Das GP Ice Race, ein Revival des legendären Motorsportevents im österreichischen Wintersportparadies Zell am See, war nach Angaben der Veranstalter ein voller Erfolg.

Rund 8.000 Zuschauer kamen am Wochenende des 19. und 20. Januar bei herrlichem Winterwetter nach Zell am See, um mehr als 130 Teilnehmer in historischen und modernen Renn- und Rallyeautos bei ihrer wilden Hatz über den zugefrorenen See zu erleben.

„Wir sind von der Resonanz auf unsere erste Veranstaltung schlichtweg überwältigt. Als wir die Idee hatten, das von 1937 bis 1974 veranstaltete Eisrennen in Zell am See mit einem neuen Konzept wiederzubeleben, haben wir uns dieses Teilnehmerinteresse nicht träumen lassen. Niemals zuvor wurden an einem Ort legendäre Renn- und Rallye-Autos in dieser Anzahl und Qualität versammelt“, bilanzierte Ferdinand Porsche aus Zell am See. Zusammen mit dem Nürnberger Vinzenz Greger ist er Initiator der Veranstaltung und Mitbegründer von Greger Porsche Classic Cars.

Viel Prominenz vor Ort

Motorsportgrößen wie Walter Röhrl, Hans-Joachim Stuck, der ehemalige Formel 1-Pilot Mark Webber und Dr. Wolfgang Porsche (Aufsichtsratsvorsitzender der Porsche AG) ließen sich das Spektakel ebenso nicht entgehen wie Herbert Diess, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, und Bernhard Maier, Vorstandsvorsitzender von Skoda Auto. Auch die Motorsportdirektoren der Marken Audi, Porsche, Skoda und Volkswagen sowie Kult-Schauspieler David Hasselhoff (Knight Rider, Baywatch) waren unter den Besuchern.

Rennen um Ruhm und Ehre

In der Klasse der aktuellen Rallyefahrzeuge (R5) kam es zum packenden Duell zwischen Skoda-Werksfahrer und WRC 2-Weltmeister Jan Kopecký auf dem Skoda Fabia R5 und Volkswagen Pilot Romain Dumas im Polo GTI R5. Am Samstag hatte Kopecký die Nase vorn, auf ihn folgte Dumas vor dem österreichischen Nachwuchstalent Julian Wagner sowie Günther Knobloch (beide Skoda Fabia R5). Am Sonntag triumphierte abermals Kopecký, der sich auch zusätzlich als Gesamtsieger feiern ließ. Zweiter wurde hier Julian Wagner, der damit den Skoda-Doppelsieg in der Gesamtwertung perfekt machte.

Den Gesamtsieg in der Klasse der Buggy-Fahrzeuge sicherte sich Josef Vögel, der Sepp Marty auf den zweiten Platz verwies. Bei den Touren- und Rallyewagen mit Zweirad-Antrieb siegte der ehemalige Rallye-Staatsmeister Österreichs, Kris Rosenberger, vor Ferdinand Stuck (beide KTM X-Bow).

In der Wertungsklasse Old- und Youngtimer (bis Baujahr 1998) verbuchte Manfred Nothdurfter (Subaru Impreza) den Gesamtsieg. Zweiter wurde Alfons Nothdurfter in einem Ford Sierra. In einem Mitsubishi Evo 10 trug Helmut Hauser den Gesamtsieg bei den Tourenwagen mit Allradantrieb davon. Auf Rang zwei folgte Jürgen Stock im Subaru Impreza.

Spektakel auf dem Eis

Ein besonderes Spektakel war die Skijöring-Wettbewerbe, in denen sich Skiläufer von einem Rennauto über die eisige Piste ziehen ließen. In der Gesamtwertung hatte das Gespann aus Fahrer Martin Zeller (Mitsubishi Evo 9) und Skifahrer Jürgen Stock die Nase vorne.

Neben den sportlichen Wettkämpfen auf Eis waren historische und moderne Renn- und Sportwagen ausgestellt. Hans-Joachim Stuck präsentierte mit dem Auto Union Typ C einen legendären Bergrennwagen aus dem Jahr 1938. Der zweimalige Rallye-Weltmeister Walter Röhrl drehte mit dem kultigen Audi Sport Quattro und dem neuen Porsche Cayman GT4 schnelle Runden auf dem Eis.

Zudem gab der 2017er DTM-Champion René Rast mit seinem Audi RS5 DTM auf glattem Untergrund Gas. Formel E-Pilot Daniel Abt bewies im Formel E-Weltmeisterschaftswagen Audi e-tron FE04, dass auch elektrisch angetriebene Rennwagen auf Eis und Schnee eine Show sind.

Rallyestar Jochi Kleint drehte im Volkswagen Golf 2 Pikes Peak von 1987 und dem 86er Siegerauto der Rallye-WM Gruppe A, einem Golf 2 GTI, Runden auf der Piste in Zell am See. Matthias Kahle, siebenmaliger Deutscher Rallye-Meister, fuhr im hinterradangetriebenen Skoda 130 RS meistens im vollen Drift über die Bahn.

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka

Dietmar Stanka wurde bereits als Kleinkind vom automobilen Virus befallen. Seine ersten journalistischen Sporen verdiente er sich als 15-jähriger. Für die Nordbayerischen Nachrichten berichtete er über Eishockey und Musik-Events in seiner Heimatstadt Pegnitz. Mit 17 nahm er als Beifahrer in Rallyeautos Platz und ein Jahr später wechselte er die Perspektive und fuhr selbst einen heißen Reifen. Im Jahr 2000 wandelte er seine Leidenschaft für Automobile in einen erfüllenden Beruf um. Unter anderem ist er als freier Autor für Grip, Träume Wagen, Autohaus, wiwo.de, ramp und den Finanzenverlag (BÖRSE ONLINE, EURO, Euro am Sonntag) tätig.
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