezogen werden. Einige Hersteller denken weiter und wir fordern auch die Politik auf, das Scheuklappendenken einzustellen.

Dietmar Stanka