Jim Ratcliffe, seines Zeichens Vorstandsvorsitzender der Ineos Group und Autonarr, entdeckte 2017 eine Marktlücke.

Seiner Ansicht nach fehlte ein purer, ausschließlich nutzenorientierter Offroader. Da Geld für einen Milliardär keine wirkliche Rolle spielt gründete er kurzentschlossen Ineos Automotive. Geführt von CEO Dirk Heilmann, wurde eine Team aufgebaut, das auf umfangreiche Erfahrung bei Automobilbauern zurückgreifen kann. Darunter Ford, Daimler, Volkswagen, Bentley, Tesla, Jaguar Land Rover und Lotus.

Der Grenadier

Der Grenadier wird ein absolut kompromissloses Allradfahrzeug, das von Grund auf neu konzipiert ist. Dennoch viele äußerliche Ähnlichkeiten mit dem ursprünglichen Land Rover Defender aufweist. Der über Jahrzehnte die Offroad-Ikone auf allen Kontinenten war und immer noch ist. Neben der komplett geschlossenen Version wird auch ein Pickup angeboten.

Das Fahrzeug punktet mit einem Leiterrahmen, sperrbaren Differenzialen und einem Innenraum, der mit dem Schlauch abgespritzt werden kann. Die Nutzlast wird bei einer Tonne liegen, die Anhängelast bei 3,5 Tonnen.

Er wird mit einem permanenten Allradantrieb, hochfesten Materialien und einer maximalen Zuladungskapazität ausgestattet sein. Zudem sollen die wichtigsten Komponenten einfach vor Ort repariert werden können.

Ineos hat sich zur Aufgabe gemacht, den Grenadier in Punkto Komfort, Sicherheit und Ausstattung auf das Niveau des 21. Jahrhunderts zu bringen. Auf der anderen Seite soll der Grenadier der zuverlässige Partner in anspruchsvollem Gelände sein. Die Zielgruppen sind Landwirte, Förster, Abenteurer, Rettungsdienste oder Skigebietsbetreiber.

Magna Steyr ist der Partner für die Serienentwicklung des Grenadier 4×4, BMW liefert die Motoren. Der Leiterrahmen stammt von Gestamp, Carraro liefert die Achsen, die Achtgang-Automatik kommt von ZF und Magna entwickelt die Aufhängung.

Die Optik und der praktische Nutzen

Die Form folgt der Funktion. Nach dieser Philosophie ist das Design eindeutig und zweckdienlich. So verfügen die Türen über Schutzstreifen. Optional kann eine Utensilienleiste an den Türen und am Heck geordert werden, an der Gegenstände oder Zubehör wie ein Reservekanister angebracht werden können.

Am Heck kann eine Leiter als Zugang zum Dach montiert werden. Bei ihrem Design wurde darauf geachtet, dass sie in einer Linie mit den Spalten der Heckklappe verläuft. Die Frontscheinwerfer sind links und rechts baugleich, was Wartung und Teileverfügbarkeit vereinfacht. Die Heckleuchten nutzen ebenfalls eine gemeinsame Einheit. Eine Staubox am Heck für schmutzige, geruchsintensive Ausrüstung ist von außen zugänglich und die Kotflügel dienen als Sitzplatz.

„Die Zielvorgabe war ganz klar. Wir setzten uns daran ein modernes, funktionelles und extrem leistungsfähiges Allradfahrzeug mit einem hohen Nutzwert als Kern zu kreieren“, sagte Designleiter Toby Ecuyer. Das eindeutige Design lässt keine Zweifel aufkommen, welche Rolle der Grenadier spielt. Ausgestattet mit allem, was notwendig ist. Und sonst nichts. Nichts dient nur der Optik. Moderne Konstruktions- und Produktionstechniken gewährleisten die hohe Leistungsfähigkeit des Grenadier, doch wir konnten unserem Credo treu bleiben, ein nutzenorientiertes Fahrzeug zu entwerfen, das sich auch langfristig bewähren wird.“

Ein erstes Fazit

Der Ineos Grenadier ist ein gelungener Wurf. Wenn er hält was er verspricht, könnte dieser Geländewagen ein Riesenerfolg werden. Ende 2021 soll der Offroader in Produktion gehen. Der Marktstart erfolgt zuerst im Vereinigten Königreich und Europa. Afrika, Nord- und Südamerika, Nahost, Südostasien, Neuseeland und Australien folgen in den darauffolgenden Monaten. Die Preise sind noch nicht bekannt.

Dietmar Stanka