Nach einer Panne oder einem Unfall kommt es nicht allein darauf an schnell zu handeln, sondern überlegt. Wer die Unfallstelle nicht absichert, bringt sich in Lebensgefahr.

Aus einem eher banalen Auffahrunfall kann so in Sekunden ein tragisches Unglück werden. Viele Unfalltote sind zu beklagen, weil nach Unfall oder Panne die Fahrzeuginsassen unbesonnen auf der Fahrbahn herumlaufen und dann von nachfolgenden Autos erfasst werden.

Eigensicherung und andere Autofahrer warnen

Nach einem Unfall, speziell bei schnellem fließenden Verkehr auf der Autobahn, steht Eigensicherung an erster Stelle. Also so schnell wie möglich mit eingeschalteter Warnblinkanlage auf den Standstreifen rollen und erst dort aussteigen. Zuvor ziehen alle Passagiere noch im Fahrzeug ihre leuchtende Warnweste an. Aussteigen auf der dem Verkehr abgewandten Seite des Fahrzeugs. Kinder  dürfen auf keinen Fall  am Fahrbahnrand herumlaufen. Und auch Haustiere, die an Bord sind, erst anleinen und dann auf der sicheren Seite aus dem Auto lassen.

Schutz hinter der Leitplanke

Kinder und Familienhund werden sofort hinter der Leitplanke in Sicherheit gebracht. Alle anderen Fahrzeuginsassen halten sich nur so lange im Bereich des Standstreifens oder der Unfallstelle auf, wie Verletzten zu helfen ist.

Warnweste und Warndreieck

Was gerne vergessen wird: Den nachfolgenden Verkehr zu warnen. Neben der reflektierenden Warnweste, die aber nur auf sehr kurze Entfernung für Aufmerksamkeit sorgt, muss unbedingt das Warndreieck aufgestellt werden. Und das nicht, wie leider oft zu sehen, zehn oder zwanzig Meter hinter dem eigenen Auto. Auf der Autobahn muss das Warndreieck mindestens 200 Meter hinter dem liegengebliebenen Fahrzeug stehen. Dann haben auch schnelle nachfolgende Fahrer noch eine Chance, rechtzeitig ihre Geschwindigkeit zu reduzieren. „Durch Rettungsaktionen vor Absicherung der Unfallstelle setzen Sie unter Umständen Ihr Leben und das anderer Verkehrsteilnehmer aufs Spiel“, warnt etwa die Bayerische Polizei.

Aufgaben zwischen den Passagieren teilen

Ist man nicht allein im Fahrzeug, kann man sich die Aufgaben teilen: Während einer die Unfallstelle absichert, verständigt der andere Polizei oder Unfallrettung und kümmert sich um Verletzte. Dazu ist man überdies gesetzlich verpflichtet. Vor Wählen der Notrufnummer sollte man sich vergewissern, wo exakt der Unfall passiert ist, um eine genaue Standortangabe machen zu können.

Als Helfer: Risiko minimieren

Wer als Helfer an einer Unfall- oder Pannenstelle anhält, sollte immer das Prinzip Eigensicherung im Kopf haben. Also den fließenden Verkehr beachten, um sich im Notfall durch einen Sprung hinter die Leitplanke in Sicherheit bringen zu können. Ein Punkt, um zum Beispiel das Risiko beim Aussteigen aus dem eigenen Auto zu vermindern: Am Pannenfahrzeug vorbeifahren und erst danach auf dem Randstreifen anhalten.

Helfer sind bei einem Folgeunfall versichert

Einen Trost gibt es für Helfer: Wenn ein Unfall passieren sollte, sind sie durch die gesetzliche Unfallversicherung abgesichert. Die Leistungen der Unfallkassen für Pannenhelfer sind die gleichen wie für Arbeitnehmer bei einem Arbeitsunfall.

Die gesetzlichen Unfallversicherungsträger übernehmen die Kosten für Heilbehandlung und Rehabilitation. Das sind Krankenhauskosten für die akuten Verletzungen, aber auch Kuren zur Nachsorge oder eine Rente wegen Erwerbsminderung, wenn der Unfallhelfer später nicht mehr oder nur noch eingeschränkt arbeiten kann. Kommt es zu einem tödlichen Unfall, sind minderjährige Kinder des Helfers durch eine Rente abgesichert.

Informationen finden sich im Internet unter www.unfallkassen.de.

Klaus Justen
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Klaus Justen

Journalist bei Textpool
Klaus Justen hat langjährige Erfahrung in der Automobilbranche und in der Konzeption und Produktion von Print- und Onlinemedien. Er war als Leitender Redakteur bei Automagazinen in der Schweiz und Deutschland tätig und ist Autor für Print- und Onlinemagazine. Spezialgebiet sind neben Auto- und Technikthemen Ratgeberbeiträge rund ums Thema Geld und Auto.
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